Junge Menschen nicht verzärteln

Frauen sollen sich „mal ein bisschen mit einbringen“: Thomas Gottschalk ist für die Wehrpflicht für alle

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Thomas Gottschalk äußert sich zur aktuellen Diskussion um die Wehrpflicht und hat eine Erklärung, warum die auch Frauen einschließen soll.

München – Nach der 2011 ausgesetzten Wehrpflicht wird in diesen Tagen aufgrund einer veränderten politischen Lage wieder stärker darüber diskutiert, deutsche Männer ab 18 Jahren zum Wehrdienst bei der Bundeswehr zu verpflichten. In Zeiten von Gleichberechtigung und steigendem Interesse von Frauen am Militärdienst, steht im Raum, auch Frauen verpflichtend zu befragen. TV-Entertainer Thomas Gottschalk (74) ist dafür und äußert seine Meinung zur deutschen Jugend.

Thomas Gottschalk: Wehrdienst „nicht das Schlechteste im Leben“

In der Diskussion um Zehntausende fehlende Soldaten in Deutschland, steht zur Debatte, eine Wehrpflicht für alle volljährigen Männer in Deutschland wieder einzuführen – und vielleicht auch für Frauen. Das Grundgesetz schließt bisher eine Wehrpflicht für Frauen aus. Zum Dienst melden können die sich bisher nur freiwillig. Nach aktuellen Angaben der Bundeswehr leisten derzeit rund 24.000 Frauen ihren Dienst in Deutschland ab. TV-Entertainer Thomas Gottschalk hat dazu eine klare Meinung, die er jetzt wie so oft unverblümt äußerte.

Betrug, Zwischenrufe, Pöbeln: die größten Aufreger bei „Wetten, dass..?“ mit Thomas Gottschalk

Thomas Gottschalk und Bernd Fritz bei „Wetten, dass..?“
Einer der bekanntesten „Wetten, dass..?“-Skandale: 1988 behauptet der Chefredakteur des umstrittenen Satiremagazins „Titanic“, Bernd Fritz, er könne die Farbe eines Buntstifts durch Riechen und Lecken erkennen. Er hatte sich unter dem Pseudonym Thomas Rautenberg in die Show geschlichen und gewann die Wette – gestand kurze Zeit später aber, betrogen zu haben. © picture-alliance / dpa/dpaweb | Bernd_Weissbrod
Götz George bei „Wetten, dass..?“
Bei „Wetten, dass..?“ sollte Götz George 1998 seinen Film „Solo für Klarinette“ promoten – wollte aber nicht so recht. Am Ende hagelte es für ihn Buhrufe aus dem Publikum. © picture alliance / dpa | Ingo Wagner
Gerhard Schröder zu Gast bei „Wetten, dass..?“
Gerhard Schröder war 1999 zu Gast bei „Wetten, dass..?“ - und erntete für seinen Anzug der Marke Brioni viel Spott. © picture-alliance / dpa | Achim_Scheidemann
1983 sang Johnny Cash bei „Wetten, dass..?“ seinen Kult-Hit „Ring of Fire“ – und das sturzbetrunken.
1983 sang Johnny Cash bei „Wetten, dass..?“ seinen Kult-Hit „Ring of Fire“ – und das sturzbetrunken. © IMAGO/teutopress
Cher ist am 25. November als einziger US-Promi zu Gast bei „Wetten, dass..?“. Viele Zuschauer dürften sich noch gut an das gewagte, schwarze Outfit erinnern, das sie 1987 in der ZDF-Show trug.
Cher ist am 25. November als einziger US-Promi zu Gast bei „Wetten, dass..?“. Viele Zuschauer dürften sich noch gut an das gewagte, schwarze Outfit erinnern, das sie 1987 in der ZDF-Show trug. © IMAGO/Sven Simon
Tom Hanks musste bei „Wetten, dass..?“ 2012 nach einer verlorenen Wette mit Katzenmütze Sackhüpfen. Er ließ es brav über sich ergehen – lästerte im Nachhinein aber über die Sendung ab.
Tom Hanks musste bei „Wetten, dass..?“ 2012 nach einer verlorenen Wette mit Katzenmütze Sackhüpfen. Er ließ es brav über sich ergehen – lästerte im Nachhinein aber über die Sendung ab. © picture alliance / dpa | Ingo Wagner
Wie auch einst Cher stand Sarah Connor 2002 bei „Wetten, dass..?“ in einem sehr knappen Outfit auf der Bühne. Inzwischen wurde das Ensemble für einen guten Zweck versteigert.
Wie auch einst Cher stand Sarah Connor 2002 bei „Wetten, dass..?“ in einem sehr knappen Outfit auf der Bühne. Inzwischen wurde das Ensemble für einen guten Zweck versteigert. © IMAGO/Sven Simon
Wetten, dass..?: Mickey Rourke
1990 fühlt sich Mickey Rourke bei „Wetten, dass..?“ ein wenig zu sehr heimisch: Der Schauspieler pöbelt auf Gottschalks Couch, raucht ungeniert eine Zigarette und legt seine Füße rotzfrech auf den Tisch – ein No-Go! © Screenshot/ZDF/Wetten, dass..?
Wetten, dass..?: Kirchenstörer Andreas Roy
2004 sorgt der als „Kirchenstörer“ bekannte Andreas Roy für einen Eklat: Minutenlang brüllt er von den Zuschauerrängen Thomas Gottschalk an („Thomas, tu Buße!“) – mit seinen Zwischenrufen wollte er den Moderator dazu bewegen, aus der katholischen Kirche auszustreten. © Eventpress/Imago
Markus Lanz / Letzte Sendung Wetten, dass..? Show am 13. Dezember 2014
Für einen Aufreger sorgte auch Markus Lanz, der „Wetten, dass..?“ von Oktober 2012 bis Dezember 2014 moderierte. Der Gottschalk-Nachfolger kam beim ZDF-Publikum weniger gut an. Und auch der Talkmaster selbst blickt kritisch auf seine Zeit als Moderator der Familiensendung zurück. © VISTAPRESS/Imago
Wetten, dass..?: Armin Rohde
Nackte Tatsachen: 2003 löste Schauspieler Armin Rohde eine verlorene Wette ein – und sprintete im Adamskostüm quer durchs Studio © Uli Deck/dpa
Wetten, dass..?: Thomas Gottschalk
1994 wurde bei „Wetten, dass..?“ für mehr Umweltschutz protestiert: Zwei Aktivisten rollten ein Transparent mit den Worten „Umweltsaalwette“ aus – Moderator Thomas Gottschalk nahm es gelassen: „Seid ihr schon drei Wochen da oben oder wie lange?“ © teutopress/Imago

Obwohl Gottschalk, Jahrgang 1950, keine eigenen Erfahrungen damit gemacht habe, betrachtet er den Dienst erzieherisch wertvoll. In der aktuellen Ausgabe seines Podcasts „Die Supernasen“ sagte er im Gespräch mit Co-Moderator Mike Krüger (72), für junge Menschen sei es gut, „nicht nur verzärtelt zu werden“. Krüger, der im Gegensatz zum Ex-„Wetten, dass ...?“-Moderator die Wehrpflicht abgeleistet hat, pflichtet er bei: „Wir sind uns alle einig, dass das nicht das Schlechteste ist, was man im Leben an Erfahrungen mitnimmt.“ , so der gebürtige Bamberger. Das gelte Gottschalks Meinung nach auch für Frauen.

Thomas Gottschalk sieht Frauen bei der Bundeswehr als Zeichen von Emanzipation

Gottschalk: „Es ist natürlich im Zeichen von Emanzipation auch nicht schlecht, wenn Frauen sich da mal ein bisschen mit einbringen. Die müssen ja nicht an die Front.“ Wie Frauen ihre Wehrpflicht künftig umsetzen müssten, darüber gab es von Verteidigungsminister Boris Pistorius (64) noch keine genauen Angaben. Fakt ist, dass sie beim freiwilligen Dienst auch Kampfflugzeuge fliegen und Panzer fahren. Krüger hat zu dem Thema aus eigener Erfahrung eine differenzierte Meinung: „Wer schon mal mit dem Maschinengewehr durchs Gelände gerobbt ist bei der Grundausbildung, der weiß, was das bedeutet. Und das würde ich eigentlich Frauen trotz Gleichberechtigung nicht wirklich zumuten wollen.“

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Er befürworte, dass sich Männer zuerst bewerben und die kommende verpflichtende Abfrage locker betrachten: „[... Füllt diesen Fragebogen ruhig positiv aus, ein Jahr Bundeswehr kann nicht schaden“, so der Komiker. Thomas Gottschalk scheint mit seiner starken Meinung manchmal auch Kollegen einzuschüchtern. Starkoch Johann Lafer (66) erzählte jetzt, dass er Tabletten schlucke musste, weil er so aufgeregt war, vor Thomas Gottschalk zu kochen. Verwendete Quellen: bunte.de, bundeswehr.de

Rubriklistenbild: © IMAGO/Future Image

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