„Hartz und herzlich“-Teilnehmer verdient 1,50 Euro pro Stunde – für Anwesenheit beim Jobcenter
VonSina Koch
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RTLZWEI sendet wieder„Hartz und herzlich“ aus Bitterfeld-Wolfen. Schon in den ersten Folgen gibt es für Roland Grund sich zu freuen, aber auch sich zu ärgern:
Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt – 2017 hat das Kamerateam von „Hartz und herzlich“ die Menschen dort das erste Mal besucht und vier Monate lang mit der Kamera begleitet. Schon vor fünf Jahren harderte Roland mit dem Hartz-IV-System. Als die Dreharbeiten 2017 beendet wurden, hatten so manche Bewohner einen Wunsch: „Vielleicht gibt es ja bald ein Wiedersehen.“
Sendung
Hartz und herzlich
Sender
RTLZWEI
Drehort
Bitterfeld-Wolfen
„Hartz und herzlich“ auf RTLZWEI: Wiedersehen im TV – Roland ist seit 20 Jahren auf Hartz IV angewiesen
In der Tat gibt es ein Wiedersehen, wie MANNHEIM24 berichtet! Fünf Jahre später reist das „Hartz und herzlich“-Kamerateam zurück nach Bitterfeld-Wolfen. Wieder mit dabei: Roland, der nach wie vor von Hartz IV lebt. Glücklich ist er damit nicht: „Ich komme mir vor, wie ein Mensch 2. Klasse“, erklärt er in der RTLZWEI-Sendung.
Roland lebt im Stadtzentrum von Wolfen. Nach 20 Jahren in der Hatz-IV-Mühle, weiß er genau, wie man mit wenig Geld klarkommt. Trotz Minijob achtet er genau auf seine Ausgaben. Der 450-Euro-Job verschafft Roland mehr Spielraum – monatlich kann er sogar 10 Euro zur Seite legen. In den neuen „Hartz und herzlich“-Folgen aus Bitterfeld-Wolfen spricht er über eine ungewöhnliche Einnahmequelle.
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„Hartz und herzlich“ in Bitterfeld-Wolfen: Roland bekommt Geld für Jobcenterbesuch
Roland hat unerwartet Post vom Jobcenter bekommen. Der Inhalt des Schreibens könnte seinen bisherigen Alltag auf den Kopf stellen: „Es gibt was anderes vom Arbeitsamt. Die wissen zwar, dass ich einen Minijob auf 450-Euro-Basis habe, aber jetzt habe ich noch eine Maßnahme bekommen für eine Arbeitsangelegenheit für Mehraufwandsentschädigung“, enthüllt der 61-Jährige im TV.
Für seine Anwesenheit beim Jobcenter, bekommt Roland 1,50 Euro pro Stunde. Taschengeld, das Roland gerne in Markenklamotten investiert, da er sich „Qualität“ leisten will. Dennoch sieht er sich bei der Maßnahme fehl am Platz: „Ich werde dieses Jahr 62. Was wollen die? Sollen die doch die jungen Kerle dahin schicken – laufen doch genug rum!“
„Hartz und herzlich“-Roland aus Bitterfeld stehen Amt-Maßnahme bevor – „Keine Freizeit mehr“
Mit der Maßnahme müsste er wöchentlich – statt 12 – dann über 42 Stunden arbeiten. „Ich habe dann natürlich keine Freizeit mehr, weil ich gehe dann abends ja dann immer noch arbeiten“, stellt der 61-Jährige fest. Das sollte sich dann aber zumindest finanziell auszahlen: „Ich kriege ja dann die 404 Euro vom Amt, plus die 423, die ich bei meinem Minijob brutto verdiene – dann würde ich ein bisschen über 1.000 Euro netto kommen“.
Das wären rund 180 Euro mehr, als Roland derzeit verdient. Der Preis dafür ist hoch, er müsste mehr dafür arbeiten als jemand mit einem Vollzeitjob. „Ich lasse das auf mich zukommen und dann werden wir sehen, wie es weitergeht. Sicher, das Geld würde ich gerne mitnehmen, damit man doch noch ein bisschen mehr zur Seite legen kann“, verrät der „Hartz und herzlich“-Teilnehmer. Er steckt in einer Zwickmühle, die auch „Hartz und herzlich“-Liebling Elvis aus Mannheim mit seinen Jobs nur zu gut kennt. (sik)