- VonAnne-Sophie Hettcheschließen
Die Auswanderer-Show „Goodbye Deutschland“ läuft seit 2006 auf VOX und gehört zu den beliebtesten Formaten im deutschen Fernsehen.
Köln – Die Auswanderer-Show „Goodbye Deutschland“ ist eine der erfolgreichsten deutschen Unterhaltungssendungen. Dabei geht es um Deutsche, meistens Familien, die entweder vorhaben, die Heimat zu verlassen, oder bereits seit langem in einem anderen Land leben. „Goodbye Deutschland“ dokumentiert die Auswanderung und strahlt sie auf dem Sender VOX aus.
| Sendung | Goodbye Deutschland |
|---|---|
| Sender | Vox |
| Erstausstrahlung | 15. August 2006 |
So kann man bei der TV-Show teilnehmen
Grundsätzlich kann sich bei der Sendung jeder bewerben, der entweder vorhat, Deutschland zu verlassen oder bereits seit einiger Zeit im Ausland lebt. Dafür gibt es auf der Website des Senders VOX ein Bewerbungsformular. Unter den besten Bewerbern wählt der Sender dann die Personen aus, die bei „Goodbye Deutschland“ teilnehmen können.
Das erwartet die Zuschauer bei „Goodbye Deutschland“
Die Familien, die für die Sendung ausgesucht werden, werden sowohl vor der Abreise, während der Reise als auch bei der Ankunft im Zielland von einem Kamerateam von „Goodbye Deutschland“ begleitet. Somit sind die VOX-Zuschauer von Anfang an dabei.
In der ersten Phase werden die Familien bei ihren Vorbereitungen für die Auswanderung begleitet. Sie erzählen, warum sie ihre Heimat verlassen wollen und in welches Land sie ziehen werden. Darüber hinaus verraten die Teilnehmer ihre Träume für ihr neues Leben, aber auch, was sie an Deutschland besonders vermissen werden.
In der zweiten Phase werden die Familien dabei begleitet, wie sie von ihrer Heimat Abschied nehmen. Es wird beispielsweise gezeigt, wie sich die Kinder von ihren Freunden in der Schule verabschieden, oder wie der Vater zum letzten Mal seine Lieblingskneipe besucht. Am Flughafen verabschieden sich die Familien meist unter Tränen von ihren Verwandten und Freunden, bevor sie ins Flugzeug steigen. Danach werden die Auswanderer bei ihren ersten Tagen im fremden Land begleitet.
In der dritten Phase wird gezeigt, wie die Auswanderer es schaffen, Fuß zu fassen und ihre Träume in die Tat umzusetzen. So werden beispielsweise die Kinder bei ihrem ersten Tag in der neuen Schule oder die Eltern bei Behördengängen begleitet. Meistens dreht das „Goodbye Deutschland“-Team die ersten zwei bis drei Wochen nach der Auswanderung mit den Teilnehmern.
Langfristige Begleitung der Auswanderer
Bei manchen Familien hört die Begleitung durch „Goodbye Deutschland“ in der neuen Heimat nach ein paar Wochen auf, bei anderen Familien dauert sie mehrere Jahre. So beispielsweise bei Daniela Büchner (45) oder Daniela Katzenberger (37), die zu den bekanntesten Auswanderern der VOX-Sendung gehören.
Auch nach Ende der Dreharbeiten können sich Fans der Doku-Soap auf der Instagram-Seite von „Goodbye Deutschland“ über das Leben der Auswanderer informieren. Immer wieder postet das „Goodbye Deutschland“-Team dort auch Aktuelles über die Auswanderer, die bereits seit längerem in ihrer neuen Heimat wohnen.
Die Auswanderer-Doku im Fernsehen
Die Sendung läuft seit dem 15. August 2006 beim Sender VOX und hatte zunächst eine Sendezeit von 60 Minuten. Diese wurde am 17. Juli 2007 auf 120 Minuten verdoppelt. In jeder Folge wird meist eine in sich vollständige Auswanderer-Geschichte einer Familie berichtet. Die Sendung läuft immer montags zur Primetime um 20:15 Uhr auf VOX. Wenn man eine Sendung von „Goodbye Deutschland“ verpasst hat, kann man sie online auf rtlplus.de nachschauen.
„Goodbye Deutschland“ (VOX): Das sind die beliebtesten Orte der Auswanderer
Spanien ist ein besonders beliebtes Zielland bei den Auswanderern. Der als „Malle-Jens“ bekannte Jens Büchner (†49) verbrachte die Zeit nach der Auswanderung bis zu seinem Tod in Cala Millor auf Mallorca. Auch Daniela Katzenberger (37) sowie Caro (44) und Andreas Robens (56) zog es auf die spanische Insel. Die Familie von Pierre und Anta Höveler ist wiederum in die südspanische Stadt Granada ausgewandert. Neben Spanien sind häufig auch die USA das Ziel vieler Auswanderer. So zog beispielsweise Erna Hamzic mit ihren zwei Kindern zu ihrer großen Liebe in die Staaten, um sich dort ein neues Leben aufzubauen. Nicht zu vergessen ist auch Konny Reimann (68), der bereits 2004 mit seiner Familie nach Texas ausgewandert ist und seit Ende 2016 auf Hawaii lebt.
Auszeichnungen der Sendung
Nicht nur die Zuschauer von „Goodbye Deutschland“ sind von der Sendung begeistert. 2011 wurde das Format für den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Beste Unterhaltung Doku“ nominiert. Mit dem Fernsehpreis, den es seit 1998 gibt, soll die Qualität des deutschen Fernsehens gefördert und hervorragende Leistungen für das Fernsehen gewürdigt werden. Zur Nominierung stehen grundsätzlich alle TV-Sendungen, die einen deutschen Ursprung haben.
Bücher über die Doku-Soap
Zu der Sendung „Goodbye Deutschland“ wurden zwei Bücher geschrieben. „Goodbye Deutschland! Die Auswanderer. Ferne Länder, neues Leben – ein Wegweiser“ von Ralf Meier beinhaltet Erfahrungen und Tipps von Personen, die Deutschland verlassen haben. Das andere Buch heißt „Currywurst & Dolce Vita. Didi und Hasi, die Auswanderer vom Gardasee“, verfasst von Ingrid Schmitz. In diesem Buch geht es um Anke und Dirk Leithäuser, genannt Hasi und Didi, die Deutschland verlassen haben und in Italien ein neues Leben begonnen haben. In dem Buch erhalten die Leser viele neue Informationen über das Leben der Auswanderer, die ihnen noch nicht aus „Goodbye Deutschland“ bekannt gewesen sein dürften.
„Goodbye Deutschland“ (VOX): Das sind die bekanntesten Auswanderer
Zu den bekanntesten Auswanderern gehören Jens und Daniela Büchner sowie Daniela Katzenberger. Die Kult-Blondine wanderte 2010 in die spanische Stadt Santa Ponça auf Mallorca aus. Dort eröffnete sie zusammen mit dem Gastronomen Martin Koslik das "Café Katzenberger". Dieses führte sie über viele Jahre sehr erfolgreich, bevor sie es 2017 aufgab. Grund dafür war vor allem ihre Tochter Sophia, die sie noch vor ihrer Hochzeit mit Lucas Cordalis (56), im Jahr 2015 zur Welt brachte.
Konny Reimann (68) ist ein echtes Urgestein bei „Goodbye Deutschland“. Der gebürtige Hamburger wanderte 2006 mit seiner Frau Manuela (55) und den beiden Kindern nach Texas aus. Seither ist die Familie ein Bestandteil der Doku-Soap auf VOX. Für Konny Reimann folgten danach mehrere Auftritte im deutschen Fernsehen sowie in TV-Werbungen. Im Dezember 2016 verkauften die Reimanns ihre Immobilien in Texas und zogen nach Hawaii. Auch diese Reise wurde von „Goodbye Deutschland“ auf VOX begleitet.
Chris Töpperwien (49), der 2011 in die USA auswanderte, um einen Currywurst-Truck in Los Angeles zu eröffnen, wird den Zuschauern ebenfalls immer in Erinnerung bleiben. Genau wie Steff Jerkel (54), der 2007 mit seiner damaligen Partnerin Peggy Jerofke (47) Deutschland verließ, um sich als Gastronom auf Mallorca zu verwirklichen.
Die Geschichte von Jens Büchner
Jens Büchner wanderte im November 2010 zusammen mit seiner damaligen Freundin Jennifer Matthias nach Mallorca aus und war daraufhin seit 2011 in der Sendung „Goodbye Deutschland“ zu sehen. Auf der spanischen Insel eröffneten sie zusammen die Boutique „Store & More“. Nach ihrer Trennung führte Jennifer die Boutique alleine unter dem neuen Namen „Jenny Delüx“ weiter.
2015 lernte Jens Büchner seine spätere Ehefrau Daniela Büchner kennen. Diese folgte ihm mit ihren drei Kindern aus vorheriger Partnerschaft nach Mallorca und war seitdem ebenfalls bei „Goodbye Deutschland“ zu sehen. Im Jahr 2018 erkrankte Jens Büchner an Lungenkrebs und starb am 17. November 2018 im Alter von 49 Jahren in einem Krankenhaus auf Mallorca.
Diese Personen verließen Deutschland für die große Liebe
Bei „Goodbye Deutschland“ zog es Elvira Ruf-Donkor für die Liebe nach Afrika. Ihren zukünftigen Mann, den 27 Jahre jüngeren Ghanaer Collins Donkor, hatte sie im Internet kennengelernt. Hals über Kopf heiratete sie den damals 26-Jährigen bei ihrem zweiten Treffen in dessen Heimat. Da Collins Donkor keine Einreisegenehmigung für Deutschland hatte, reiste Elvira Ruf-Donkor wieder zu ihm nach Ghana. Sie war sich sicher, dass das die richtige Entscheidung gewesen sei. Viel zu spät fiel ihr auf, dass es sich bei ihrem angehimmelten Mann um einen Heiratsschwindler handelte, der sie nur geheiratet hatte, um an Geld zu kommen.
Simone Vetter hingegen bewies bei ihrem Partner ein besseres Händchen. Sie zog 2015 nach einer gerade mal neuntägigen Urlaubsbekanntschaft zu ihrem Freund Salim Erkekli in die Türkei. Auch diese Auswanderung wurde von „Goodbye Deutschland“ begleitet. Simone Vetter und Salim Erkekli heirateten im Jahr 2018 und sind bis heute glücklich verheiratet. Allerdings leben die beiden mittlerweile wieder in Deutschland.
„Goodbye Deutschland“ -Skandal um Familie Swoboda
Nicht alle Familien, die bei „Goodbye Deutschland“ teilgenommen haben, hatten im Ausland so viel Erfolg wie einst Daniela Katzenberger oder Jens Büchner. Viele Teilnehmer fielen dafür mit Skandalen auf. So beispielsweise auch die Familie Swoboda. Sie war eine der ersten Familien, deren Auswanderung von „Goodbye Deutschland“ dokumentiert wurde. Einige Jahre nach der Auswanderung wurde die Trennung von Elke und Frank Swoboda bekannt. Doch nicht nur das: Elke Swoboda hatte ihrem Mann ohne sein Wissen ein Betäubungsmittel verabreicht, wodurch Frank fast gestorben wäre.
Elke Swoboda hatte eine hohe Dosis eines Betäubungsmittels in ein Glas Orangensaft ihres Mannes getan, um ihn davon abzuhalten, mit seiner neuen Freundin zu schreiben. Allerdings wurde im Blut von Frank auch ein Schmerzmittel nachgewiesen. Die Kombination von Betäubungs- und Schmerzmitteln endet häufig tödlich. Frank Swoboda hatte großes Glück, den Vorfall zu überleben. Die „Goodbye Deutschland“-Teilnehmerin wurde von einem Gericht zu einer Bewährungsstrafe und einer Geldstrafe von 1.000 Euro verurteilt. Ihrem Mann ist das allerdings zu wenig: Frank ist der Meinung, dass seine Frau die Vergiftung absichtlich geplant habe und ihn diese Geschichte sein ganzes Leben lang begleiten werde.
Drama um 17-jährigen Auswanderer
Die Familie Reinig-Schmitt ist bei „Goodbye Deutschland“ von Rheinland-Pfalz in die USA ausgewandert und hatte dort den Start in ein neues Leben gewagt. Doch für den 17-jährigen Sohn Chris der Familie nahm die Auswanderung ein dramatisches Schicksal an. Er wollte Pilot werden und hatte bereits mehrere Flugstunden absolviert. 2013 stürzte er bei einem Kunstflug ab und kam dabei ums Leben. Seitdem ging es für die Familie nur schwer weiter: Die Eltern Renja und Joachim Reinig-Schmitt ließen sich scheiden. Dennoch führten sie vorerst ihr gemeinsames Restaurant „Schnitzel Ranch“ weiter. Mittlerweile ist das Lokal dauerhaft geschlossen.
Rubriklistenbild: © IMAGO / Eventpress / nicepix.world / Udo Gottschalk (Fotomontage)



