VonHelen Frenchschließen
„Wenn du eine weibliche Figur aus deinem Plot entfernen und durch eine sexy Lampe ersetzen kannst und deine Geschichte trotzdem funktioniert, bist du ein Stümper.“
So ganz allmählich scheint Hollywood auf den Trichter zu kommen, dass facettenreiche, gut entwickelte weibliche Figuren gefragt sind. Das heißt aber noch lange nicht, dass alle Filmemachenden das Memo erhalten haben, wie der sogenannte „Sexy Lamp“-Test zeigt. Dieses Gedankenexperiment von Kelly Sue DeConnick soll dazu dienen, die Qualität und Tiefe weiblicher Charaktere in Werken zu prüfen und stellt die Frage: Könnte eine weibliche Figur im Werk durch eine sexy Lampe ersetzt werden, ohne dass die Geschichte maßgeblich beeinträchtigt wird? Wenn die Antwort „Ja“ lautet, so DeConnick, sei das Werk stümperhaft. Hier sind sieben Filme, die den Test nicht bestehen:
1. „Deadpool“ (2016): Vanessa
Wade Wilsons Ehefrau hat in „Deadpool“ nicht wirklich viel zu tun. Sie ist halt da, sieht schön aus und wird entführt, um die Geschichte voranzubringen. Zugegeben: Die ausführlichen Sexszenen wären vielleicht ein bisschen verstörend, aber im Grunde tut Vanessa nichts, das eine besonders sexy Lampe nicht auch erfüllen könnte.
2. „Scott Pilgrim vs. the World“ (2010): Ramona Flowers
Ramona Flowers *sieht aus* wie eine coole Figur. Sie hat bunte Haare, fährt Rollerblades und hat ein fantastisches Resting Bitch Face. Das war‘s dann aber auch schon. Würde der Film davon handeln, dass Scott Pilgrim eine wirklich ganz besonders schöne Lampe findet und mit ihren sieben bösen Vorbesitzern kämpfen muss, um sie zu haben ... wär‘s im Grunde immer noch dieselbe Geschichte.
3. „Transformers“ (2007): Mikaela Banes
Mikaela Banes ist nicht wie die anderen Girls. Mikaela hat ein Faible für Autos. Und einen schönen Bauch. Und ... ja.
Über Regisseur Michael Bays chauvinistische Darstellungen seiner weiblichen Figuren könnte man ganze Abhandlungen verfassen. Zu Transformers lässt sich zumindest sagen, dass Mikaela-Darstellerin Megan Fox einiges an Kummer erspart geblieben wäre, wenn Bay einfach eine sexy Lampe in ihrer Rolle gecastet hätte. An ihrem Einfluss auf die Handlung hätte sich wenig geändert.
4. „The Great Gatsby“ (2013): Daisy Buchanan
Obwohl Daisy Buchanan mehr oder weniger im Zentrum der gesamten Handlung des „großen Gatsby“ steht, ist sie selbst keine aktive Teilnehmerin an der Handlung. Sie ist schön, begehrenswert und vor allem ... passiv. Eine hübsche Lampe, die von zwei Männern begehrt wird und *nichts tut*, hätte diese Rolle ebenso ausgefüllt. Ja, am Ende baut Daisy einen handlungsrelevanten Autounfall, aber ganz ehrlich: Stell mal eine Lampe hinters Steuer und guck, was passiert.
5. „Superman: Man of Steel“ (2013): Lois Lane
Lois Lane hat auch wirklich Pech. Wenn sie nicht gerade als Geisel genommen wird, aus Flugzeugen fällt, oder von Superman aus sonst einer misslichen Lage gerettet werden muss, hat die Gute herzlich wenig zu tun. Aber irgendwie muss man den verdammten Plot ja vorantreiben.
6. „Spider-Man“ (2002): Mary Jane Watson
Sam Raimis MJ hat ein ähnliches Problem wie Lois Lane in „Man of Steel“. Mary Janes Aufgabe in der Handlung ist es, von Peter Parker und Harry Osborne angeschmachtet und/oder gerettet zu werden. In späteren Adaptionen bekommt Mary Jane (beziehungsweise ihre Neuinterpretation) mehr zu tun und wird ein deutlich tatkräftigerer Charakter, aber an Tobey Maguires Seite hätt's halt auch eine Lampe getan.
7. „Der kleine Horrorladen“ (1986): Audrey
Audrey ist eine gierige, ambitionierte, menschenfressende Schurkin, die ... ach nee, Moment. Das war Audrey II, die Killerpflanze. Audrey I, Seymours Arbeitskollegin und Objekt seiner Begierde, ist schön, nett und passiv - buchstäblich ihre einzigen Charaktermerkmale. Seymour will Audrey beeindrucken und löst dadurch die gesamte Handlung aus, und Audrey ist halt ... auch da.
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