Wie Musiklegende Matthias Reim sich an die Spitze der Musikcharts sang
VonNicole Kurylonek
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„Verdammt, ich lieb‘ Dich“ verhalf Matthias Reim in den 90ern zu seinem Durchbruch. Danach folgte ein steiniger Weg mit einigen Schicksalsschlägen.
Korbach – Nachdem ZDF-Moderator Wim Thoelke ein Musiktape mit Matthias Reims Song „Verdammt, ich lieb‘ Dich“ erhielt, änderte sich das Leben der heutigen Musikikone mit einem Schlag. Über Nacht wurde der ehemalige Germanistikstudent zum Star.
Name:
Matthias Reim
Geburtstag/-ort:
26. November 1957 in Korbach/Nordhessen
Wohnort:
Stockach am Bodensee
Beruf:
Sänger und Songwriter
(Ex-)Partnerinnen:
Miriam Reim, Margot Scheuermeyer, Michelle, Sarah Stanek, Christin Stark
Doch das Leben im Musikbusiness war für den Schlagersänger nicht immer einfach: Reim hatte nicht nur mit finanziellen, sondern auch gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Wie der Musiker die Schwierigkeiten überstand und sich seinen Weg zurück auf die Bühne erkämpfte, lesen Sie hier.
Matthias Reims Anfänge im Showgeschäft
Am 26. November 1957 kam Matthias Reim als Sohn eines Oberstudiendirektors im nordhessischen Korbach zur Welt. Nach seinem Abitur im Jahr 1976 begann der Sänger, auf Drängen seines Vaters Germanistik und Anglistik an der Göttinger Universität zu studieren. Schon während der Lehre entdeckte der Hobbymusiker seine Liebe zur Musik. Er war Mitglied verschiedener Bands, mit denen er jedoch keine Erfolge feierte.
1980 brach der Vollblutmusiker sein Studium ab, um sich komplett auf seine Musik zu konzentrieren. Nach der Veröffentlichung seiner ersten Solo-Single „Von fernen Sternen“ im Jahr 1984 arbeitete Reim als Songwriter für verschiedene deutschsprachige Künstler, darunter Roy Black, Jürgen Drews und Tina York.
Mit „Verdammt, ich lieb‘ Dich“ landet Matthias Reim 1990 seinen ersten Hit
Eigentlich war „Verdammt, ich lieb‘ Dich“ nicht Matthias Reims Song: Komponiert hat der Musiker den Titel für seinen Schlagerkollegen Bernhard Brink. Sein Musikerfreund lehnte den Song ab, da er ihm zu „modern“ war, wie Brink gegenüber der BILD aussagte. Trotzdem glaubte Reims Kollege an den Song. Er schickte dem ZDF-Moderator Wim Thoelke ein Tape der Musikaufnahme – eingesungen von Matthias Reim. Damit kam die Karriere des Songwriters ins Rollen.
Der ZDF-Moderator fand Gefallen an dem Song und lud Matthias Reim am 18. April 1990 in seine Sendung „Der große Preis“ ein. Danach änderte sich das Leben von Matthias Reim auf einen Schlag. „Verdammt, ich lieb‘ Dich“ kletterte auf den ersten Platz der deutschen Musikcharts. Die Single war ein Verkaufsschlager: Sie verkaufte sich bis heute über 2,5 Millionen Mal und wurde auf fünf weiteren Sprachen neu veröffentlicht.
Langsamer Fall des Newcomers Matthias Reim
Nach seinem ersten Album „Reim“, auf dem auch die Hitsingle des Sängers zu finden ist, folgte schnell die zweite Platte („Reim 2“) und eine ausverkaufte Tour. Danach zog der Musiker sich aus dem Showgeschäft zurück. 1993 veröffentlichte Matthias Reim sein drittes Studioalbum „Sabotage“ und 1994 „Zauberland“, welches ein Jahr später auch in Kanada mit dem englischsprachigen Titel „Wonderland“ veröffentlicht wurde.
Trotzdem schafften die neuen Produktionen es nicht mehr unter die Top Ten. Bis 2007 veröffentlichte der Vollblutmusiker acht weitere Platten. Nur zwei davon („Reim 3“ aus dem Jahr 2003 und „Unverwundbar“ von 2005) schaffen es unter die ersten zehn Plätze und erhielten den Goldstatus.
Pleite nach Höhepunkt: Matthias Reims Kampf gegen die Insolvenz
2006 dann der damalige Tiefpunkt des Musikers: er hatte 13 Millionen Euro Schulden und war gezwungen, Insolvenz anzumelden. Grund dafür war laut Reims Angaben sein ehemaliger Manager. Dieser verfügte eine Vollmacht über seine Finanzen und Geschäfte - und verkalkulierte sich bei Investitionen. Das soll zum finanziellen Ruin des Musikers geführt haben. Davon hat Matthias Reim sich aber nicht einschüchtern lassen. Der Schlagersänger meisterte die schwierige Phase mit Bravour: seit 2010 ist er schuldenfrei.
Matthias Reims Comeback: Neue Nummer-eins-Platte
Nach dem Tiefpunkt kehrte Matthias Reim gestärkter zurück auf die Bühne. Mit einer neuen Plattenfirma veröffentlichte der Rockstar 2010 sein Album „Sieben Leben“ (Goldstatus). 2013 folgt „Unendlich“ (Platinstatus) – sein erstes Nummer-eins-Album seit „Reim“. Er hat heute mehr als 6,1 Millionen Platten verkauft. Außerdem verzeichnet Matthias Reim eine lange Liste an Musik-Auszeichnungen:
Löwe von Radio Luxemburg – 1990 (Gold für „Verdammt, ich lieb‘ Dich“)
Bravo Otto – 1990 und 1991 (in beiden Jahren Gold in der Kategorie „Sänger“)
Goldene Stimmgabel – 1990, 1991, 1992, 2004
RSH-Gold – 1991 (Kategorie „Künstler National“)
Ballermann-Award – 2011 (Kategorie „Lebenswerk“)
Auch in Talkshows ist die Ikone bis heute gerne vertreten und auf Schlagerevents darf die Musiklegende nicht fehlen.
Herzmuskelentzündung und Burnout: Die gesundheitlichen Rückschläge der Schlagerlegende
2015 dann ein neuer Schock: der Körper von Matthias Reim machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Eine diagnostizierte Herzmuskelentzündung zwingt ihn in die Knie, der Musiker schwebt in Lebensgefahr. Seiner Gesundheit zuliebe sagte er alle Auftritte ab. Es dauerte fünf Monate, bis Matthias Reim sich wieder erholte.
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2022 dann ein erneuter Rückschlag – Diagnose: Burnout. Reim gönnte sich eine weitere Auszeit, um sich vollends zu erholen. Danach stieg der Schlagerstar wieder auf die Bühne und sang sich zurück in die Herzen seiner Fans.
„Verdammt, ich lieb‘ Dich“: Die Frauen an Matthias Reims Seite
Auch das Liebesleben von Matthias Reim war schon immer turbulent: Der Musiker hat heute sieben Kinder von insgesamt sechs verschiedenen Frauen. Von seiner ältesten Tochter Claudia Reim (geb. 1973) erfuhr der Sänger erst 2015. Die Mutter des Kindes ist bis heute nicht öffentlich bekannt. Mit seiner ersten Ehefrau Miriam Reim bekam er 1987 seinen Sohn Bastian. Ihm widmete der Musiker seinen Song „Bastian (Blaulicht in der Nacht)“. Aus seiner zweiten Ehe mit Margot Scheuermeyer entstand 1996 Sohn Julian Reim, der heute ebenfalls als Schlagersänger auf deutschen Bühnen unterwegs ist. Die Ehe ging nach mehreren Jahren in die Brüche.
Während der ZDF-Hitparade im Jahr 1999 lernte Reim Schlagersängerin Michelle kennen und lieben. Gemeinsam eroberte das Musikduo die deutschen Schlagerherzen. Ein Jahr später dann das gemeinsame Glück des frisch verliebten Paars: Tochter Marie Reim kommt zur Welt. Doch auch diese Beziehung währt nicht ewig. Nach zwei Jahren die Schock-Nachricht für Fans: die Liebe ist erloschen und das Schlagerpaar getrennt.
Gegenüber der Bunte verriet Michelle: „Er ist nicht da, wenn man ihn braucht. Unter einem richtigen Mann stelle ich mir einen vor, der Verantwortung für seine Familie trägt.“ Doch wie heißt es so schön: The show must go on – und so zieht das Ex-Schlagerpärchen in Sachen Musik weiter an einem Strang.
Schlagerduo Matthias Reim und Michelle trotz Trennung ein Team
Das ehemalige Liebespaar tritt weiterhin gemeinsam auf und veröffentlicht 2002 sogar zusammen den Kassenschlager „Idiot“. 2018 folgte ihr Hit „Nicht verdient“. Tochter Marie ist heute ebenfalls als Schlagermusikerin aktiv. Gemeinsam mit Mutter Michelle veröffentlichte sie 2022 den Song „Vier Hände, zwei Herzen“.
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2004 heiratete Matthias Reim seine damalige dritte Ehefrau Sarah Stanek. Die Ehe hielt neun Jahre und sie bekamen zwei Kinder: Romeo (geb. 2004) und Romy (geb. 2008). Im Jahr 2012, also noch während der Ehe mit Stanek, hatte Reim eine Affäre mit seiner jetzigen Ehefrau Christin Stark. 2013 verließ er Stanek für seine jetzige Lebensgefährtin.
2021 dann die große Überraschung beim „Schlagerbooom“-Auftritt von Matthias Reim und Christin Stark: Das Pärchen verkündet, dass sie 2020 still und heimlich geheiratet haben - und dass Nachwuchs im Hause Reim erwartet wird. 2022 kam Sprößling Zoe Reim dann endlich zur Welt. Heute ist die Patchwork-Familie in Stockach am Bodensee wohnhaft. Verwendete Quellen:universal-music.de, schlager.de schlagerplanet.com, bunte.de, bild.de