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ESC-Fans endlich erhört? NDR könnte Eurovision-Vorentscheid abgeben

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Bahnt sich bei der ARD die große Sensation an? Seit Jahrzehnten ist der NDR für den „Eurovision Song Contest“-Vorentscheid zuständig – doch das könnte sich bald ändern …

Hamburg – Wirklich erfolgreich war Deutschland beim „Eurovision Song Contest“ (ESC) zuletzt nicht. Weil man inzwischen unsagbar oft auf den hinteren Plätzen landete, wuchs die Kritik am NDR, der für den Vorentscheid zuständig ist, stetig. Nach fast 30 Jahren könnte sich bald einiges ändern.

„Eurovision Song Contest“ bald bei anderem Sender? NDR könnte Vorentscheid abgeben

Seit 1996 führt für deutsche ESC-Teilnehmer kein Weg am NDR vorbei: Die der ARD unterstellte Landesrundfunkanstalt erlebte mit dem „Eurovision Song Contest“ Höhen und Tiefen, darunter Lena Meyer-Landruts (32) Sieg in Oslo 2010. Dieser Erfolg liegt allerdings Jahre zurück, inzwischen ist der Unmut von Fans und sogar Vorentscheid-Teilnehmern groß. Ballermann-Star Ikke Hüftgold (46) kündigte etwa zuletzt an, künftig zur Not „für ein anderes Land“ anzutreten.

Militärparade, „Frösche“ und Dark-Rocker: Das waren die verrücktesten Kostüme beim ESC 2023

Luke Black mit seinem Auftritt für Serbien beim ESC 2023 in Liverpool.
Früh am Abend brachte Luke Black (Serbien) das Publikum in Grübeln. Als fünfter Act beim ESC 2023 in Liverpool machte der 30-Jährige vorrangig wegen seiner bizarren und düsteren Performance von sich reden. © Jessica Gow/Imago
Luke Black mit seinem ESC-Auftritt für Serbien 2023.
Vor allem die Outfits seiner Background-Tänzer fielen dabei auf. © Jessica Gow/Imago
Gustaph mit „Because Of You“ trat für Belgien beim ESC 2023 an.
Mit einem Hauch von Rosa und einer starken Soul-Stimme heizte Gustaph (Belgien) das Publikum in Liverpool ein. Sein poppiger Song „Because Of You“ war nicht nur was für die Ohren.  © Sanjin Strukic/Imago
Käärijä mit seinem Song „Cha cha cha“ für Finnland beim ESC 2023.
Als Titel-Favorit Käärijä mit „Cha cha cha“ auf die Bühne in Liverpool kam, wurde es laut. Und wild. Und bunt. Der skurrile Auftritt Finnlands ist wohl der denkwürdigste des ESC-Abends 2023.  © Vesa Moilanen/Imago
Finnlands Auftritt beim ESC 2023
„Der grüne Frosch und seine pinken Ballerinas“ - so umschrieb ESC-Legende Peter Urban Käärijä, der mit „Cha cha cha“ für Finnland auftrat und die Bühne im Liverpool zum Beben brachte. © Vesa Moilanen/Imago
Pasha Parfeny für Moldavien beim ESC 2023
2012 nahm Pasha Parfeny schon einmal am ESC teil. Elf Jahre später legte er in Liverpool mit seinem Auftritt noch einmal eine Schippe drauf – und hüllte sich in auffällige Gewänder. Nur noch auffälliger: die Frisuren seiner Tänzerinnen und sein maskierter Flötist. © Jessica Gow/Imago
Let 3 ging für Kroatien beim ESC 2023 ins Rennen
Auffällig – gelinde gesagt – war auch der Auftritt der kroatischen Teilnehmer „Let 3“. Bunte Anzüge und Kleider, Schnauzbärte und Hüte. © Sanjin Strukic/Imago
Let 3 für Kroatien beim ESC 2023.
Auch in der Totalansicht noch skurril: dabei ist die Botschaft der Performance, die irgendwas zwischen Dragqueen und absurde Militärparade ist, ernst: Diktatoren sind Witzfiguren. Ein Antikriegslied. © Sanjin Strukic/Imago
Tvorchi für die Ukraine beim ESC 2023.
Gänsehaut pur: Die Band „Tvorchi“ ging für Titelverteidiger Ukraine ins Rennen und verzauberte beim Heimspiel in der Fremde mit Gesang, Choreografie und Lichter. © Sanjin Strukic/Imago
Lord Of The Lost für Deutschland beim ESC 2023.
Und natürlich nicht zu vergessen: Lord of the Last. Geht es um auffällige Outfits, steht der deutsche Vertreter dem finnischen ESC-Favoriten in nichts nach. © Sanjin Strukic/Imago

Wie DWDL.de nun exklusiv berichtet, könnten die ESC-Tage des NDR allerdings bald gezählt sein: In Hamburg spielt man offenbar mit dem Gedanken, den „Eurovision Song Contest“-Vorentscheid 2025 abzugeben. In diesem Fall soll das Event allerdings dennoch in der ARD-Familie bleiben: Mit dem MDR, der vor allem dank großer Schlagershows bereits reichlich Erfahrung mit Musiksendungen sammeln durfte, steht ein vielversprechender Nachfolger in den Startlöchern – zumindest theoretisch …

Deutschlands Bilanz bei den letzten fünf ESC-Wettbewerben

2023: Lord of the Lost – „Blood & Glitter“ (Platz 26 von 26)
2022: Malik Harris – „Rockstars“ (Platz 25 von 25)
2021: Jendrik – „I Don‘t Feel Hate“ (Platz 25 von 26)
2019: S!isters – „Sister“ (Platz 25 von 26)
2018: Michael Schulte – „You Let Me Walk Alone“ (Platz 4 von 26)

Baldige Änderung bei ESC-Vorentscheid? MDR und NDR schweigen eisern

Denn wie DWDL.de in Erfahrung brachte, ist eine Übernahme des ESC-Vorentscheids zumindest offiziell kein Thema beim MDR. Das bestätigte ein Sprecher am Dienstagabend (5. September): „Dazu gibt es keinerlei Gespräche und das ist derzeit auch kein Thema für den MDR.“ Auch beim NDR hielt man sich entsprechend bedeckt, erklärte lediglich: „Der NDR bereitet derzeit das ESC-Auswahlverfahren für 2024 vor und wird in den nächsten Tagen erste Details dazu veröffentlichen. Damit ist der NDR auch 2024 für den deutschen Beitrag im ESC-Finale verantwortlich.“

Die Kritik am ESC-Vorentscheid wurde zuletzt immer lauter. Der NDR könnte nun, nach mehreren Jahrzehnten, diese so schwierige Aufgabe an einen anderen Sender abtreten

2025 könnte das allerdings ganz anders aussehen. Als mögliche Option stünde in Zukunft dann etwa eine Rotation innerhalb der ARD-Senderfamilie zur Diskussion – die Kritik am NDR könnte so erst einmal zum Verstummen gebracht werden. Auch beim Schwestersender ZDF tut sich einiges: Für die Kultserie „Der Bergdoktor“ hat man jüngst gleich drei neue Stars verpflichtet. Verwendete Quellen: dwdl.de, eurovision.de

Rubriklistenbild: © Marc John/Imago

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