- VonDavid Maciejewskischließen
Ein Mann vergräbt sich im Schnee, um die Nacht zu überstehen. Doch wie sinnvoll ist diese Rettungsaktion aus „Die Bergretter“ Folge 5?
Dortmund – Dass in der Serie „Die Bergretter“ nicht unbedingt alles realistisch sein muss, ist keine Überraschung. Viele Rettungsaktionen würden im echten Leben so nicht ausgeführt werden, verriet ein Mitarbeiter der Bergwacht bereits gegenüber merkur.de. Auch in der Folge „Dünnes Eis“ aus Staffel 15 gibt es eine nicht ganz so passende Rettungsaktion, wie RUHR24 weiß.
„Das ist unsinnig“: Experte bewertet Rettungsaktion in „Die Bergretter“ Folge 5
In Folge 5 von „Die Bergretter“ verliert Markus Tobias und Katharina. Der von Sebastian Ströbel gespielte Teamleiter verscherzt es sich mit seinem besten Freund (gespielt von Markus Brandl), nachdem er ihm im Eifer des Gefechts schwere Vorwürfe macht. Auch Katharina (Luise Bähr) zieht sich zurück, nachdem sie von seinen Gefühlen für Alexandra (Viktoria Ngotsé) erfährt.
Rund um das persönliche Drama bei den Bergrettern gilt es natürlich auch Leben zu bewahren. Nach einem Helikopterabsturz ist Michi (Robert Lohr) schwer verletzt. Lutz Stritzinger (gespielt von Tom Radisch) geht Hilfe holen und stürzt dabei ab. Auch er verletzt sich schwerer und muss alleine die Nacht bei Minustemperaturen im Schnee überstehen.
„Tatsächlich Unsinn“: Experte des Deutschen Alpenvereins sieht „Bergretter“-Szene kritisch
Der Schauspieler Tom Radisch, der eine kleine Rolle in Folge 5 von „Die Bergretter“ hat, dürfte dem ein oder anderen bekannt vorkommen. Als Lutz kriecht er schließlich unter einen Felsen und bedeckt seinen Körper mit Schnee, um zu überleben. Doch wie realistisch ist diese Vorgehensweise? RUHR24 hat beim Deutschen Alpenverein nachgefragt.
„Wenn er sich komplett einfach eingegraben hätte, dann wäre es tatsächlich Unsinn“, bewertet Thomas Bucher vom DAV die Szene (Anm. der Red.: Thomas Bucher lag die Szene nur als Beschreibung und nicht als Bewegtbild vor). Grundsätzlich sagt der Experte aber: „Was man schon versucht, wenn man im Winter überleben will, ist, dass man sich eine Schneehöhle gräbt.“
Video: „Die Bergretter“ im ZDF – seit 2009 auf gefährlicher Mission
Rettungsaktion in „Die Bergretter“ Folge 5: Experte des DAV verrät, wie es richtig geht
In der Form, wie es in Folge 5 von „Die Bergretter“ geschehen ist, scheint es demnach nicht ganz richtig zu sein. Aber: „Das Wichtigste ist jedenfalls einfach vor dem Oberflächenwind geschützt zu sein.“ Das tut Lutz in der Szene immerhin, als er unter einen Felsen kriecht (mehr News über „Die Bergretter“ auf RUHR24).
Statt sich mit Schnee zuzudecken, empfiehlt der Experte des DAV eine andere Vorgehensweise: „Also wenn ich drei Seiten mit Felsen um mich herum habe, dann würde ich vor mir einfach noch eine Schneemauer bauen“, erklärt er. Neben der nicht ganz richtigen Umsetzung der Selbsthilfe, scheint in der ZDF-Serie noch mehr nicht zu stimmen: Die Fans der Bergretter sind enttäuscht von der aktuellen Staffel.