VonArmin T. Linderschließen
Deutschland würde sich auch gerne dort sehen. Doch bei den Wettquoten für den ESC 2024 liegt plötzlich eine Nachbarnation ganz vorn.
Malmö/Bern – Der Eurovision Song Contest rückt näher: Am 11. Mai kämpfen die Nationen beim ESC-Finale in Malmö um Europas Liedkrone, zuvor müssen sich am 7. Mai und am 9. Mai noch die meisten Länder über Halbfinals qualifizieren. Eine lockere Sache dürfte der Einzug in die Endausscheidung für eine deutsche Nachbarnation sein, für die dort allzu oft Schluss war: die Schweiz.
Der letzte Sieg ist eine halbe Ewigkeit her: 1988 schmetterte sich Céline Dion zum Triumph. Seit 1994 kann man die Schweiz hingegen durchaus als chronisch erfolglos bezeichnen. Nur dreimal gelang in der Zeit eine Top-Ten-Platzierung. 2019 (Rang 4) und 2021 (Rang 3) sprangen sogar Top-Resultate raus. Doch sehr häufig war schon im Halbfinale Schluss.
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ESC 2024: Nemo aus der Schweiz bei Wettquoten plötzlich vorn
Diesmal könnte es allerdings mit dem großen Triumph klappen. Wie esc-kompakt.de und srf.ch berichteten, ist das Land am Montag (1.4.) auf den ersten Platz bei den ESC-Wettquoten 2024 vorgerückt. Und liegt dort auch noch eine Woche später: Die Seite eurovisionworld.com sammelt die Quoten diverser Anbieter und führt die Schweiz mit einer Sieg-Wahrscheinlichkeit von 24 % vor Kroatien (16 %) und Italien (13 %) ganz vorn.
Der Beitrag heißt „The Code“ und kommt von Nemo, einer 24-jährigen Person aus Biel, die sich laut einem Interview mit tagesanzeiger.ch als nonbinär identifiziert. Nemo freut sich über den Hype: „Das ist ein mega schönes Zeichen. Die Leute sind aufgeregt, glauben an den Song und das motiviert mich sehr“, wird Nemo vom SRF zitiert. Doch demütig heißt es auch: „Wir konzentrieren uns jetzt auf den Auftritt, sind am Proben und haben noch viel zu tun bis Malmö.“
ESC 2024: Schweiz denkt für Sieg-Fall schon über mögliche Austragungsorte 2025 nach
Doch man zeigt sich in der Schweiz dermaßen zuversichtlich, dass man bereits über einen potenziellen Austragungsort im Erfolgsfall nachdenkt. Laut Delegationsleiter Yves Schifferle wären unter anderem Zürich, Bern, Genf oder Basel ein Thema. Die zahlenerprobten Schweizer sind sogar schon am Rechnen: „Wir tauschen uns schon mal mit den Niederlanden, Portugal und Italien aus, um eine Übersicht zu bekommen, was der ESC kostet“, so Schifferle.
Und Deutschland? Könnte ein erneutes Desaster beim ESC drohen. Unter den 37 in der Wettquoten-Übersicht aufgeführten Beiträgen liegt „Always on the Run“ von Isaak auf Rang 31. Vorteil: Man muss sich wenigstens nicht allzu viele Gedanken über mögliche Austragungsorte und Kosten machen. Das Rahmenprogramm mit Barbara Schöneberger ist auf Sparflamme unterwegs. (lin) Verwendete Quellen: tagesanzeiger.ch, srf.ch, eurovisionodds.com, esc-kompakt.de
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