Man denkt schon über Sieg-Folgen nach

Gewinnt nonbinäre Person den ESC 2024? Chronisch erfolglose deutsche Nachbarnation nun Topfavorit

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Deutschland würde sich auch gerne dort sehen. Doch bei den Wettquoten für den ESC 2024 liegt plötzlich eine Nachbarnation ganz vorn.

Malmö/Bern – Der Eurovision Song Contest rückt näher: Am 11. Mai kämpfen die Nationen beim ESC-Finale in Malmö um Europas Liedkrone, zuvor müssen sich am 7. Mai und am 9. Mai noch die meisten Länder über Halbfinals qualifizieren. Eine lockere Sache dürfte der Einzug in die Endausscheidung für eine deutsche Nachbarnation sein, für die dort allzu oft Schluss war: die Schweiz.

Der letzte Sieg ist eine halbe Ewigkeit her: 1988 schmetterte sich Céline Dion zum Triumph. Seit 1994 kann man die Schweiz hingegen durchaus als chronisch erfolglos bezeichnen. Nur dreimal gelang in der Zeit eine Top-Ten-Platzierung. 2019 (Rang 4) und 2021 (Rang 3) sprangen sogar Top-Resultate raus. Doch sehr häufig war schon im Halbfinale Schluss.

ABBA, Celine Dion, Lena: Das sind die prominentesten ESC-Sieger der letzten Jahre

Musiker Alexander Rybak freut sich über seinen Sieg beim ESC 2009.
Der Gewinner von 2009: Alexander Ryback. © Jörg Carstensen/dpa
Die italienische Rockband Maneskin freut sich über ihren Triumph beim ESC 2021.
Schrill unterwegs: Das unkonventionelle Auftreten von Maneskin sorgte immer wieder für Aufsehen. © Soeren Stache/dpa
Grand Prix d'Eurovision: Nicole gewinnt mit ein bisschen Frieden
Die 17-jährige Schlagersängerin Nicole gewinnt zum ersten Mal für Deutschland den ESC. © dpa
Die schwedische Musikerin Loreen freut sich über ihren Sieg beim ESC 2012.
Loreen, Gewinnerin 2012 und heiße Kandidatin als Siegerin für 2023 © Jörg Carstensen/dpa
Sängerin Conchita Wurst beim ESC 2014.
Conchita Wurst sorgt mit ihrem Äußeren für Aufsehen. Sie setzt sich für Toleranz und Freiheit ein. © Jörg Carstensen/dpa
Die ESC-Siegerin von 2010, Lena Meyer-Landrut, posiert mit ihrer Trophäe.
Lena Meyer-Landrut: Siegerin für Deutschland beim ESC. © Jörg Carstensen/dpa
Udo Jürgens am Klavier im Rahmen seines Auftritts beim ESC 1966.
Udo Jürgens ist eine Ikone der deutschen Musik. © Ducklau/dpa
Der Sänger und Komponist Johnny Logan posiert anlässlich seines 65. Geburtstags.
Der Ire Johnny Logan war als Interpret und auch als Komponist beim ESC erfolgreich. © Jens Wolf/dpa
Sängerin Celine Dion während eines Konzerts in Krakau (Polen).
Celine Dion ist eine der größten Stars der ESC-Geschichte © Jacek Bednarczyk/dpa
Die schwedische Pop-Gruppe ABBA posiert für die Kamera.
Die wohl erfolgreichste ESC Gruppe: ABBA © Olle Lindeborg/Imago

ESC 2024: Nemo aus der Schweiz bei Wettquoten plötzlich vorn

Diesmal könnte es allerdings mit dem großen Triumph klappen. Wie esc-kompakt.de und srf.ch berichteten, ist das Land am Montag (1.4.) auf den ersten Platz bei den ESC-Wettquoten 2024 vorgerückt. Und liegt dort auch noch eine Woche später: Die Seite eurovisionworld.com sammelt die Quoten diverser Anbieter und führt die Schweiz mit einer Sieg-Wahrscheinlichkeit von 24 % vor Kroatien (16 %) und Italien (13 %) ganz vorn.

Der Beitrag heißt „The Code“ und kommt von Nemo, einer 24-jährigen Person aus Biel, die sich laut einem Interview mit tagesanzeiger.ch als nonbinär identifiziert. Nemo freut sich über den Hype: „Das ist ein mega schönes Zeichen. Die Leute sind aufgeregt, glauben an den Song und das motiviert mich sehr“, wird Nemo vom SRF zitiert. Doch demütig heißt es auch: „Wir konzentrieren uns jetzt auf den Auftritt, sind am Proben und haben noch viel zu tun bis Malmö.“

ESC 2024: Schweiz denkt für Sieg-Fall schon über mögliche Austragungsorte 2025 nach

Doch man zeigt sich in der Schweiz dermaßen zuversichtlich, dass man bereits über einen potenziellen Austragungsort im Erfolgsfall nachdenkt. Laut Delegationsleiter Yves Schifferle wären unter anderem Zürich, Bern, Genf oder Basel ein Thema. Die zahlenerprobten Schweizer sind sogar schon am Rechnen: „Wir tauschen uns schon mal mit den Niederlanden, Portugal und Italien aus, um eine Übersicht zu bekommen, was der ESC kostet“, so Schifferle.

Nemo vertritt die Schweiz beim ESC 2024.

Und Deutschland? Könnte ein erneutes Desaster beim ESC drohen. Unter den 37 in der Wettquoten-Übersicht aufgeführten Beiträgen liegt „Always on the Run“ von Isaak auf Rang 31. Vorteil: Man muss sich wenigstens nicht allzu viele Gedanken über mögliche Austragungsorte und Kosten machen. Das Rahmenprogramm mit Barbara Schöneberger ist auf Sparflamme unterwegs. (lin) Verwendete Quellen: tagesanzeiger.ch, srf.ch, eurovisionodds.com, esc-kompakt.de

Rubriklistenbild: © Ennio Leanza/dpa

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