Kritik an Ermittler-Wechsel beim „Tatort“: ARD verteidigt Strategie
Die Entscheidung, die Münchner „Tatort“-Ermittler in den Ruhestand zu schicken, hat offenbar nicht nur Altersgründe.
München – Vor einigen Tagen verkündete der Bayerische Rundfunk, dass es 2025 die letzten „Tatort“-Folgen mit den Münchner Kommissaren Ivo Batic und Franz Leitmayr zu sehen geben wird. Die Darsteller Miroslav Nemec (69) und Udo Wachtveitl (64) hören nach 35 Jahren und 100 Fällen auf. Eine Entscheidung, die bei den Fans unterschiedliche Reaktionen hervorruft.
„Tatort“: Ermittler-Wechsel hat auch finanzielle Gründe
Auf der Instagramseite „wiewardertatort“ äußern sie sich viele einfach nur traurig, viele aber auch verständnisvoll, dass es in Anbetracht des Alters in den Ruhestand geht. Doch nun vermeldet die „Bild“, dass es offenbar gar nicht nur am Alter liegt, dass das beliebte Ermittlerduo in Rente geschickt wird. Es soll auch eine finanzielle Entscheidung gewesen sein, da die Produktionskosten im TV-Bereich in den letzten Jahren offenbar deutlich gestiegen sind. Doch der „Tatort“ konnte auch immer wieder abräumen – wie am 7. Januar.
Die beliebtesten Tatort-Ermittler: Dauerbrenner und Kult-Figuren
So sei das Produktionsbudget für einen „Tatort“ durch höhere Löhne, höhere Energiekosten und Corona-Maßnahmen im Vergleich zu 2017 von 1,395 Millionen Euro auf 1,935 Millionen Euro gestiegen. Daher sollten nun auch unbekanntere Schauspieler zum Einsatz kommen, die weniger kosten. Doch wer wird beim „Tatort“ in die Fußstapfen von Nemec und Wachtveitl treten?
Eine Strategie, die laut dem ARD-Koordinator für Information, Fiktion und Unterhaltung Jörg Schönenborn (59) aufgeht, wie er „Bild“ gegenüber angab: „Der erneute Rekordmarktanteil des letzten Jahres bei gleichzeitig hohen Mediathekabrufen zeigt, dass die Mischung stimmt – aus vertrauten und neuen Schauspielerinnen und Schauspielern sowie Themen – und den hohen Ansprüchen des Publikums standhält.“ Es gebe aber unterschiedliche Gründe dafür, welche Ermittlerteams sich verabschiedeten.
Allerdings sind die alten Ermittler momentan auch noch zu sehen und sorgten für die höchsten Einschaltquoten im vergangenen Jahr. Ob dies dann auch weiterhin so bleibt, wenn es immer häufiger unbekanntere Schauspieler zu sehen gibt, wird sich dann wohl zeigen. Letztendlich wird es wohl davon abhängen, ob es den neuen Gesichtern im Laufe der Zeit gelingt, so beliebt zu werden wie ihre Vorgänger. Eine historische Marke werden die Münchner Kult-Ermittler bis dahin aber noch knacken. (cso)Verwendete Quellen: bild.de, merkur.de, web.de, instagram „wiewardertatort“