„Es könnte am Geld liegen“

„Tatort“-Darsteller packen aus: Das steckt wirklich hinter den Massen-Rauswürfen

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„Avatar“ war der letzte „Tatort“ für Annalena Schmidt und Peter Espeloer. Doch wie die beiden nun verraten, wurden sie aus finanziellen Gründen in Zwangsrente geschickt.

Ludwigshafen – Zuerst Heike Makatsch (52), dann Dagmar Manzel (65) und Axel Milberg (67), nun müssen sich „Tatort“-Fans schon wieder von zwei TV-Kommissaren verabschieden. Am Sonntag (7. Januar 2024) ermittelten „Edith Keller“ und „Peter Becker“ das letzte Mal in Ludwigshafen. Die beiden Darsteller Annalena Schmidt (72) und Peter Espeloer (63) verraten nun, dass sie nicht ganz freiwillig in Krimi-Rente gehen und was wirklich hinter den ganzen „Tatort“-Ausstiegen steckt.

„Das war nicht unsere Entscheidung“: „Tatort“-Stars rechnen mit der ARD ab

1998 kamen Annalena Schmidt und Peter Espeloer mit dem „Tatort: Engelchen flieg“ ins ARD-Ermittlerteam aus Ludwigshafen – nun ist Schluss. „Avatar“ am 7. Januar war ihr letzter Einsatz. Doch wie beide gegenüber Die Rheinpfalz verrieten, war ihr Ausstieg nicht ganz freiwillig. „Das war nicht unsere Entscheidung“, so Peter Espeloer. Auch Annalena Schmidt hätte gerne weitergemacht, beschwichtigt aber: „25 Jahre sind eine lange Zeit. Es ist im Prinzip völlig in Ordnung“.

Stefan Frank, Martin Gruber, Wolf Sander: Die kultigsten Serien-Ärzte aller Zeiten

Stefan Frank, Martin Gruber und Wolf Sander zählen bis heute zu den kultigsten Serienärzten.
Stefan Frank, Martin Gruber, Wolf Sander: In der deutschsprachigen Fernsehwelt gibt es unzählige legendäre Serienärzte. © IMAGO/United Archives; ZDF/Erika Hauri; ZDF/Mirko Friebel (Fotomontage)
Sigmar Solbach steht als Dr. Stefan Frank vor der Kamera.
Im Arztkittel und immer bereit, alles für seine Patienten zu tun: So kennen Zuschauer Dr. Stefan Frank (Sigmar Solbach). Von 1995 bis 2001 zeigte RTL Geschichten aus dem Leben vom „Arzt, dem die Frauen vertrauen“, bei denen es neben dem Alltag im Krankenhaus auch stets über das Privatleben des Mediziners ging. © IMAGO/United Archives
Hans Sigl spielt bei „Der Bergdoktor“ die Rolle des Dr. Martin Gruber.
Seit 2008 verkörpert Hans Sigl bei „Der Bergdoktor“ die Rolle des Dr. Martin Gruber – und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Im Leben des sympathischen Landarztes geht es stets turbulent und dramatisch zu, aber für jede Menge Heimatfeeling ist trotzdem gesorgt. © ZDF/Erika Hauri
Vor Hans Sigl spielte Gerhard Lippert die Rolle des Bergdoktors.
Vor Hans Sigl spielte Gerhard Lippert (l.) die Rolle des Bergdoktors. In der von 1992 bis 1997 bei Sat.1 ausgestrahlten gleichnamigen Serie begeisterte er als Dr. Thomas Burgner die Zuschauer. © IMAGO/United Archives
Nick Wilder ist als Schiffsarzt Dr. Sander beim ZDF-Traumschiff zu sehen.
Wie auch die beiden Bergdoktoren praktizierte Dr. Wolf Sander (Nick Wilder, r.) abseits einer gewöhnlichen Praxis. Denn von 2011 bis 2020 war er Schiffsarzt auf dem ZDF-Traumschiff und erlebte mit Kapitän Max Parger (Florian Silbereisen, l.) etliche Abenteuer bei Wellengang. © ZDF/Mirko Friebel
In der ZDF-Serie „Der Landarzt“ spielte Christian Quadflieg die Rolle des Dr. Karsten Mattiesen.
Stolze 22 Staffeln wurden von „Der Landarzt“ zwischen 1987 und 2013 produziert. Von den diversen Protagonisten der ZDF-Serie gilt Dr. Karsten Mattiesen (Christian Quadflieg) heute als absoluter Kult und sein Serientod am Ende von Staffel vier erschütterte Zuschauer zutiefst. © dpa/Horst Ossinger
Die Handlung von „Die Schwarzwaldklinik“ war eine echte Familienangelegenheit.
Die Handlung von „Die Schwarzwaldklinik“ war eine echte Familienangelegenheit. Im Zentrum der von 1985 und 1989 ausgestrahlten Serie standen Dr. Udo Brinkmann (Sascha Hehn) und seine Eltern Dr. Christa Brinkmann (Gaby Dohm) und Prof. Dr. Klaus Brinkmann (Klausjürgen Wussow). Vater, Mutter und Sohn im selben Beruf zu sehen, verlieh dem ZDF-Format eine ganz besondere Dynamik. © dpa/dpaweb/Rolf Haid
Im Vergleich zum „Landarzt“ und „Bergdoktor“ ähnelte „Doctor‘s Diary“ mehr den großen US-amerikanischen Krankenhausserien.
Im Vergleich zum „Landarzt“ und „Bergdoktor“ ähnelte „Doctor‘s Diary“ mehr den großen US-amerikanischen Krankenhausserien. Im Zentrum der Handlung stand das Berufsleben von Dr. Greetchen Haase (Diana Amft, m.), Dr. Marc Meier (Florian David Fitz, l.) und ihren Kollegen – und natürlich auch jede Menge Liebesdrama.  © dpa/Karlheinz Schindler
Christine Urspruch war von 2014 bis 2019 im ZDF in der Arztserie „Dr. Klein“ zu sehen.
„Tatort“-Zuschauer kennen Christine Urspruch als Rechtsmedizinerin Silke Haller – von 2014 bis 2019 war sie aber im ZDF in ihrer ganz eigenen Arztserie „Dr. Klein“ zu sehen. Darin verkörperte sie die Rolle der kleinwüchsigen Dr. Valerie Klein. Gleich zwei Arztrollen auf dem Lebenslauf zu haben – keine schlechte Leistung. © dpa/Wolfram Kastl
Ulrich Reinthaller steht als Dr. Markus Kampmann bei „Hallo, Onkel Doc!“ vor der Kamera.
Der Beginn von „Hallo, Onkel Doc!“ ist ziemlich tragisch: nach einer missglückten OP, bei der eine seiner Patientinnen starb, kehrt Kinderchirurg Dr. Markus Kampmann (Ulrich Reinthaller) von den USA nach Heidelberg zurück, wo er fortan im Krankenhaus arbeitet. Auch dort muss er sich vielen Herausforderungen stellen – am Ende gehen die Dinge aber meistens doch gut aus für den sympathischen Arzt. © IMAGO/United Archives
Mehr als 100 Folgen umfasste die ARD-Serie „Praxis Bülowbogen“, in der der Berliner Arzt Dr. Peter Brockmann (Günther Pfitzmann) im Mittelpunkt stand.
Mehr als 100 Folgen umfasste die ARD-Serie „Praxis Bülowbogen“, in der der Berliner Arzt Dr. Peter Brockmann (Günther Pfitzmann) im Mittelpunkt stand. 1996 liefen die letzten Episoden rund um den taffen Mediziner und seine Kollegen – die Praxis in der Bülowstraße bekam das Fernsehpublikum aber auch weiterhin zu sehen. © IMAGO/United Archives
Als Nachfolgeserie von „Praxis Bülowbogen“ steht bei „Dr. Sommerfeld – Neues vom Bülowbogen“ der Nachfolger von Peter Brockmann im Mittelpunkt: Peter Sommerfeld (Rainer Hunold).
Als Nachfolgeserie von „Praxis Bülowbogen“ steht bei „Dr. Sommerfeld – Neues vom Bülowbogen“ der Nachfolger von Peter Brockmann im Mittelpunkt: Peter Sommerfeld (Rainer Hunold). Aus der Gruppe der vielen deutschen Serienärzte sticht er vor allem durch seine Hilfsbereitschaft hervor und scheut sich nicht davor, auch in seiner Freizeit für seine Patienten da zu sein. © IMAGO/POP-EYE
„In aller Freundschaft“ läuft seit 1998 in der ARD.
In gewisser Weise ist „In aller Freundschaft“ sowas wie das deutsche „Grey‘s Anatomy“. Seit 1998 zeigt die ARD wöchentlich neue Folgen aus der „Sachsenklinik“. Obwohl sich die Besetzung über die Jahre hinweg stark verändert hat, ist einer seit der ersten Stunde an dabei: Dr. Roland Heilmann (l., Thomas Rühmann).  © IMAGO/United Archives
Aus der ARD ist „In aller Freundschaft“ nicht mehr wegzudenken. Weil die Show so erfolgreich ist, gibt es inzwischen auch den Ableger „Die jungen Ärzte“.
Aus der ARD ist „In aller Freundschaft“ heute nicht mehr wegzudenken. Weil die Show so erfolgreich ist, gibt es inzwischen auch den Ableger „Die jungen Ärzte“. Im Zentrum der Handlung stehen die Mediziner des Johannes-Thal-Klinikums in Erfurt, allen voran Dr. Matteo Moreau (3.v.l., Mike Adler) und Prof. Dr. Karin Patzelt (2.v.r., Marijam Agischewa). © ARD/Markus Nass
Auch in der ARD-Serie „Familie Dr. Kleist“, die zwischen 2004 und 2020 im Ersten lief, ist das Privatleben von Hauptfigur Dr. Christian Kleist (Francis Fulton-Smith) stets zentrales Thema.
In den meisten Arztserien – sei es „Grey‘s Anatomy“ oder „Der Bergdoktor“ – steht neben dem stressigen Klinikalltag auch das Leben der Ärzte im Vordergrund. Auch in der ARD-Serie „Familie Dr. Kleist“, die zwischen 2004 und 2020 im Ersten lief, sind das Privatleben und die Familie von Hauptfigur Dr. Christian Kleist (Francis Fulton-Smith) stets zentrales Thema. © ARD/Volker Roloff
Die letzte Folge von „Herzschlag – Das Ärzteteam Nord“ liegt zwar schon mehr als 20 Jahre zurück, an die souveränen und tapferen Charaktere der ZDF-Serie erinnern sich aber heute bestimmt noch viele.
Die letzte Folge von „Herzschlag – Das Ärzteteam Nord“ liegt zwar schon mehr als 20 Jahre zurück, an die souveränen und tapferen Charaktere der ZDF-Serie erinnern sich aber heute bestimmt noch viele. Hauptfigur der in Husum spielenden Serie war Dr. Tilman Behrens (Silvan-Pierre Leirich, r.), der im Klinikum Nord im Ärzteteam von Prof. Dr. Roland Wagner (Christoph Quest, l.) arbeitete. © IMAGO/United Archives

Überraschend kam das TV-Aus aber trotzdem. „Es kam für uns beide doch überraschend, dass jetzt der Schlussstrich gezogen wurde. Weil die Redaktion eigentlich gerade in den letzten Jahren den Teamgedanken im Kommissariat stärker entwickelt hat und wir stärker integriert wurden“, so Schmidt weiter. Letztendlich war es wohl eine finanzielle Entscheidung, vermutet die „Edith Keller“-Darstellerin.

Schon gewusst? Diese Promis hatten schon Gastauftritte im „Tatort“

1970 flimmerte die erste Tatort-Folge über die deutschen TV-Bildschirme. Heute hat die Krimi-Reihe Kultstatus erreicht und auch einige deutsche Promis ergriffen die Möglichkeit, einmal beim Tatort mitzuspielen. Joshua Kimmich spielte 2022 im „Tatort: Hackl“ einen Fitnesstrainer. In „Tatort: Alles kommt zurück“ spielte Udo Lindenberg 2021 sich selbst. 2015 spielte Helene Fischer in „Der große Schmerz“ eine ukrainische Kriminelle. Und Schlager-Kollege Roland Kaiser war in „Summ, summ, summ“ 2013 als Schlagerstar Roman König zu sehen.

„Könnte am Geld liegen“: Waren Annalena Schmidt und Peter Espeloer der ARD zu teuer?

„Es könnte am Geld liegen“, so Annalena Schmidt. Die älteren Schauspieler seien der ARD ganz einfach zu teuer, wie sie mutmaßt. „Weil wir vor 25 Jahren ja noch ordentliche Gagen ausgehandelt haben. Heute kriegen jüngere Leute nicht das Geld, das wir gekriegt haben“, so die ehemalige „Tatort“-Schauspielerin. Ein weiterer Grund könnte aber auch sein, dass der „Tatort“ jünger werden soll. „Es soll ‚jünger und diverser‘ werden, weil das so der Trend ist“, verrät sie. Ob die beiden „Tatort“-Urgesteine nun tatsächlich durch junge Kommissare ersetzt werden, ist noch nicht bekannt.

ARD/SWR TATORT: AVATAR, Fernsehfilm Deutschland 2024, am Sonntag (07.01.24) um 20:15 Uhr im ERSTEN. Annalena Schmidt und Peter Espeloer nehmen mit dem „Tatort – Avatar“ Abschied vom Lena-Odenthal-Tatort, in dem sie über Jahrzehnte die Sekretärin Frau Keller und den Kriminaltechniker Peter Becker gespielt haben.

Apropos „Tatort“: Im neuen Münster-„Tatort“ wurde gelogen, dass sich die Balken biegen. Entsprechend wirr mutete die Handlung an – zu viel des Guten, selbst für manch sonst so eingefleischten „Tatort“-Zuschauer. Verwendete Quellen: Interview „Die Rheinpfalz“, ARD

Rubriklistenbild: © SWR/Christian Koch

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