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Die Tierschutzorganisation PETA fordert, dass das Dschungelcamp vegan wird. RTL hat nun Stellung dazu bezogen. RUHR24 klärt über das Thema auf.
Dortmund – „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ zählt seit 2004 zu den erfolgreichsten Formaten von RTL. In diesem Jahr feiert das Dschungelcamp 20. Geburtstag, die neue Staffel bekommt eine drastische Änderung. Eine Sache ist jedoch seit dem Start der Kult-Show unverändert: RTL kassiert regelmäßig Kritik für die Dschungelprüfungen. Nun hat der Sender gegenüber RUHR24 Stellung bezogen.
RTL wehrt sich gegen Dschungelcamp-Vorwürfe: „Musste kein Tier extra sterben“
Konkret dreht es sich bei den Vorwürfen um das Fleisch, welches in den einzelnen Dschungelprüfungen eine Rolle spielt. Immer wieder äußern sich Tierschützer kritisch zum Umgang mit den Tierprodukten. Zum Start der 17. Staffel des Dschungelcamps am 19. Januar hat die Tierschutzorganisation PETA nun ein besonderes Angebot gemacht.
„Für eine tierfreundliche und vegane Gestaltung der Show“ biete die Organisation dem Sender RTL nach eigenen Angaben 100.000 Euro. Damit wolle man verhindern, dass wiederholt Tiere für die Show leiden müssen. „Seit 20 Jahren werden im Rahmen der RTL-Sendung exotische Tiere verspeist, gequält, getötet und für ‚Dschungelprüfungen‘ missbraucht“, wirft PETA vor.
Spielt der Tierschutz bei der Planung des Dschungelcamps für RTL eine Rolle?
RUHR24 hat RTL auf die Vorwürfe und das Angebot von PETA angesprochen und um eine Stellungnahme gebeten. Der Sender versichert dabei, dass jede Dschungelprüfung im Einklang mit dem Tierschutz steht. So werde jede Beteiligung von Tieren „vorab der australischen Tierschutzorganisation ‚RSPCA Notification of Animal Usage Form‘“ vorgelegt.
„Ohne die Abnahme und Freigabe durch die Tierschützer findet keine Prüfung mit lebenden Tieren statt“, stellt RTL klar. Rein rechtlich scheint der TV-Sender damit also auf der sicheren Seite zu sein. Über die moralische Richtigkeit darf auch in diesem Fall jeder selbst urteilen (alle Promi- und TV-News auf RUHR24).
Video: „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“: Das RTL-Erfolgsformat „Dschungelcamp“
Wie geht RTL mit lebenden Tieren bei einer Dschungelprüfung um?
Dschungelprüfungen mit lebenden Tieren können beispielsweise so aussehen, dass die Dschungelcamp-Teilnehmer in einem Wassertank mit kleinen Krokodilen schwimmen oder blind in einer Kiste mit Spinnen oder Schlangen wühlen müssen. Laut PETA werden auch „unzählige Insekten (…) qualvoll zerquetscht.“
RTL erklärt, es werde stets „auf einen sach- und artgerechten Umgang mit den Tieren“ Wert gelegt. Weiter heißt es, dass die „Unversehrtheit der Tiere durch die Prüfung der (…) Haltung, der Herkunft sowie des Transportes garantiert“ sei. Auch die australische Tierschutzorganisation RSPCA habe das Recht, jederzeit unangekündigte Kontrollen durchzuführen.
Mussten für die rohen Fleischprodukte für die Dschungelcamp-Shows Tiere sterben?
Neben den Dschungelprüfungen mit lebenden Tieren kommen bei „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ auch rohe Fleischprodukte zum Einsatz. Dies betrifft insbesondere die Essensprüfungen, in denen die Stars Augen, Nasen oder diverse andere Körperteile von Tieren essen müssen, um Sterne zu bekommen. PETA wirft vor, dass „Lebewesen unterschiedlichster Art für den Verzehr vor der Kamera getötet“ werden.
„Für die Dschungelprüfung musste kein Tier extra sterben“, stellt RTL aber gegenüber RUHR24 klar. Bei den verwendeten Rohprodukten handele es sich um Fleischabfälle von lokalen australischen Metzgereien. Diese seien „sowieso entsorgt worden“, so der Sender.
Gibt es bei RTL die Möglichkeit für ein veganes Dschungelcamp?
Die konkrete Forderung der Tierschutzorganisation PETA ist, dass das komplette Dschungelcamp vegan wird. Gegenüber RUHR24 äußert sich RTL dazu eher zurückhaltend. „Vegane Ernährung ist genauso freiwillig wie der Verzehr von Fleisch“, so der Sender. Damit ist allerdings wohl nur das tägliche Essen im Camp gemeint.
Bezüglich veganer Dschungelprüfungen äußert sich RTL nicht. Die teilnehmenden Stars haben jedoch immer die Möglichkeit, eine Prüfung nicht zu bestreiten und so zumindest für sich selbst konsequent zu sein. Die Tiere und Fleischprodukte sind dann dennoch für die jeweilige Prüfung vorbereitet.
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100.000 Euro für ein veganes Dschungelcamp? – RTL hat einen anderen Vorschlag
Das Angebot von PETA – 100.000 Euro für ein veganes Dschungelcamp – scheint RTL demnach auszuschlagen. Stattdessen hat der Sender einen Gegenvorschlag: „Wir sind davon überzeugt, dass PETA die uns angebotenen 100.000 Euro sinnvoll anderweitig in den Tierschutz und die Tierrettung investieren kann“, so der Sender auf RUHR24-Anfrage.
An der Einstellung gegenüber dem Einbinden von Tieren und tierischen Produkten in die Show scheint sich bei „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ also vorerst nichts zu ändern. Auch das üppige Angebot der Tierschutzorganisation bringt RTL nicht vom aktuellen – und sehr erfolgreichen – Konzept ab.