Am Mittwoch strahlte das ZDF eine neue Folge der True Crime-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ aus. Die Sendung holte sich den Quoten-Tagessieg. Im Anschluss stürzten diese aber stark ein. Wieso?
Köln – Seit sage und schreibe 56 Jahren läuft die Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ im ZDF, dessen Ziel des Formats die Aufklärung echter Kriminalfälle ist. Auch am Mittwochabend (16. August) lockte die von Moderator Rudi Cerne (64) moderierte Sendung unzählige Menschen vor die TV-Bildschirme und holte sich sogar den Tagessieg der Einschaltquoten, sowohl beim Gesamtpublikum ab 3 Jahren, als auch in der jüngeren Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. Nach dem Ende der Sendung ab 21:45 Uhr musste das Zweite Deutsche Fernsehen allerdings enorme Quotenverluste hinnehmen. Doch weshalb?
ZDF räumt mit „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ fulminant ab, ehe die Quoten bergab gehen Das ZDF kann mit seiner Primetime-Ausstrahlung am Mittwoch um 20:15 Uhr vollends zufrieden sein. „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ sahen 4,68 Millionen Zuschauer beim Gesamtpublikum ab 3 Jahren und generierte damit einen Marktanteil von 20,6 Prozent. In der jüngeren Zielgruppe schalteten 0,79 Millionen das ZDF ein. Damit erreichte der öffentlich-rechtliche Sender eine Quote von 18,1 Prozent.
Ausraster, Abbruch, Krankenhaus: Die größten TV-Skandale Deutschlands aller Zeiten Ohrfeige beim Bachelor, Mobbing im Sommerhaus und andere Eklats: Die Fotostrecke zeigt die größten TV-Skandale Deutschlands. © RTL + / WDR Seit 2003 sucht „Der Bachelor“ bei RTL nach der großen Liebe. Der Rosenkavalier muss sich zwischen 22 hübschen Frauen entscheiden. Das lief nicht immer reibungslos, wie die nächsten Bilder zeigen. © RTL+ Eigentlich wollte Yeliz Koc (27) 2018 bei „Der Bachelor“ ihre große Liebe finden. Wie so oft bei der Datingshow endete auch ihre Reise mit einem gebrochenen Herzen. © RTL+ Das ließ die Kosmetikerin nicht einfach so auf sich sitzen. Kurzerhand gab sie ihrem Herzensbrecher Daniel Völz statt einer Abschiedsumarmung eine ordentliche Schelle. © RTL+ Ob verdient oder nicht, Yeliz Koc schaffte es sicherlich unter anderem durch diese Szene in die Öffentlichkeit. Mittlerweile gilt sie nicht nur als TV-Star, sondern auch als erfolgreiche Influrencerin. Ob verdient oder nicht, Yeliz Koc schaffte es sicherlich unter anderem durch diese Szene in die Öffentlichkeit. Mittlerweile gilt sie nicht nur als TV-Star, sondern auch als erfolgreiche Influrencerin. © RTL+ Platz zwei geht an Melanie Müller (32), auch bekannt als Skandalnudel des deutschen Fernsehens. Ihren Sprung in die Öffentlichkeit schaffte das damalige Erotik-Model mit viel Haut. Platz zwei geht an Melanie Müller (32), auch bekannt als Skandalnudel des deutschen Fernsehens. Ihren Sprung in die Öffentlichkeit schaffte das damalige Erotik-Model mit viel Haut. © RTL+ So stieg die Blondine bei „Der Bachelor“ 2013 einfach mal nackt zu Jan Kralitschka in den Whirlpool. Immerhin auch ihr half sicherlich solch skandalöser Auftritt am Ende in die Öffentlichkeit. So stieg die Blondine bei „Der Bachelor“ 2013 einfach mal zu Jan Kralitschka in den Whirlpool und zog sich anschließend aus (nächstes Bild). Immerhin auch ihr half sicherlich solch skandalöser Auftritt am Ende in die Öffentlichkeit. © RTL+ Mittlerweile gehört sie zu einer der bekanntesten Reality-Stars und gewann sogar ein Jahr nach „Der Bachelor“ das Dschungelcamp. Mittlerweile gehört sie zu einer der bekanntesten Reality-Stars und gewann sogar ein Jahr nach „Der Bachelor“ das Dschungelcamp. © RTL+ Die erste Staffel „Promis unter Palmen“ auf Sat.1 war ein überraschender Quotenerfolg. Wegen des Todesfalls von Kandidat Willi Herren wurde die Staffel im dritten Jahr abgebrochen und das Format eingestellt. Die erste Staffel „Promis unter Palmen“ auf Sat.1 war ein überraschender Quotenerfolg. Wegen des Todesfalls von Kandidat Willi Herren wurde die Staffel im dritten Jahr abgebrochen und das Format eingestellt. © Sat.1 Sowas hatte es bis dahin noch nie gegeben: Schlimmstes Mobbing vor laufender Kamera. TV-Zuschauer ließ „Promis unter Palmen“ 2020 sprachlos und entsetzt zurück. Sowas hatte es bis dahin noch nie gegeben: Schlimmstes Mobbing vor laufender Kamera. TV-Zuschauer ließ „Promis unter Palmen“ 2020 sprachlos und entsetzt zurück. © Sat.1 Nach dem Motto „Alle gegen einen“ hetzten und mobbten die Kandidaten Luxuslady Claudia Obert (59) aus der Show. Besonders Bastian Yotta (44) geriet mit solchen Szenen in die Schlagzeilen. Nach dem Motto „Alle gegen einen“ hetzten und mobbten die Kandidaten Luxuslady Claudia Obert (59) aus der Show. Besonders Bastian Yotta (44) geriet mit solchen Szenen in die Schlagzeilen. © Sat1 Am Ende nahm Yotta (rechts) trotzdem die 100.000 Euro Preisgeld mit nach Hause. Platz drei für „Mobbing unter Palmen“. Am Ende nahm Yotta (rechts) trotzdem die 100.000 Euro Preisgeld mit nach Hause. Platz drei für „Mobbing unter Palmen“. © Sat1 Im Juli 2016 flimmerte das „Sommerhaus der Stars“ erstmals über die deutschen TV-Bildschirme. Damals noch aus Portugal, seit der Coronapandemie wird die Sendung in Bocholt (NRW) aufgezeichnet. Im Juli 2016 flimmerte das „Sommerhaus der Stars“ erstmals über die deutschen TV-Bildschirme. Damals noch aus Portugal, seit der Coronapandemie wird die Sendung in Bocholt (NRW) aufgezeichnet. © RTL+ Eine Fortsetzung von „Promis unter Palmen“ leisteten sich die „Sommerhaus“-Kandidaten 2020. Einzig und allein mit dem Unterschied, dass ihr Opfer nicht Claudia Obert, sondern Eva Benetatou (28) hieß. Eine Fortsetzung von „Promis unter Palmen“ leisteten sich die „Sommerhaus“-Kandidaten 2020. Einzig und allein mit dem Unterschied, dass ihr Opfer nicht Claudia Obert, sondern Eva Benetatou (28) hieß. © RTL+ Zur großen Überraschung: Das Favoriten-Paar Ex-Bachelor Andrej Mangold (34) und seine damalige Freundin Jennifer Lange (27) galten in der Show als Anführer der Mobbing-Gruppe. Zur großen Überraschung: Das Favoriten-Paar Ex-Bachelor Andrej Mangold (34) und seine damalige Freundin Jennifer Lange (27) galten in der Show als Anführer der Mobbing-Gruppe. © RTL+ Für Zuschauer ein „No-Go“. Nach der Show verlor das einstige Traumpaar nicht nur etliche Follower, sondern erhielt Morddrohungen und Hass in Netz. Platz vier für das Mobbinghaus der Stars. Für Zuschauer ein „No-Go“. Nach der Show verlor das einstige Traumpaar nicht nur etliche Follower, sondern erhielt Morddrohungen und Hass in Netz. Platz vier für das Mobbinghaus der Stars. © RTL+ Kein „Skandal“, aber ein Stück Fernsehgeschichte ist die völlig aus dem Ruder gelaufene Currywurst-Wette von Stefan Mross bei „Immer wieder sonntags“. Kein „Skandal“, aber ein Stück Fernsehgeschichte ist die völlig aus dem Ruder gelaufene Currywurst-Wette von Stefan Mross bei „Immer wieder sonntags“. © ARD Trompeter Stefan Mross überlegt bei „Immer wieder sonntags“ in der ARD, ob er eine sehr scharfe Currywurst essen soll. Stefan Mross nahm bei „Immer wieder Sonntags“ in der ARD eine irre Currywurst-Wette an - und brach zusammen. © Screenshot YouTube Trompeter Stefan Mross überlegt bei „Immer wieder Sonntags“ in der ARD, ob er eine sehr scharfe Currywurst essen soll. Von Stufe 1 (wenig scharf) bis Stufe 10 (ultra scharf) standen verschiedene Currywürste mit Chili-Sauce zur Verfügung. Der Schlagersänger sollte fünf scharfe Saucen schaffen. Das Schlager-Ego war damals wohl größer als sein Verstand und Stefan Mross schaufelte sich schließlich die allerschärfste Wurst in den Mund.
© Screenshot YouTube Trompeter Stefan Mross verzieht das Gesicht, nachdem er bei „Immer wieder Sonntags“ in der ARD eine sehr scharfe Currywurst gegessen hat. Stefan Mross ist danach hinter der Bühne kollabiert und musste von Sanitätern ins Krankenhaus gebracht werden. Die Moderation von “Immer wieder sonntags” musste zuerst
Marc Pircher und später Guido Cantz übernehmen.
© Screenshot YouTube Seit 2007 verkuppelt Vera Int-Veen hoffnungslose Schwiegersöhne bei „Schwiegertochter gesucht“. Doch Satiriker Jan Böhmermann zerstörte die heile RTL-Welt. Seit 2007 verkuppelt Vera Int-Veen hoffnungslose Schwiegersöhne bei „Schwiegertochter gesucht“. Doch Satiriker Jan Böhmermann zerstörte die heile RTL-Welt mit dem „Verafake“. © RTL+ Platz eins geht an Satiriker Jan Böhmermann (40), der mit seiner Aktion nicht nur TV-Zuschauer zum Lachen brachte, sondern sogar Mängel im deutschen TV aufdeckte. Platz eins geht an Satiriker Jan Böhmermann (40), der mit seiner Aktion nicht nur TV-Zuschauer zum Lachen brachte, sondern sogar Mängel im deutschen TV aufdeckte. © ZDF 2016 schmuggelte der „Neo Magazin Royale“-Moderator zwei Schauspieler in die RTL-Kuppelshow „Schwiegertochter gesucht.“ Seine Lockvögel zeigten, wie Kandidaten bei Moderatorin Vera Int-Veen bloß gestellt werden. 2016 schmuggelte der „Neo Magazin Royale“-Moderator zwei Schauspieler in die RTL-Kuppelshow „Schwiegertochter gesucht.“ Seine Lockvögel zeigten, wie Kandidaten bei Moderatorin Vera Int-Veen bloß gestellt werden. © RTL+ Mittlerweile zog die Sendung (gezwungenermaßen) eine Konsequenz. Die Sendung führt in den letzten Jahren sämtliche Änderungen durch und gilt nun schon fast als „langweilig“ bei Fans. Mittlerweile zog die Sendung (gezwungenermaßen) eine Konsequenz. Die Sendung führt in den letzten Jahren sämtliche Änderungen durch und gilt nun schon fast als „langweilig“ bei Fans. © ZDF Der Schreinemakers-TV-Skandal. Gegen die Moderatorin wurde damals wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung ermittelt. Schreinemakers sah sich unschuldig verdächtigt und vermutete eine Racheaktion des damaligen Finanzministers Theo Waigel. Der Schreinemakers-TV-Skandal. Gegen die Moderatorin wurde damals wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung ermittelt. Schreinemakers sah sich unschuldig verdächtigt und vermutete eine Racheaktion des damaligen Finanzministers Theo Waigel. © Sar.1 Es war ein ungeheuerlicher Vorgang im deutschen Fernsehen: Um zu verhindern, dass sich Margarethe Schreinemakers in einer privaten Steuersache äußert, drehte Sat.1 seiner Moderatorin kurzerhand am 22. August 1996 den Saft ab. Es war ein ungeheuerlicher Vorgang im deutschen Fernsehen: Um zu verhindern, dass sich Margarethe Schreinemakers in einer privaten Steuersache äußert, drehte Sat.1 seiner Moderatorin kurzerhand am 22. August 1996 den Saft ab. © Sat.1 „Jetzt ist der Moment gekommen, auf den viele von Ihnen sicher gewartet haben. „Jetzt ist der Moment gekommen, auf den viele von Ihnen sicher gewartet haben. Und ich, das kann ich Ihnen garantieren, wahrscheinlich noch sehr viel mehr.“: Mit diesen Worten kündigt Margarethe Schreinemakers am 22. August 1996 in ihrer Sat.1-Show „Schreinemakers live“ ein Thema an, das ihr sehr am Herzen liegt. Doch ehe sie es ansprechen kann, verschwindet sie überraschend von der Bildfläche. © Sat.1 Die WDR-Talkshow „Ende offen“ läuft 1971 völlig aus dem Ruder. Als Ton-Steine-Scherben-Manager Nikel Pallat mit Worten nicht mehr weiter kommt, holt er eine Axt hervor - und schlägt auf den Tisch ein. Die WDR-Talkshow „Ende offen“ läuft 1971 völlig aus dem Ruder. Als Ton-Steine-Scherben-Manager Nikel Pallat mit Worten nicht mehr weiter kommt, holt er eine Axt hervor - und schlägt auf den Tisch ein. © WDR Ohne Unterlass redet Nikel Pallat, Manager der Protest-Rockband Ton Steine Scherben, an diesem Freitagabend auf sein Gegenüber ein. Der Krautrock-Produzent Rolf-Ulrich Kaiser muss als Feindbild herhalten. Ohne Unterlass redet Nikel Pallat, Manager der Protest-Rockband Ton Steine Scherben, an diesem Freitagabend auf sein Gegenüber ein. Der Krautrock-Produzent Rolf-Ulrich Kaiser muss als Feindbild herhalten. © WDR Nikel Pallats Fernsehausraster Er habe sich mit der „Kapitalistensau“ eingelassen und „voll auf die Seite des Systems gestellt“. Dass Kaiser irgendwann gar nicht mehr zuhört, macht Pallat nur noch rasender. © WDR Nach zwei Stunden, zwölf Minuten und unzähligen Zigaretten passiert es. „Fernsehen ist ein Unterdrückungsinstrument in dieser Massengesellschaft“, sagt Pallat, „und deswegen mach ich jetzt hier diesen Tisch mal kaputt, ja.“ Nach zwei Stunden, zwölf Minuten und unzähligen Zigaretten passiert es. „Fernsehen ist ein Unterdrückungsinstrument in dieser Massengesellschaft“, sagt Pallat, „und deswegen mach ich jetzt hier diesen Tisch mal kaputt, ja.“ © WDR Laut der AdScanner Insights von dwdl.de musste das ZDF nach „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ herbe Zuschauerverluste hinnehmen. Das anschließende Nachrichtenformat „heute-journal“ mit den Moderatoren Anne Gellinek (61) und Gundala Gause (58) schauten ab 21:45 Uhr über eine Million Menschen weniger, als die davor laufende Kriminalfall-Sendung. Dasselbe Phänomen ereignete sich bereits am Montag (14. August), als die Zuschauerzahlen im ZDF ab 21:44 Uhr massiv einbrachen.
Mit 3,50 Millionen Zusehenden beim Gesamtpublikum und einem Marktanteil von 16,9 Prozent kann der Mainzer Sender aber dennoch zufrieden sein. In den meistgesehenen Sendungen des Tages landeten die ZDF-Nachrichten auf Platz drei. Interessant dabei ist, wohin die Zuschauer ab 21:45 Uhr umschalteten, wie aus der DWDL -Zahlenzentrale hervorgeht.
Die derzeitigen Moderatoren des „heute-journal“ im ZDF (Stand: 17. August 2023):
Marietta Slomka (seit 29. Januar 2001, Hauptmoderatorin)
Christian Sievers (seit 15. Januar 2013, Hauptmoderator)
Anne Gellinek (seit 18. August 2022, Vertretung)
Dunja Hayali (seit 20. Februar 2023, Vertretung)
Manchester City gegen FC Sevilla: UEFA Super Cup holt bei Sat.1. nach und nach auf Sat.1 sendete ab 20:15 Uhr die Vorberichterstattung zum UEFA Super Cup Fußballspiel der Mannschaften Manchester City und FC Sevilla, dessen Anpfiff gegen 20:50 Uhr war. Nachdem im ZDF das Primetime-Programm mit „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ um 21:45 Uhr zu Ende ging, verzeichnete der Privatsender Sat.1 einen ordentlichen Aufschwung am Zuschauerinteresse. Beim Gesamtpublikum ab 3 Jahren schauten insgesamt 1,54 Millionen Menschen das Match, welches Manchester City 6:5 im Elfmeterschießen für sich entscheiden konnte. Der Marktanteil betrug 9,3 Prozent.
Am Mittwochabend (16. August) musste das ZDF ab 21:45 Uhr deutliche Zuschauerverluste nach „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ einstecken. Viele Zuschauer schauten statt der „heute-journal“-Nachrichten mit Anne Gellinek lieber das UEFA Super Cup Fußballspiel Manchester City gegen FC Sevilla auf Sat.1 bei „ran“.
© Screenshot: zdf.de/ „heute-journal“ & IMAGO / Focus Images
Am Sonntag (13. August) gab es ein ähnliches Bild, des Zuschauerwechsels, allerdings bei anderen Sendern. Ab 21:44 Uhr schalteten viele Zuschauer von der ARD zum Privatsender Vox, wo ein neues Sommer-Special von „Grill den Henssler“ mit Steffen Henssler (50) lief. Verwendete Quellen: dwdl.de
Rubriklistenbild: © Screenshot: zdf.de/ „heute-journal“ & IMAGO / Focus Images