ZDF-Serie „Frühling“: Experten bestätigen „alarmierende Zahlen“ zu Folge 46

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Simone Thomalla hat in der Serie „Frühling“ öfter mit Tieren zu tun.
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Die ZDF-Serie „Frühling“ ist nicht nur etwas fürs Herz, sondern behandelt immer wieder ernste Themen. Das ist Realität hinter Folge 46.

Dortmund – In Folge 46 der ZDF-Serie „Frühling“ kommen mehrere Dinge zusammen: Ein Serientod, ein verschwundenes Kind und mehrere, traumatisierte Personen werden in der Episode thematisiert. Eine von ihnen ist Animal-Hoarderin und Fans bereits aus älteren Folgen bekannt.

ZDF-Serie „Frühling“: Experten bestätigen „alarmierende Zahlen“ zu Folge 46

Die Figur der Maria Ronzheimer (gespielt von Judith Toth) ist zum ersten Mal in Folge 41 aufgetaucht. Nach einem Unfall muss sie ihre Freundin Lilly bitten, sich um ihre Tiere zu kümmern. Als diese jedoch wesentlich mehr Tiere entdeckt als gedacht und das teils in einem kümmerlichen Zustand, kommt Dorfhelferin Katja Baumann (Simone Thomalla) ins Spiel (mehr TV-News bei RUHR24 lesen).

Besonders tragisch: Im Laufe der Folge wird mehr und mehr Marias düstere Familiengeschichte aufgedeckt. So hegt Katja Baumann den Verdacht, dass ihr Vater Hans Lorenz Maria als Kind missbraucht haben könnte. In Folge 46 der ZDF-Serie „Frühling“ beichtet Lorenz Baumann schließlich nicht nur eine grausame Tat.

Bei Ronzheimer wird die Tier-Sammelsucht durch traumatische Erlebnisse ausgelöst. Doch wie realistisch ist die Darstellung beim ZDF? Wie auch im Fall vom ausgesetzten Zebra in der Serie „Frühling“ sehr realistisch, bestätigt Peta gegenüber RUHR24.

Was ist Animal-Hoarding?

Der englische Begriff Animal Hoarding bezeichnet die Sucht, Tiere zu „sammeln“. Sogenannte Animal Hoarder häufen in ihrem Zuhause im Laufe der Zeit immer mehr Tiere an. Sie zeigen oftmals diese Verhaltensweisen:

1. Betroffene sammeln eine hohe Anzahl von Tieren und halten sie oftmals auf viel zu wenig Raum.

2. Tiersammler:innen kümmern sich nicht um die grundlegendsten Bedürfnisse der Tiere, wie frisches Wasser, Nahrung, Rückzugsmöglichkeiten, tierärztliche Versorgung und Hygiene.

3. Auf Nachfrage erfinden Betroffene Ausreden oder leugnen die miserablen Bedingungen, unter denen ihre Tiere – und andere Menschen in ihrem Haushalt – leben müssen.

Quelle: Peta

Animal-Hoarding in der Serie „Frühling“: Darstellung beim ZDF ist realistisch

Zwar sei es nicht vollständig geklärt, ob ein Trauma gängige Ursache für die Sucht ist. Das Krankheitsbild „Animal-Hoarding“ entstehe aber oftmals aus einer oder mehreren psychischen Störungen und ist offenbar nicht gerade selten.

„Von 2012 bis 2018 waren mindestens 17.055 Tiere von krankhaftem Tierhorten betroffen – wobei die Dunkelziffer noch weitaus höher liegen dürfte“, so die Tierschutz- und Tierrechtsorganisation Peta. Die Experten sprechen bereits von „alarmierenden Zahlen“, dabei würden die meisten Fälle gar nicht erst entdeckt, „da viele Tiersammler im Verborgenen leben oder die Tiere in Scheunen, Zimmern oder Kellern einsperren, wo keiner etwas davon erfährt.“

Die Figur Maria Ronzheimer (links im Bild) leidet in der Serie „Frühling“ unter ihrer Animal-Hoarding-Sucht.

Mangelnde hygienische und medizinische Versorgung und generell fehlender Platz führen bei den Tieren zu einem massiven Leiden, während die Sammler denken, sie würden die Tiere retten oder ihnen helfen.

ZDF-Serie „Frühling“ thematisiert Animal-Hoarding: Das passiert mit den Tieren in der Realität

In der ZDF-Serie „Frühling“ übernimmt das Veterinäramt die Versorgung und Vermittlung der Tiere. Im Fall von Katja Baumann ist eher die von der Sucht „Animal-Hoarding“ betroffene Maria Ronzheimer im Fokus. Doch was passiert mit den Tieren in der Regel?

„Frühling“ im ZDF: Alle Sendetermine im Überblick

4. Februar: Frühling: Ein Zebra im Gepäck (Folge 44)
11. Februar: Frühling: Die verschwundenen Eltern (Folge 45)
18. Februar: Frühling: Wenn die Zeit stehen bleibt (Folge 46)
25. Februar: Frühling: Blick ins Morgen (Folge 47)
3. März: Frühling: Mit dem Feind im Bett (Folge 48)
10. März: Frühling: Holla, die Waldfee (Folge 49)

Zunächst landen viele von ihnen im Tierheim. Besonders traurig: Die Tiere sind oftmals schwer vermittelbar, „da sie aufgrund der psychischen Belastung häufig schwer verängstigt oder aggressiv sind.“ Viele von ihnen seien es schlichtweg nicht gewohnt, respekt- und liebevoll mit Menschen zusammenzuleben. Wer Tiere von Animal-Hoardern aufnehmen möchte, braucht laut Peta viel Einfühlungsvermögen.

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