VonAlexander Eser-Rupertischließen
Die Forschung überbietet sich in neuen Erkenntnissen zum Corona-Virus. Nun wollen australische Forschende ein „Impfpflaster“ entwickelt haben.
Brisbane – Ein Pflaster gegen Corona? Die Corona-Pandemie wird begleitet von nahezu täglichen Meldungen über Durchbrüche der Forschung zur Pandemie. Die bittere Erkenntnis: Viele von ihnen erweisen sich lediglich als vermeintliche Durchbrüche. Jetzt haben Forschende der University of Brisbane eine neue Studie veröffentlicht, deren Potenzial sie im Feld der Impfungen gegen das Coronavirus für „bahnbrechend“ halten.
Interessant sind die Ansätze allemal: Es geht um eine Impfung durch ein Pflaster. Um zu sagen, wie vielversprechend die Ergebnisse zum „Impfpflaster“ tatsächlich sind, ist es noch zu früh. Erst kürzlich war bereits ein besonderer Antikörper gefunden worden. Die Dynamik der Forschung macht Hoffnung auf Abhilfe.
Pflaster gegen Corona: Australische Forscher glauben an Corona-Impfung durch Impfpflaster
Während die Politik in Deutschland über neue Corona-Regeln diskutiert, gibt es bereits neue Meldungen aus der Forschung. Dieses Mal stammen sie von Forschenden der Universtity of Queensland: Sie glauben, ein Pflaster gegen Corona entwickelt zu haben, das wie eine Impfung wirkt. Doch nicht nur das: Nach Auskunft der Forschenden soll das Pflaster effektiver sein, als bisherige Impfungen mittels Injektion. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der australischen Universität hoffen, das Impfpflaster zukünftig als Corona-Impfung gegen verschiedene Subtypen einsetzen zu können, etwa gegen Omikron, dessen Sublinie Omikron BA.5 und andere.
Pflaster gegen Corona: „11-mal wirksamer bei der Bekämpfung der Omikron-Variante“
Das Team sieht darin „bahnbrechendes Potenzial“. In einer Mitteilung der Universität erklärte der Studienautor Dr. Christopher McMillan: „Wir haben festgestellt, dass die Impfung über ein Pflaster etwa 11-mal wirksamer bei der Bekämpfung der Omikron-Variante war als mit dem gleichen Impfstoff, der über eine Nadel verabreicht wurde.“ Es passiert viel in der Wissenschaft: Erst kürzlich war ein besonderer Antikörper gefunden worden. Das Problem: Bis aus den jeweiligen Anfangs-Erkenntnissen spruchreife Behandlungs- oder Impfmethoden werden, ist der Weg weit, bisweilen erweisen sich vielversprechende Vermutungen als Sackgasse – doch nicht immer.
Impfpflaster gegen Corona: Studie der Universität von Queensland mit der Biotech Firma Vaxxas – an Mäusen
Die Studie zum Impfpflaster hatte die Universität von Queensland in Kooperation mit der Brisbaner Biotech Firma Vaxxas an Mäusen durchgeführt. Studien-Autor McMillan spricht von einem Impfpflaster, das den Impfstoff gezielt in jene Hautschichten bringt, die besonders reich an Immunzellen sind. Der Wissenschaftler verspricht sich durch das Pflaster ein weiteres wichtiges Werkzeug in Zeiten, in denen Corona-Varianten wie Omikron besonders schnell mutieren. McMillan verwies auf die nach wie vor hohe Bedeutung bisheriger Impfstoffe mit herkömmlichen Impfprozessen. Bei Omikron BA.5 gibt es derweil neue Symptome.
Die Tatsache, dass die Studie an Mäusen durchgeführt wurde, macht deutlich, dass es sich keineswegs um „finale“ Ergebnisse handelt – die es im eigentlichen Wortsinne ohnehin nicht gibt. Mäuse gelten als besonders wichtige Modellorganismen, eine definitive Übertragbarkeit der Studienergebnisse auf den Menschen lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Dennoch: Es ist ein weiterer Ansatz, wenn auch einer von vielen, der möglicherweise bald wieder in Vergessenheit gerät. Erst kürzlich gab es neue Erkenntnisse zu einer möglichen Nasenspray-Impfung. Sollten sich die Ansätze tatsächlich als anschlussfähig erweisen, wäre das wegweisend: Methoden wie diese könnten etwa die Impfung von Kindern erleichtern – ganz egal, ob Nasenspray, oder Pflaster.
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