Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Deutschland droht Wetterwechsel mit Temperatursturz um fast 20 Grad

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Von knapp 30 Grad zurück in den Kälte-Schock: Wettermodelle deuten für kommende Woche erste Schneeflocken in Deutschland an. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Frankfurt – Viele Menschen in Deutschland genießen ab Donnerstag (18. September) die fast spätsommerlichen Tage mit Sonnenschein und Temperaturen um oder knapp unter 30 Grad. Biergärten sind voll, Badeseen belebt, und manch einer könnte meinen, der Herbst lässt noch lange auf sich warten.

Krasser Wetterwechsel nach dem Blitz-Sommer: Ab Montag (22. September) rauscht Polarluft Richtung Europa und beendet den Sommer.

Doch der Eindruck täuscht: Bereits ab Montag (22. September) kippt die Wetterlage drastisch. Meteorologen erwarten einen regelrechten Temperatursturz, der den Kreislauf vieler Menschen fordern dürfte. Besonders auffällig ist der abrupte Übergang – innerhalb von nur 24 bis 48 Stunden rauschen die Werte von spätsommerlicher Wärme in den Keller.

Polarluft bestimmt das Wetter in Deutschland

Schuld an der extremen Wende ist ein mächtiges Tiefdruckgebiet, das aus Nordwesten nach Mitteleuropa zieht. Mit im Gepäck: stramme Polarluft, die Deutschland im Eiltempo erreicht. Während am Wochenende vielerorts noch spätsommerliche Höchstwerte gemessen werden, könnten die Temperaturen schon am Dienstag im Süden kaum mehr zweistellig werden. Dort rechnen Modelle mit maximal 9 bis 11 Grad. Besonders markant zeigt sich der Umschwung an den Alpen: Auf rund 1000 bis 900 Meter Höhe könnten die ersten Schneeflocken der Saison fallen – mitten im September, wenn viele eigentlich noch mit T-Shirt und kurzer Hose unterwegs sind.

Vom Hochsommer in den Frühwinter

Neben den rasch sinkenden Höchstwerten droht nachts die erste Bodenfrostgefahr der neuen Saison. Gartenfreunde und Landwirte sollten das Risiko im Blick behalten, um empfindliche Pflanzen zu schützen. Der Temperatursturz fällt so heftig aus, dass sich binnen einer Woche alle vier Jahreszeiten zu vermischen scheinen: von goldener Herbststimmung über spätsommerliche Hitze bis hin zu frühwinterlichem Schneegestöber. Ein derartiges Wetterchaos ist zwar nicht völlig ungewöhnlich für den September, die Geschwindigkeit und Intensität der Umstellung sind jedoch bemerkenswert. Klar ist: Wer jetzt noch Sommer genießt, sollte den Mantel schon bereithalten – der Kälteschock kommt schneller, als man denkt.

Rubriklistenbild: © METEORED/www.daswetter.com

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