Dürre in Italien

Alpen-Bergsee völlig ausgetrocknet – „Zwei Monate Dauerregen würden nicht reichen“

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Der künstliche See von Ceresole Reale im Norden Italiens war schon im März 2022 extrem trocken. (Archivfoto)
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Die anhaltende Dürre in Nord-Italien sorgt für große Probleme. Ein Mahnmal ist der künstliche Stausee von Ceresole Reale.

Turin – Die Trockenheit sorgt in der gesamten Alpenregion für große Probleme. Das gilt neben Deutschland auch für die Schweiz, Österreich und Italien. Schon im vergangenen Sommer hatte gerade Nord-Italien mit einer enormen Trockenheit zu kämpfen. Teils wurde sogar über ein Anpumpen des Gardasees diskutiert, um den fruchtbaren Regionen rund um den Fluss Po die Ernten zu retten.

Wieder Dürre-Alarm in Italien

Doch der Winter brachte nicht die erhofften Niederschläge. In Frankreich, der Schweiz, in Italien und auch in Teilen Österreichs lag Ende Februar deutlich weniger Schnee als es über viele Jahre normal war, gab der Meteorologe Klaus Haslinger von GEOSphere gegenüber der Zeit an. Dem Bericht nach lag in Italien in den Monaten zuvor 53 Prozent weniger Schnee im Vergleich zum langjährigen Mittel. Hinzu kommt ausbleibender Regen.

Nun droht auch Italien der nächste Dürresommer. Und dieser würde die Lage wohl enorm verschlimmern. Es fehlt etwa auch der Regen, um die Trinkwasser-Reservoirs aufzufüllen. Schon im vergangenen Jahr war während des Dürre-Notstands in Italien das Trinkwasser teils rationiert worden.

Ein Mahnmal dieser allgemeinen Entwicklung ist der künstliche Stausee von Ceresole Reale.

Stausee von Ceresole Reale wird zum Mahnmal der Trockenheit

„Der See ist eine Fläche aus Erde und Schutt“, titelte nun die italienische Zeitung La Stampa. Der See im Norden von Turin, nahe der Grenze zu Frankreich, ist mittlerweile komplett ausgetrocknet. Dem Bericht nach liegt das Niederschlagsdefizit in der Region bei 40 bis 70 Prozent. Bilder von dem ausgetrockneten See hatten schon im vergangenen Herbst in Italien für Aufsehen gesorgt.

Doch nach dem erneut trockenen Winter wirken die Fotos noch „erbarmungsloser“, wie die Zeitung schreibt. Die Lage wird sich demnach in den kommenden Monaten noch verschlechtern.

„Zwei Monate Dauerregen würden nicht ausreichen, um das Niederschlagsdefizit zu beseitigen oder zumindest zu begrenzen“, sagte Meteorologe Daniele Cat Bello dem Blatt. Dafür verantwortlich ist vor allem, dass über den Winter der Schnee in den hohen Lagen gefehlt habe.

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