VonHannah Deckeschließen
Im Juni steht der längste Tag des Jahres an. Mit der Sommersonnenwende 2024 ist der astronomische Sommer gestartet. Der Zeitpunkt des Ereignisses wird einige irritieren.
Hamm - Die Temperaturen werden milder, die Tage länger und somit die Nächte kürzer: Der Sommer 2024 steht vor der Tür. Im Juni markiert die Sommersonnenwende den astronomischen Sommeranfang auf der Nordhalbkugel. An diesem einen Tag erreicht die Mittagshöhe der Sonne ihr Maximum. Wie es mit dem Tageslicht nach der Sommersonnenwende weitergeht und wieso der genaue Zeitpunkt dieses Ereignisses so manchen irritieren wird, erklärt Dr. Björn Voss, Direktor des Planetariums Hamburg.
Die Mittagshöhe der Sonne nähert sich im Juni schrittweise ihrem Maximum am 20. Juni, dem Tag der Sommersonnenwende. Zeitgleich verlangsamt sich der Sonnenlauf, berichtet wa.de. Das hat zur Folge, dass sich die täglichen Auf- und Untergangszeiten der Sonne bis zum 20. Juni nicht mehr so stark wie in den vorangegangenen Wochen verändern.
Der längste Tag des Jahres: Zeitpunkt der Sommersonnenwende irritiert
„Dieses Phänomen tritt zu jeder anstehenden Sonnenwende auf und unterscheidet den astronomischen Sommer- und Winteranfang merklich von der dynamischen Zeit um die Tag-und-Nacht-Gleichen, die den Beginn des Frühlings und Herbstes markieren“, erklärt Dr. Björn Voss. So sei etwa die Sonne in Hamburg Anfang Juni nur sieben Minuten später aufgegangen als zum astronomischen Sommeranfang. Zum Vergleich: Im Mai lagen zwischen den Sonnenaufgangszeiten am Monatsanfang und am Monatsende mehr als eine halbe Stunde. Am 1. Mai ging die Sonne in Hamburg um 5.44 auf und am 20. Mai schon um 5.11 Uhr.
Doch wann genau erreicht die Sonne ihre größte Mittagshöhe? „Die eigentliche Sonnenwende ereignet sich am 20. Juni um 22.51 Uhr, wenn die Sonne den Gipfel ihrer Jahresbahn erreicht“, erklärt Dr. Björn Voss. „Einige werden sich verwundert fragen, wie unser Tagesgestirn seinen Höchststand erreichen kann, während es sich unter dem Horizont befindet. Doch hier läge ein Irrtum vor. Denn zur Wende steht die Sonne am höchsten über dem Himmelsäquator – ganz unabhängig vom Horizont.“
Laut Voss nimmt das Tageslicht auf der Nordhalbkugel in den Wochen nach der Sommersonnenwende langsam wieder ab. Doch keine Sorge: Die hellen Stunden werden die dunklen bis zum Herbstanfang im September weiter übertreffen. Hierzulande können sich die Menschen also noch einige Monate über lange und hoffentlich sommerlich warme Tage freuen.
Sommersonnenwende 2024: Besonderes Naturphänomen in Norddeutschland
Ein besonderes Phänomen zur Sommersonnenwende können die Menschen in Norddeutschland erleben. Denn dort wird es im Juni nicht mehr komplett dunkel. Das Phänomen nennt sich Mitternachtsdämmerung. Dabei geht die Abenddämmerung direkt in die Morgendämmerung über. Noch weiter nördlich kommt es zum Phänomen der weißen Nächte. „Grund dafür ist, dass die Sonne mindestens 18 Grad unter den Horizont sinken muss, damit ihr Streulicht nicht in der Atmosphäre sichtbar bleibt und es komplett finster werden kann“, erklärt Dr. Voss.
„Im Hamburger Raum erreicht sie zur Sommersonnenwende etwa 12 bis 13 Grad. Dort, wo sich unser Tagesgestirn unter dem Horizont befindet, erkennen wir einen blau-silbrigen Streif am Firmament. Fahren wir in Richtung Kiel, wird dieser ‚Silberstreif‘ sogar noch heller, denn am stärksten tritt das Naturphänomen in den Regionen nördlich des 54. Breitenkreises auf. Am norwegischen Nordkap leuchtet die Sonne selbst um Mitternacht noch als Mitternachtssonne über dem Nordhorizont“, so der Planetariumsdirektor.
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