Wann schmilzt der Eisberg?

A23 hält Wissenschaftler in Atem: Größter Eisberg der Welt dreht sich

  • schließen

Der gewaltige Eisberg A23a hält Wissenschaftler seit Monaten in Atem. Der kolossale Eisriese dreht sich um seine eigene Achse und kommt nicht vom Fleck.

München – A23a ist der unspektakuläre Name des größten Eisbergs der Welt. Bereits vor über 30 Jahren löste sich dieser vom Schelfeis der Antarktis, geschmolzen ist er seitdem aber nicht. Seit Monaten weigert er sich, mit der Strömung zu schwimmen und dreht sich auf der Stelle.

Wissenschaftler machen unglaubliche Entdeckung in der Antarktis

Im letzten Jahr wurde bekannt, dass der Eisberg A23a sich unerwartet zügig vom antarktischen Weddellmeer in Richtung Südatlantik bewegt. Experten äußerten bereits die Befürchtung, der 4000 Quadratkilometer umfassende Eisberg könnte schmelzen und in mehrere Stücke zerfallen. Allerdings wurde seine Bewegung durch das Verfangen in einem riesigen Wasserwirbel vorläufig unterbrochen. Seit Monaten dreht sich der gigantische Eisberg im Südpolarmeer um seine eigene Achse.

A23a, der größte Eisberg der Welt, ist Teil eines bemerkenswerten Naturereignisses – er dreht sich seit Monaten um sich selbst.

Dieses Phänomen ist auf Satellitenbildern zu erkennen, die dem britischen Sender BBC zur Verfügung stehen. Wissenschaftler äußerten dort die Vermutung, dass A23a möglicherweise in den nächsten Jahren nicht aus der sogenannten Taylorsäule entkommen kann. Mark Brandon, ein Polarforscher der Open University, sagte gegenüber BBC: „A23a ist der Eisberg, der sich einfach weigert zu sterben“. Der Eisberg, der 4,5-mal so groß ist wie Berlin, könnte durch sein Schmelzen ganze Ökosysteme vernichten, befürchten die Forscher. Im Mai dieses Jahres machten Forscher eine beunruhigende Entdeckung am „Weltuntergangsgletscher.“

Schmelze steht unweigerlich bevor: Eisberg A23a zögert sein Ende wohl nur hinaus

Die Abwanderung von A23a von der Antarktis begann bereits im Jahr 1986. Damals löste sich der Eisberg vom Filchner-Ronne-Schelfeis, blieb aber jahrelang am Meeresgrund stecken. Im Jahr 2020 löste er sich endgültig, bleibt aber nun wieder an einer Stelle, an der er sich um sich selbst dreht. Wissenschaftler des British Antarctic Survey, eines Instituts für Polarforschung, schätzen, dass sich der Eisberg täglich um etwa 15 Grad gegen den Uhrzeigersinn dreht. Er vollendet also in nur 24 Tagen eine volle Umdrehung.

Obwohl der 4000 Quadratkilometer große Eisberg das Schmelzen im Südatlantik bisher verhindert, weist er große Vertiefungen auf, die durch Wellen und Wettereinflüsse entstanden sind. Der Antarktische Zirkumpolarstrom (ACC) erfasste A23a im April dieses Jahres, doch der Eisberg bewegte sich nicht von der Stelle. Er wird jedoch nicht erneut vom Meeresboden gestoppt, von dem der Eisberg über 1000 Meter entfernt sein soll.

Nach Angaben der Wissenschaftler steckt der Eisberg in einem Wirbeltyp fest, der erstmals in den 1920er Jahren vom Physiker Sir Geoffrey Ingram Taylor entdeckt wurde - daher der Name Taylorsäule. Wie lange der Eisberg A23a noch in dieser Ozeanfalle gefangen sein wird, konnten die Wissenschaftler nicht abschätzen. Sie sind sich jedoch einig: A23a verzögert nur sein unvermeidliches Ende. Auch der Thwaites-Gletscher schmilzt nach und nach. (rd/dpa)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Eyos Expeditions | Ian Strachan

Kommentare