- VonMichel Guddatschließen
Gefahr von oben: Ein Bauer aus Tirol muss zusammen mit seiner Mutter den eigenen Hof verlassen. Gesteinsmaterial droht das Haus zu zerstören.
Innervillgraten – Eine plötzliche Veränderung ereignete sich am 29. Januar auf dem Bauernhof von Albrecht O. in Tirol. Bis dahin war der Hof ein belebter Ort voller Aktivität. Urlauber schätzten die Nähe zu den Bergen, während der Landwirt und seine Mutter ihren täglichen Pflichten nachgingen. Doch seit diesem Datum herrscht Stille auf dem Hof in Österreich, der verlassen und einsam wirkt. Der plötzliche Wandel wurde durch eine unmittelbare Gefahr ausgelöst.
Kleinere Steinschläge als Warnung: Bauer in Österreich muss seinen eigenen Hof verlassen
Ein Betretungs- und Benutzungsverbot zwang beide dazu, das Wohnhaus zu verlassen, denn über dem Hof hängen 35.000 Kubikmeter loses Gesteinsmaterial, das jederzeit in das Tal stürzen könnte. Schon gab es kleinere Steinschläge, die die drohende Gefahr ankündigten, wie von der Tiroler Tageszeitung berichtet wurde.
Wegen dieser Gefahr leben Mutter und Sohn derzeit in ihrem Ferienhaus, das etwa 150 Meter vom Hof entfernt liegt. Es ist unklar, wie lange sie dort bleiben müssen.
„Es geht ja nicht nur um das Wohnhaus mit den zwei Ferienwohnungen“, klagt Albrecht O. „Auch Wirtschafts- und Nebengebäude sind gesperrt. Davor habe ich 20 Stück Pustertaler Sprinzen gehabt, das ist eine vom Aussterben bedrohte Rasse. Einen Teil der Tiere musste ich verkaufen, die restlichen sind bei einem befreundeten Landwirt eingestellt.“
Keine finanzielle Unterstützung für die bäuerliche Familie in Osttirol
Für die Ortners stellt sich das Problem, dass sie keine Förderungsbeiträge erhalten, solange kein Schaden entstanden ist, und auch das Risiko allein nicht ausschlaggebend ist. Der 45-Jährige sieht die Situation natürlich anders: „Ich kann meinen Hof nicht bewirtschaften und die Ferienwohnungen nicht vermieten, solange das Betretungsverbot gilt. Das Ganze ist ein Totalausfall“.
Besonders belastend für die beiden ist die Ungewissheit über die Zukunft. Experten führen Messungen durch und erörtern Möglichkeiten, wie das Haus geschützt werden kann. Das Bayrische landwirtschaftliche Wochenblatt berichtet, dass auch die Errichtung eines Schutzwalls in Betracht gezogen wird.
Sturmtief „Vaia“ zerstörte 2018 den natürlichen Schutz
Vor einigen Jahren war die Gefahrenstelle noch von dichtem Wald umgeben. Jedoch entwurzelte das Sturmtief „Vaia“ im Jahr 2018 zahlreiche Bäume, was zu Erosion am Hang führte und immer wieder Steinschläge verursacht. Erst kürzlich donnerte eine Steinlawine auf die Brennerautobahn in Südtirol.
Doch das Sturmtief war nicht allein. In Tirol treten immer häufiger Stürme, Hochwasser, Lawinen, Steinschläge und Hangrutschungen auf. Orte wie Innervillgraten bei der Familie Ortner werden wohl in Zukunft häufiger von solchen Gefahren betroffen sein. Zuletzt erlebte Tirol eine „sehr ungewöhnliche“ Serie von Erdbeben.
Daher appelliert der Osttiroler Bauer: „Heute bin ich ein Einzelfall, aber durch die Klimakrise wird es bald mehr Fälle wie meinen geben“. Es ist wichtig, Vorsorge zu treffen und Hilfsprogramme bereitzustellen, auch wenn der Schaden noch nicht eingetreten ist.
Die Redakteurin oder der Redakteur hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien.
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