VonAlexander Eser-Rupertischließen
Die „Affenpocken“ werden umbenannt. Zukünftig sollen sie den Namen „Mpox“ tragen. Dahinter stecken ernstzunehmende Bedenken.
Genf – Nachdem die „Affenpocken“ zuletzt weltweit für Aufsehen gesorgt hatten, ist es inzwischen wieder deutlich ruhiger geworden um die Viruserkrankung. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat nun erklärt, die „Affenpocken“ erhielten einen neuen Namen: „Mpox“. Die Krankheit war 1958 erstmals an Affen festgestellt worden. So entstand der bisherige Name. Jetzt ändert sich dieser.
Doch warum? Die WHO hat gute Gründe für ihren Schritt.
„Affenpocken“ werden umbenannt: In Zukunft heißt die Krankheit „Mpox“ – warum?
Laut Angaben der WHO werden die „Affenpocken“ umbenannt in „Mpox“. Hintergrund dieses Schrittes ist eine Richtlinie der WHO: Bezüge zu Ländern, Tieren oder Regionen sollen möglichst vermieden werden – der Name „Affenpocken“ erfüllt diese Anforderung ganz offensichtlich nicht.
Für ein Jahr lang stehen beide Namen noch nebeneinander, also sowohl „Mpox“ als auch „monkeypox“, bevor dann nur noch erstere Bezeichnung genutzt werden soll. Der neue Name wurde auch gewählt, da er in verschiedenen Sprachen leicht auszusprechen ist, so die Zeit. Doch das ist nicht der eigentliche Grund der Umbenennung. Auch das Virus selbst soll einen neuen Namen erhalten, der allerdings noch nicht feststeht.
Bereits umbenannt wurden zwei Untergruppen des Virus, die zuvor den Namen afrikanischer Regionen getragen hatten. Sie werden inzwischen schlicht als „Untergruppe I“ und „Untergruppe II“ bezeichnet. Hintergrund der neuen Namen: Die WHO will Stigmatisierung und Diskriminierung entgegenwirken. Bereits Mitte des Jahres hatte die Organisation angekündigt, einen neuen Namen für die „Affenpocken“ zu suchen. Vorschläge dafür konnten online eingereicht werden.
Fachleute hatten schon eher gewarnt, der bisherige Name könnte zu Diskriminierung von Affen führen, ebenso wie des gesamten Kontinents Afrika, wo das Tier von vielen verortet wird. Auch beim Corona-Virus hatte die WHO gehandelt, um eine Benennung der Krankheit als „Wuhan-Virus“ – entsprechend der Stadt des ersten Auftretens – zu verhindern. Nichtsdestotrotz hatte es im Zuge der Corona-Pandemie immer wieder Berichte über eine Zunahme von anti-asiatischem Rassismus gegeben, auch in Deutschland.
Wie bekommt man „Affenpocken“? Übertragung von Affen für aktuelle Entwicklung unbedeutend
Doch wie bekommt man „Affenpocken“, beziehungsweise „Mpox“? Die Infektionen im laufenden Jahr gehen vor allem auf engen Körperkontakt zwischen Menschen zurück. In anderen Worten: Zwar kann das Virus von Tieren auf den Menschen übergehen, die aktuellen Ausbrüche haben allerdings nichts mit Affen zu tun. Doch selbst wenn dies anders wäre und Affen auch bei den diesjährigen Infektionen eine Rolle spielen würden, zeigen Berichte aus Brasilien, wieso die Richtlinie der WHO sinnvoll ist.
Stigmatisierung hat ganz konkrete Folgen. Nicht nur, aber auch in Form von physischer Gewalt. In Brasilien wurden in diesem Jahr etwa Affen angegriffen, der Grund: Menschen gaben ihnen die Verantwortung für die derzeitigen Ausbrüche der Affenpocken – aufgrund des bisherigen Namens der Erkrankung. Derartigen Ereignissen soll durch die Richtlinie der WHO entgegengewirkt werden.
Symptome von „Affenpocken“: Wie äußern sich „Mpox“?
Zu den gängigen Symptomen der „Affenpocken“, sprich, „Mpox“, gehören hohes Fieber, Schwellungen der Lymphknoten und windpockenartige Pusteln beziehungsweise Ausschlag. Grundsätzlich können die Symptome denen einer Grippeerkrankung ähneln. Zu den Begleiterscheinungen gehören auch Schüttelfrost, Erschöpfung beziehungsweise Abgeschlagenheit, sowie Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen. Auch von Entzündungen im Genitalbereich und weiteren Symptomen wird berichtet.
In der EU gibt es seit 2013 einen zugelassenen Impfstoff gegen „Mpox“. Die WHO hatte im Juli wegen vermehrt auftretenden Fällen einen weltweiten Gesundheitsnotstand ausgerufen – auch in Deutschland gibt es Fälle. Unter anderem in Niedersachsen. Dennoch: In der Regel gelten Affenpocken nicht als gefährlich.
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