Erdbeben-Alarm an Italiens Supervulkan: Anwohner aus dem Bett gerissen
VonRichard Strobl
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An Italiens Supervulkan bebte erneut die Erde – und das gleich mehrfach. Behörden melden einen neuen seismischen Schwarm, der die Region trifft und für Angst sorgt.
Neapel – Seit Monaten löst der sogenannte Supervulkan im Süden Italiens große Besorgnis aus. Am frühen Samstagmorgen (18. Mai) rissen gleich mehrere Erdbeben die Anwohner des Gebiets aus den Betten und sorgten für Angst in der Bevölkerung.
Das italienische Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) informierte am Morgen zunächst über ein Erdbeben der Stärke 3,7 auf der Richterskala. Dieses ereignete sich demnach gegen 6.30 Uhr. Später korrigierte das Institut seine Einschätzung nach unten und sprach von einer Magnitude von 2,8. Doch auch schon um 6.06 Uhr wurde ein leichteres Erdbeben erfasst. Dieses erreichte den Angaben zufolge eine Stärke von 2,2. In einer Pressemitteilung spricht das INGV von einem neuen sogenannten seismischen Schwarm um die Phlegräischen Felder im Westen Neapels.
Nach der Einordnung des deutschen Bundesverbandes für Geothermie sind die aktuellen beiden Beben in die Kategorie „extrem leicht“ einzuordnen. Ab einer Stärke von 3 auf der Richterskala würde man von einem „sehr leichten“ Beben sprechen, das oft spürbar ist – Schäden seien jedoch eher selten.
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„Unser Italien-Lagezentrum steht in Kontakt mit den Katastrophenschutzstrukturen in der Region. Erste Kontrollen zeigen keine Schäden“, informierte auch das italienische Ministerium für Katastrophenschutz am Samstag (18. Mai) auf X (vormals Twitter).
„Können hier nicht mehr schlafen“: Wieder Erdbeben in Italien
Bei den Bewohnern des Gebiets sorgten die Beben dennoch erneut für einen gehörigen Schrecken. Viele schrieben in sozialen Netzwerken, dass sie von den Erschütterungen wach geworden seien. Insofern war das Beben offenbar doch deutlich spürbar. Die Konstanz, mit der die Region seit Monaten von Erdbeben heimgesucht wird, löst bei den Bürgern mittlerweile neben großen Sorgen auch Ermüdung aus. „Wir können hier nicht mehr schlafen“, meint etwa eine Anwohnerin laut Corriere della Sera. Die letzten Erschütterungen hatte es erst am Donnerstag (16. Mai) gegeben.
Sciame sismico ai Campi Flegrei, 18 maggio 2024, comunicato di aggiornamento ore 07:07 https://t.co/z8lh6INlJo
Laut aktuellen Daten nehmen die Aktivitäten in der Region sogar noch zu und es drohen in naher Zukunft stärkere Beben. Eine neue Studie zum italienischen Supervulkan hält zudem auch einen Magma-Aufstieg für möglich. (rist)