Bedrohte Tierart

Letztes bekannte Weibchen gestorben: Seltene Schildkröten-Art vom Aussterben bedroht

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Vom Aussterben bedroht: Die letzte bekannte weibliche Jangtse-Weichschildkröte ist gestorben.
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Naturschützer trauern: Das letzte Weibchen einer seltenen Schildkröten-Art ist gestorben. Das in Vietnam verehrte Reptil steht nun kurz vor dem Aussterben.

Hanoi – Eine traurige Nachricht für die Vietnamesen und Naturschützer: Eine extrem seltene und vom Aussterben bedrohte Schildkröte, eine der letzten ihrer Art auf der Welt, ist im Dong-Mo-See in Hanoi verendet. Wie das US-amerikanische Nachrichtenmagazin TIME berichtet, handelte es sich nicht nur um eine große Jangtse-Weichschildkröte (Rafetus swinhoei), sondern wahrscheinlich auch um das letzte bekannte Weibchen dieser Art.

Die Todesursache für das 156 Zentimeter lange und 93 Kilogramm schwere Reptil ist noch nicht bekannt. Auch das Alter des Tieres muss noch ermittelt werden. Eine vollständige Autopsie durch die örtlichen Behörden muss noch durchgeführt werden. Riesenweichschildkröten waren in Südchina und Vietnam einst verbreitet und können mehr als 100 Jahre alt werden. Mit dem Tod des Schildkrötenweibchens gibt es damit weltweit nur noch zwei bekannte Männchen – eines im Zoo von Suzhou in China und ein weiteres im Xuan-Khanh-See in Hanoi.

Vom Aussterben bedrohte Schildkröte: Befruchtungsversuche, um die Tierart zu retten, scheiterten

„Es handelt sich um dasselbe Individuum, das wir in den letzten Jahren beobachtet haben. Das ist ein echter Schlag“, sagte Tim McCormack, Direktor des Asian Turtle Program for Indo-Myanmar Conservation im Gespräch gegenüber der TIME und wies darauf hin, dass die örtlichen Behörden in Kürze einen Gentest an dem Kadaver durchführen werden, um die Identität zu überprüfen. „Es war ein großes Weibchen, das offensichtlich eine große Reproduktionskapazität hat. Sie hätte möglicherweise hundert oder mehr Eier pro Jahr legen können“, so McComack weiter.

Seltenste Schildkröte (Jangtse-Riesenweichschildkröte) vom Aussterben bedroht

Die Entdeckung des Weibchens im Januar 2021 hatte die Hoffnung geweckt, dass die Art vor dem Aussterben bewahrt werden könnte. Das Reptil, das auch als Hoan-Kiem-Schildkröte bekannt ist, wurde durch die zunehmende Umweltverschmutzung und die jahrzehntelange Jagd auf sein Fleisch und seine Eier jedoch an den Rand des Aussterbens getrieben.

Zuvor gab es im Zoo von Suzhou in China ein weiteres Weibchen der Jangtse-Riesenweichschildkröte, das jedoch 2018 ausgerechnet während der Zuchtbemühungen starb. Viele Jahre lang versuchten die Mitarbeiter erfolglos, das Schildkrötenpaar im Zoo zur natürlichen Fortpflanzung zu bewegen.

Naturschützer geben Hoffnung für die seltenste Schildkröte der Welt nicht auf

In den 20 Jahren, in denen er sich mit dieser Schildkröten-Art beschäftigte, habe McCormack nie Eier gesehen. „Seit fast 10 Jahren gibt es einen künstlichen Niststrand im Dong-Mo-See an dem bisher aber keine Nester entstanden sind. 

Obwohl der Verlust des Weibchens von Rafetus swinhoei im Dong-Mo-See die Naturschützer schockiert und traurig stimmt, gibt es noch Hoffnung. Nach Angaben des Asia Turtle Program könnte es noch weitere Rafetus swinhoei im Dong-Mo-See geben, was für Naturschützer ein Grund ist, die Art noch nicht aufzugeben. Bislang ist es den Wissenschaftlern jedoch nur gelungen, ein einziges Weibchen zu fangen und zu identifizieren.

Seltenste Schildkröte – ein verehrtes Geschöpf

Die Hoan-Kiem-Schildkröte ist in Vietnam von großer spiritueller Bedeutung. Im 15. Jahrhundert, so die vietnamesische Mythologie, schenkte eine Schildkröte im Hoan-Kiem-See dem Kaiser Lê Lợi ein Schwert, mit dem er die chinesischen Besatzungstruppen besiegte. „Die Tatsache, dass sich der natürliche Lebensraum von Rafetus swinhoei mit dem Schauplatz der Geschichte überschneidet, erhöht die kulturelle Bedeutung der Art in den Augen der Vietnamesen“, so Khoi Pham, Redakteur des Kunst- und Kulturmagazins Saigoneer gegenüber der TIME.

Rote Liste: 10 Tierarten sind in Deutschland bedroht

Auch wenn es für so manchen Hobbygärtner komisch klingt: Die Gartenspitzmaus (lebt am liebsten in der Nähe von menschlicher Siedlungen) wird in Deutschland in der Roten Liste als gefährdet geführt.
Auch wenn es für so manchen Hobbygärtner komisch klingt: Die Gartenspitzmaus (lebt am liebsten in der Nähe von menschlichen Siedlungen) wird in Deutschland in der Roten Liste als gefährdet geführt. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Das Birkhuhn steht sowohl in Deutschland, als auch in Bayern auf der Rote Liste und ist fast überall verschwunden. Nur in der Rhön gibt es noch ein paar Exemplare. Förster und Naturschützer haben mit Wacholdersträuchen und Heidelbeeren kleine Biotope geschaffen.
Das Birkhuhn steht sowohl in Deutschland, als auch in Bayern auf der Rote Liste und ist fast überall verschwunden. Nur in der Rhön gibt es noch ein paar Exemplare. Förster und Naturschützer haben mit Wacholdersträuchern und Heidelbeeren kleine Biotope geschaffen. (Symbolbild) © Nature Picture Library/Imago
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Libellen sind nicht nur wunderschöne Insekten, sie sind auch recht nützlich und leisten uns Menschen gute Dienste, indem sie Mücken oder Bremsen fern halten. Doch die Helm Azurjungfer Libelle ist vor allem durch den Verlust ihres Lebensraums vom Aussterben bedroht und gehört geschützt. (Symbolbild) © GFC Collection/Imago
Fliege ist gleich Fliege? Von wegen. Laut Bfn zählt die Steinfliege zu 46,4 Prozent zu den bestandsgefährdeten Arten.
Fliege ist gleich Fliege? Von wegen. Laut Bfn zählt die Steinfliege zu 46,4 Prozent zu den bestandsgefährdeten Arten.  © blickwinkel/Imago
Eine Fledermaus mag für manchen unheimlich wirken. Jedoch sind Fledermäuse extrem nützliche, unglaublich faszinierende und streng geschützte Tiere.
Eine Fledermaus mag für manchen unheimlich wirken. Auch weil darauf hingewiesen wird, dass die Insektenfresser Tollwut übertragen können. Jedoch sind Fledermäuse extrem nützliche, unglaublich faszinierende und streng geschützte Tiere. Die winzigen Geschöpfe benötigen unseren Schutz – auch die Mopsfledermaus. (Symbolbild) © Steffen Schellhorn/Imago
Für die meisten Autofahrer ein Ärgernis. Trotzdem: Der Iltis zählt zur Familie der Marder und wird in der Roten Riste als gefährdet eingestuft. Grund dafür sind intensive Landnutzung und ein Verlust des Lebensraums.
Für die meisten Autofahrer ein Ärgernis. Trotzdem: Der Iltis zählt zur Familie der Marder und wird in der Roten Riste als gefährdet eingestuft. Grund dafür sind intensive Landnutzung und ein Verlust des Lebensraums. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Man glaub es kaum, aber gefährdet ist auch der Feldhase.
Man glaub es kaum, aber gefährdet ist auch der Feldhase. Neben natürlicher Feinde, hat auch der Mensch damit zu tun. (Symbolbild) © imagebroker/Imago
Kreuzotter (Vipera berus), Höllenotter, Bayern, Deutschland, Europa *** Adder Vipera berus , Hell adder, Bavaria, German
So manchen Hobby-Gärtner erschreckt eine Schlange, die sich genüsslich in der Sonne badet. Meistens handelt es sich dabei um die ungefährliche Ringelnatter. Doch auch wenn die Kreuzotter zu den giftigen Schlangen zählt – steht sie auf der Rote Liste der stark gefährdeten Reptilien-Arten. (Symbolbild) © imagebroker/Imago
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Unter den Reptilien gilt die Europäische Sumpfschildkröte als vom Aussterben bedroht. (Symbolbild) © Shotshop/Imago
Der Feldhamster taucht in der Roten Liste als vom Aussterben bedroht auf und zählt zu einer der am stärksten, bedrohten Säugetierarten Deutschlands. Ein Grund: Die stetige Intensivierung der Landwirtschaft.
Die Nagetiere kennt man eigentlich nur noch aus dem Kinderzimmer, wo sie liebevoll umsorgt und gepflegt werden. Doch was ist mit dem Feldhamster? Er taucht in der Roten Liste als vom Aussterben bedroht auf und zählt zu einer der am stärksten, bedrohten Säugetierarten Deutschlands. Ein Grund: Die stetige Intensivierung der Landwirtschaft. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago

„Schildkröten werden in der vietnamesischen Kultur seit langem als Symbol für Langlebigkeit, Weisheit und Stabilität verehrt. Die Tiere erscheinen als dekorative Motive in Tempeln und Denkmälern und als mythologische Figuren in vielen Volkslegenden“, fügte Khoi hinzu. „Es ist eine Schande, dass wir in einem Land, das Schildkrötengötter so sehr verehrt, ihre realen Gegenstücke so schlecht schützen“.

Die älteste Schildkröte der Welt wurde letztes Jahr auf St. Helena 190 Jahre alt. Eine Meeresschildkröte namens Poldi erheiterte letzten Winter die Besucher im Wilhelmshaven – dort überwinterte die Schildkröte im Haifischbecken. Und eine Familie macht beim Entrümpeln einen unglaublichen Dachbodenfund: Sie findet ihre vermisste Schildkröte nach 30 Jahren – diese überlebte in einer Holzkiste und war gesund und munter. (Vivian Werg)

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