Bericht des WWF

Sensationsfund nach zwei Jahren Suche: Wissenschaftler entdecken bislang unbekanntes Säugetier

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Wissenschaftler haben im Südosten von Asien in nur zwei Jahren 380 Tier- und Pflanzenarten entdeckt, die zuvor noch nie beschrieben wurden.

Bangkok – Immer wieder gelingen Wissenschaftlern Sensationsfunde in Flora und Fauna. So auch jetzt in der Mekong-Region in Südostasien. In nur zwei Jahren haben Wissenschaftler hier 380 Tier- und Pflanzenarten entdeckt, die zuvor noch nie beschrieben wurden.

Die meisten dieser Spezies wurden in Vietnam und Thailand dokumentiert, gefolgt von Myanmar, Laos und Kambodscha, heißt es in einem aktuellen Bericht der Umweltstiftung WWF. Die neuen Entdeckungen seien ein Beweis für die Artenvielfalt der Region, heißt es. Doch die Freude wird getrübt. Denn die Entdeckungen machten auch klar, wie viel durch die zunehmende Zerstörung der Lebensräume auf dem Spiel stehe.

Die gefährlichsten Spinnenarten in Deutschland

Die Ammen-Dornfinger Spinne zählt zu den giftigsten Tieren in Deutschland
Die Ammen-Dornfinger Spinne zählt zu den giftigsten Tieren in Deutschland. Ein Biss kann für Menschen sehr gefährlich werden. © Patrick Pleul/dpa
Ein Biss der gefährlichen Fischernetzspinne verursacht oft stundenlang Schmerzen
Ein Biss der gefährlichen Fischernetzspinne verursacht oft stundenlang Schmerzen. In Deutschland wurde diese Spinnenart zuletzt in Rheinland-Pfalz gesichtet. © H. Bellmann/F. Hecker/imago
Auch unter dem Namen „Nosferatu-Spinne“ bekannt, hält sich die Kräuseljagdspinne gerne in Wohnungen auf
Auch unter dem Namen „Nosferatu-Spinne“ bekannt, hält sich die Kräuseljagdspinne gerne in Wohnungen auf. © Brent Stephenson/imago
Die Tapezierspinne, hier in der Drohhaltung, begegnet man eher selten
Die Tapezierspinne, hier in der Drohhaltung, begegnet man eher selten. Ihr zu Hause ist in der Erde. © imago
Auch die Warmhaus-Krabbenspinne hat ihre Heimat unter anderem in Deutschland gefunden
Auch die Warmhaus-Krabbenspinne hat ihre Heimat unter anderem in Deutschland gefunden. Sie kann bis zu 30 Zentimeter groß werden. © R. Müller/imago
Hauswinkelspinne: Hat sie sich einmal Zugang zur Wohnung verschafft, versucht sie es immer wieder
Das größte Problem bei der Hauswinkelspinne ist: Hat sie sich einmal Zugang zur Wohnung verschafft, versucht sie es immer wieder. © Dominik Kindermann/imago
Die Heimat der Wasserspinne ist in deutschen Gewässern und Mooren
Die Heimat der Wasserspinne ist in deutschen Gewässern und Mooren. © imago
Die brasilianische Wanderspinne wurde in Deutschland unter anderem in Supermärkten gesichtet - in Bananenkisten
Die brasilianische Wanderspinne wurde in Deutschland unter anderem in Supermärkten gesichtet - in Bananenkisten. Sie gilt als äußerst gefährlich. © G.Kunz/imago
Ein Biss der Kugelspinne löst häufig starke Infektionen aus. Sie richtet sich gerne in deutschen Wohnungen ein
Ein Biss der Kugelspinne löst häufig starke Infektionen aus. Sie richtet sich gerne in deutschen Wohnungen ein. © R. Sturm/imago
Europaweit verbreitet sind auch die Kreuzspinnen
Europaweit verbreitet sind auch die Kreuzspinnen. Für ihre Beute ist ein biss tödlich, für Menschen jedoch nicht. © Harry Laub/imago
Mittlerweile kommt die Schwarze Witwe auch in Deutschland vor
Mittlerweile kommt die Schwarze Witwe auch in Deutschland vor. Sie zählt zu den gefährlichsten Arten der Giftspinnen. © imago

Mekong-Region Hotspot der Artenvielfalt: Forschende entdecken 380 Tier- und Pflanzenarten

Bereits der WWF-Bericht aus dem Jahr 2020 listet 224 Neuentdeckungen in der Mekong-Region, darunter 35 Reptilien, 17 Amphibien, 16 Fische, ein Säugetier und 155 Pflanzen. Mit den neu entdeckten Arten der vergangenen zwei Jahre sind seit 1997 rund um den mächtigen Fluss Mekong bereits 3389 zuvor unbekannte Pflanzen, Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere dokumentiert worden, teilte WWF Deutschland mit.

In der Mekong-Region im Südosten von Asien haben Forschende in nur zwei Jahren 380 Tier- und Pflanzenarten entdeckt, die zuvor noch nie beschrieben wurden. Dazu zählt auch die Froschart (Theloderma khoii) aus dem Norden Vietnams.

Modernste Technologien würden bei der Arbeit der Wissenschaftler helfen. Beispielsweise werden Bioakustik-Methoden zur Analyse der von Tieren erzeugten Geräusche genutzt, zudem gebe es Fortschritte bei der genetischen Sequenzierung, heißt es in dem Bericht.

Sensationsfund bei Tieren und Pflanzen: Unbekannte Arten in der südostasiatischen Mekong-Region

Zu den nun entdeckten, bislang unbekannten Arten in der südostasiatischen Mekong-Region gehören unter anderem:

  • Die Blaukopf-Schönechse (Calotes goetzi) aus Kambodscha, die zur Verteidigung ihre Farbe wechselt.
  • Eine Froschart (Theloderma khoii) aus dem Norden Vietnams, die sich mit einer Moos-ähnlichen Hautstruktur tarnt.
  • Eine äußerst giftige Schlange (Bungarus suzhenae), benannt nach einer Schlangengöttin aus einer chinesischen Legende.
  • Die Mausohrfledermaus (Myotis Hayesi) aus Kambodscha, das einzige Säugetier auf der Liste.
Die Mausohrfledermaus (Myotis Hayesi) wurde von Forschern in Kambodscha entdeckt: Die WWF veröffentlichte ein Foto von einem Schädel des bislang unbekannten Säugetiers.

Außerdem wurden zahlreiche Blumen entdeckt. Zu den Neuentdeckungen zählen beispielsweise die leuchtend rosa-gelbe Mini-Orchidee Dendrobium fuscifaucium (Laos) sowie neue Arten von Begonien und Rhododendren.

Unzählige unentdeckte Arten in Asien: Massive Wilderei stellt Bedrohung dar

„In der Mekong-Region gibt es vermutlich noch unzählige Arten, die die Wissenschaft nicht kennt. Es könnten Tier- und Pflanzenarten für immer ausgelöscht werden, bevor wir überhaupt von deren Existenz erfahren“, warnte Stefan Ziegler vom WWF Deutschland. Unter anderem stellen riesige Wasserkraftwerke und massive Wilderei eine Bedrohung dar. Ziel müsse es sein, die biologisch wertvollen Gebiete am Mekong grenzüberschreitend und dauerhaft zu schützen, betonte Ziegler. (hg/dpa)

Rubriklistenbild: © Nguyen Thien/dpa

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