Wegen Volksverhetzung gesucht

Auslieferung von Attila Hildmann wäre wohl längst möglich gewesen - Bericht über großen Ermittlungspatzer

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Attila Hildmann im Mai 2020 in Berlin. (Archivfoto)

Folgt nun doch die Auslieferung nach Deutschland? Einem Medienbericht zufolge soll Attila Hildmann gar nicht die türkische Staatsangehörigkeit besitzen.

Berlin - Der wegen Volksverhetzung gesuchte Verschwörungsideologe Attila Hildmann soll nach Informationen des Magazins Stern entgegen bisherigen Angaben doch nicht die türkische Staatsbürgerschaft besitzen. „Die Ermittlungen laufen weiterhin und nach hiesiger Kenntnis besitzt der Beschuldigte nur die deutsche Staatsangehörigkeit“, zitierte das Magazin in einer Meldung vom Dienstag einen Sprecher der Berliner Generalstaatsanwaltschaft.

Folgt nun doch die Auslieferung? Attila Hildmann hat offenbar gar nicht die türkische Staatsbürgerschaft

Vor einem Jahr hatte die Staatsanwaltschaft erklärt, Hildmann, der sich in die Türkei abgesetzt hatte, besitze neben der deutschen auch die türkische Staatsangehörigkeit. Deshalb sei davon auszugehen, dass ihn die Türkei weder festnehmen noch ausliefern werde. Ohne die türkische Staatsbürgerschaft hingegen könnte nun doch eine Auslieferung erfolgen.

Der per internationalem Haftbefehl gesuchte Hildmann war während der Coronakrise als Verschwörungsideologe in Erscheinung getreten. Ihm werden von der deutschen Justiz unter anderem Volksverhetzung und die öffentliche Aufforderung zu Straftaten vorgeworfen.

Wie es zu der Fehlinformation kommen konnte, wollte der Sprecher der Staatsanwaltschaft laut Stern nicht kommentieren. Auch die Frage, ob die Bundesregierung inzwischen ein Auslieferungsgesuch an die Türkei gestellt hat, blieb unbeantwortet.

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