Tragischer Vorfall nach Party

„Spionagedreieck“ am Lago Maggiore – für Geheimdienst-Aktionen bekannt

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Bei dem Schiffsunglück vom Lago Maggiore sind drei Geheimagenten gestorben. Es ist nicht das erste Mal, dass Agenten in dieser Region auftauchen.

Lago Maggiore – Das Bootsunglück vom Lago Maggiore hat mehr offenbart als zunächst angenommen. Bei dem Bootsunfall am Sonntagabend seien unter den vier Todesopfern drei Personen gewesen, die für den Geheimdienst tätig waren. Ein Mann arbeitete demnach in Israel, eine Frau und ein Mann in Italien für die jeweiligen Nachrichtendienste. Das bestätigten sowohl das israelische Außenministerium, sowie die italienischen Behörden. Ein neues Kapitel in einer Region, die bereits für Agenten-Geschichten bekannt ist.

Bootsunglück auf dem Lago Maggiore – im „Spionagedreieck“ zwischen Italien, Frankreich und der Schweiz?

Denn wie es der italienische Corriere nach dem Unglück titelte, handelt es sich in der Region zwischen Nord-Italien, Südost-Frankreich und der Süd-Schweiz um eine Art „Spionagedreieck“. In der Vergangenheit sei es dort immer wieder zu auffälligen Offenbarungen von Spionen gekommen.

Bei einem Bootsunglück auf dem Lago Maggiore sind unter den vier Todesopfern drei ehemalige Mitarbeiter von Geheimdiensten.

Iranischer und US-amerikanischer Geheimdienst in Norditalien bereits in Erscheinung getreten

Der Lago Maggiore liegt in der Lombardei. Die Region sei mit ihrer Industrie für Geheimagenten bereits in der Vergangenheit interessant gewesen. Denn dort hätte seit den 90er-Jahren unter anderem der iranische Geheimdienst agiert, um Ressourcen für zivile und militärische Technologien zu beschaffen, so die Zeitung. Zudem hätten die Agenten eine Screening-Firma in Mailand gegründet, um geeignetes Material nach Teheran weiterzuleiten. Bereits 1988 sei zudem die US-amerikanische CIA nach einem Einsatz in Napoli zum Rückzug in Norditalien aufgetreten.

Ungeklärter Fall aus 2019: Französischer Geheimagent auf Parkplatz bei Genf erschossen

Etwas weiter im Nord-Westen der Schweiz wurde im März 2019 im Raum Genf zudem der Geheimagent Daniel Forestier, ein ehemaliger französischer Geheimagent, laut dem Corriere erschossen. Er sei in seinem Auto auf einem Parkplatz in einen Hinterhalt geraten und wurde dort ermordet.

Auch wenn der Fall bis heute ungelöst sei, gebe es viele Hinweise auf die Ursache. Als mögliche Gründe würden vergangene Geschäfte mit der Sowjetunion, ein Bürgerkrieg auf dem afrikanischen Kontinent und unbeglichene Rechnungen infrage kommen. Die Schweiz, insbesondere Genf, würde den Berichten zufolge ohnehin häufig als Transitland von Geheimdiensten genutzt.

15 russische Spione operierten aus den Alpen nach ganz Europa

An der französischen Grenze, wo sich das „Spionagedreieck“ zu der Schweiz und Italien schließen soll, hatten sich Berichten von Le Monde zufolge zudem in Vergangenheit 15 russische Spione in dem französischen Alpen-Département Haute-Savoie niedergelassen. Dabei handelte es sich demnach um die in Europa aktive GRU-Einheit – auch bekannt als 29155. Von dort aus hatten sie sich in ganz Europa als Urlauber ausgegeben, um für den Geheimdienst zu operieren. Ziele seien unter anderem Côte d‘Azur und Großbritannien gewesen. Das habe auch den französischen Spionageabwehrdienst auf den Plan gerufen.

„Spionagedreieck“ am Lago Maggiore auch in James-Bond-Filmen präsent

Mit dem Bootsunglück auf dem Lago Maggiore sind nun erneut ehemalige Mitarbeiter des Geheimdienstes in dieser Region um die Alpen herum in Erscheinung getreten. Eine hohe Konzentration von Nachrichtendiensten in dieser Region scheint zumindest nicht unwahrscheinlich zu sein. Das haben sich auch die Regisseure des Filmklassikers James Bond – 007 zu Herzen genommen.

Bereits in dem Film „James Bond – Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ von 1996 diente die Schweiz mit ihren Alpen als Drehort für den Erfolgsschlager. Auch in den Filmen von 1977, 1981, 1987, 1999 und 2015 wurde in den Alpen von Frankreich, Italien, Österreich und der Schweiz Szenen gedreht. Nicht selten standen die Alpen dabei im Mittelpunkt der Handlung.

Rubriklistenbild: © dpa

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