Gefährliche Erkrankung

Masern-Fälle in Österreich nehmen rapide zu: Worauf Sie jetzt achten sollten

  • schließen

Die Fälle von Masern in Österreich steigen. In zwei Monaten wurden beinahe so viele Infektionen gemeldet, wie im gesamten Vorjahr. Doch es gibt einen Schutz.

Wien – In Österreich wurden seit Beginn des Jahres 157 bestätigte Masern-Erkrankungen gemeldet, gab die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bekannt. 23 Personen davon mussten im Krankenhaus behandelt werden, drei sogar intensivmedizinisch. Doch damit nicht genug.

Masern-Ausbruch in Österreich: Dringender Appell an Bevölkerung

Es ist laut AGES zu erwarten, dass es weitere Fälle gibt. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr gab es 186 Masern-Fälle, wobei 49 Personen davon im Krankenhaus versorgt wurden. Damit ist bis Februar 2024 fast das gesamte Vorjahresniveau erreicht. Zu der aktuellen Infektionswelle trug auch ein Ausbruch in einem Kletterzentrum in Innsbruck bei.

Wie das Land Tirol mitteilte, sind aktuell vier Menschen an Masern erkrankt. Eine Person davon soll unwissentlich die anderen angesteckt haben. Das Bundesland ruft deshalb zur Vorsicht auf. Wer sich am 21. Februar zwischen 16.30 und 22 Uhr in dem Kletterzentrum oder dem dazugehörigen Bistro aufgehalten hat, sollte seinen Impfstatus auf zwei Masern-Impfungen überprüfen.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16)
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © dpa
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Auslöser der Tuberkulose sind Bakterien (Mycobacterium tuberculosis)
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

Das gelingt mit einem Blick auf den Impfpass. Eine MMR-Impfung (Masern, Mumps und Röteln) ist unter den Bezeichnungen „MMRvaxPro“ oder „Priorix“ zu erkennen. Wer noch keinen vollständigen Impfschutz hat, sollte diesen nachholen, heißt es. Betroffene mit Symptomen werden gebeten, sich sicherheitshalber zu isolieren. Die Inkubationszeit beträgt sieben bis 21 Tage.

Für diese Bevölkerungsgruppen wird eine Masern-Impfung empfohlen

Empfohlen wird eine Masern-Impfung von der Ständigen Impfkommission (Stiko) allen Erwachsenen, die nach 1970 geboren sind und nicht oder nicht ausreichend in der Kindheit gegen Masern geimpft wurden. Das gilt besonders für Menschen, die im Gesundheitswesen, in Gemeinschaftseinrichtungen oder in der Betreuung von Personen mit stark geschwächtem Immunsystem arbeiten. Kinder können bereits zwischen dem vollendeten 11. und 14. Lebensmonat geimpft werden. Die zweite Impfung sollte dann frühestens vier Wochen später und spätestens zum Ende des zweiten Lebensjahres erfolgen.

In Österreich gibt es immer mehr Masern-Fälle.

„Zweifach geimpfte Personen sowie Personen, die bereits eine Masernerkrankung durchlaufen haben, gelten als immun“, so das Land Tirol. Allein in diesem Jahr gab es in Tirol 59 Masern-Fälle. In Österreich muss eine Infektion dem Gesundheitsamt gemeldet werden – ebenso wie in Deutschland.

Immer mehr Masern-Fälle in Österreich: Ausbrüche auch in Deutschland

Seit 2020 gilt in Deutschland eine Impfpflicht für Masern. Allerdings kommt es bundesweit immer wieder zu Ausbrüchen. In Nordrhein-Westfalen wurden in diesem Jahr bereits 24 Masern-Fälle gemeldet, teilte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums des Landes der Rheinischen Post mit. Das sind jetzt schon mehr als im gesamten Jahr 2023 mit 15 Fällen.

Betroffen seien vor allem Kinder, die meist keinen oder nur einen unzureichenden Impfschutz aufwiesen. Die Gründe dafür sieht die Sprecherin in verpassten oder verschobenen Impfterminen, insbesondere während der Corona-Pandemie. Eine geringe Risikowahrnehmung bezüglich der Masernerkrankung sowie Vorbehalte gegenüber der Sicherheit von Impfungen seien ebenfalls mögliche Ursachen.

Gefährliche Erkrankung: Das sind Symptome bei Masern

Harmlos sind Masern keineswegs. Das Virus löscht das Immungedächtnis und macht anfällig für andere Infektionen. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) treten bei rund jedem zehnten Betroffenen Komplikationen auf. Besonders beängstigend sind laut BZgA Komplikationen mit einer Gehirnentzündung, die bei etwa einem von 1000 Fällen auftritt. In zehn bis 20 Prozent dieser Fälle verläuft diese tödlich, bei 20 bis 30 Prozent bleiben schwerwiegende Folgeschäden wie geistige Behinderungen oder Lähmungen zurück.

Das sind mögliche Symptome einer Masern-Infektion:

  • Hohes Fieber
  • Husten
  • Schnupfen
  • Entzündungen im Nasen-Rachen-Raum
  • Bindehautentzündung
  • Hautausschlag nach einigen Tagen

Wer noch keine Infektion durchgemacht oder keinen vollständigen Impfschutz hat, riskiert eine Infektion. Besonders gefährdet sind jedoch Säuglinge oder Jugendliche und junge Erwachsene, bei denen eine Impfung in der Kindheit versäumt wurde. Menschen mit geschwächtem Immunsystem, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, tragen ein höheres Risiko für Komplikationen. Forschende entdeckten derweil eine neue Methode, das Masern-Virus zu stoppen.

Die Redakteurin hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien.

Rubriklistenbild: © Achim Scheidemann/dpa

Kommentare