Experte über Urlauber-Hotspot

„Ausrottung ist fast unmöglich“: Alien-Garnelen am Gardasee verursachen „starke negative Auswirkungen“

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Die sogenannten Alien-Garnelen am Gardasee bereiten Sorgen, so sehr, dass der WWF einschreitet. Die Lebensräume sind in einer prekären Lage.

Padenghe sul Garda – Eine spezielle Tierart hält Experten am Gardasse auf Trab. Eines der liebsten Reiseziele der Österreicher und der Süddeutschen ist der Lago di Garda, wie er in der Landessprache auch genannt wird. Das wunderschöne Panorama und die Möglichkeiten, die zur Verfügung stehen, machen den circa vier Auto-Stunden von München entfernten See zu einem Touristen-Hotspot. Doch in Padenghe sul Garda haben Experten, neben der Insekten-Invasion am Gardasee, gerade andere Tier-Sorgen, als ein zu hohes Urlauberaufkommen.

Gardasee-Problem vom „Killerkrebs“? Tier-Art besorgt Anwohner und Experten

Padenghe sul Garda liegt im Südwesten des Gardasees auf dem Weg von Gardone nach Peschiera. Die nächst größere Stadt ist Brescia. Die WWF (World Wide Fund for Nature) Bergamo Brescia warnt nun in einem Video vor dem Vorkommen des „Rote Louisiana-Flusskrebs“. Viele italienische Medien berichten über das Tier und geben ihm unterschiedliche Spitznamen. Südtirolnews.it nennt es „Alien-Garnele“, Il Saronno und La Voce del Trentino nennen die Garnele der WWF nach: „Killerkrebs“.

Alien-Garnele oder auch Killerkrebs wird der „Rote Louisiana-Flusskrebs“ auch genannt. Hier in einem Video vom WWF eingefangen.

Doch was genau ist das Schlimme an der Alien-Garnele, bzw. dem Killerkrebs? In einem kurzen Video von der WWF, das auf Social Media die Runde macht, wird die Problematik erklärt. Viele Tiere seien tot aufgefunden worden, laut italienischen Medien sorgte das für eine gewisse Panik bei Anwohnern und Gästen. Es handelt sich, wie auch gardatoday.it WWF zitiert, um „eine sehr gefräßige, gebietsfremde Art, die einen starken negativen Einfluss auf die Ökosysteme und Lebensräume hat, in denen sie sich ausbreitet“. Der NABU (Naturschutzbund Deutschland) berichtete einst auch von einem Vorkommen der gleichen Art in Berlin und schrieb: „Darüber hinaus ist der knallrote Krebs als Träger einer Pilzerkrankung (Krebspest) eine Gefahr. Gegen diese Erkrankung sind die Tiere selbst immun, für europäische Flusskrebsarten ist die „Krebspest“ hingegen tödlich. Die wanderlustigen Tiere tragen die Infektionen in das nächste Gewässer.“

„Ausbreitung eindämmen“: Experte will keine Gardasee-Panik, spricht aber von Vorsicht

Der „Rote Louisiana-Flusskrebs“ gilt als der am weitest verbreitete Krebs der Welt und gleichzeitig als einer der schädlichsten gebietsfremden Arten. Il Saronno zitiert die italienische Seite www.specieinvasive.it, auf der es heißt: „Eine Ausrottung ist fast unmöglich durchzuführen, außer in besonderen Situationen. Auch in diesem Fall ist die Managementstrategie eher Prävention.“

Der Killerkrebs zeichnet sich durch „hohe Anpassungsfähigkeit, Aggressivität und Fortpflanzungspotenzial aus.“ In Süßwasser-Nähe kann sie sich sehr gut überall ausbreiten, dabei sei egal, ob es sich um Seen, Teiche, Sümpfe, Flüsse oder Bäche handelt. Im Gardasee jagten Taucher auch kürzlich einen „sehr gefräßigen“ Monsterfisch.

Südtirolnews zitiert Paolo Zanollo von der WWF, der meint: „Es gibt keinen Grund zur Panik, aber das Problem darf nicht unterschätzt werden.“ Die invasive Krebs-Art hat allerdings laut Zanollo genügend natürliche Feinde. „Möwen, Reiher und verschiedene Fischarten wie der Flussbarsch, Aal und insbesondere der Wels ernähren sich von ihnen. Eine Studie hat gezeigt, dass mehr als die Hälfte der Nahrung der Welse aus diesen Krebsen besteht.“ Vom Gardasee werden die Krebse ähnlich wie deutsche Touristen nie ganz wegzudenken sein. Gegen die Tiere gibt es im Gegensatz zu den Touristen aber Möglichkeiten: „Was wir tun können, ist, ihre Ausbreitung einzudämmen“.

Unbekannte Städte, Dörfer und Landschaften: Zehn Geheimtipps für den Italien-Urlaub

Stadt Urbino in der italienischen Region Marken
Im Italien-Urlaub verschlägt es viele Reisende zu den Touristenmagneten Rom, Venedig oder Florenz. Aber wie wäre es mit der Stadt Urbino in der italienischen Region Marken? Sie gilt als die “Wiege der Renaissance” und ist der Ort, an dem der berühmte Künstler Raffael das Licht der Welt erblickte. Sein Geburtshaus kann heute noch besichtigt werden. Aufgrund der imposanten Architektur zählt Urbino zudem zum Unesco-Weltkulturerbe. Das wohl beeindruckendste Bauwerk ist der Palazzo Ducale aus dem 15. Jahrhundert.  © Pond5 Images/Imago
Kanal Vena in der italienischen Stadt Chioggia
Wer keine Lust auf lange Schlangen und Gedränge in der Lagunenstadt Venedig hat, findet nur etwa eine Autostunde entfernt die “kleine Schwester” Chioggia – auch bekannt als “kleines Venedig”. Das malerische Fischerdorf mit seinen engen Gassen und bunten Häuschen zeigt das authentische Italien und lädt zu einem Spaziergang durch die Altstadt ein. Besonders an den insgesamt neun Brücken, die über den Canal Vena führen, fühlt man sich an die große Schwester nur 50 Kilometer entfernt erinnert.  © Pond5 Images/Imago
Civita di Bagnoregio in der italienischen Region Latium
Besonders ursprünglich ist das Dorf Civita di Bagnoregio in der Region Latium geblieben. Es wurde vor rund 2.500 Jahren von den Etruskern gegründet und drohte seither aufgrund von Erdrutschen schon mehrere Male auszusterben. Seine einzigartige Lage an der Spitze eines Gesteins macht den Ort jedoch zu einem perfekten Ausflugsziel: Er ist nur über eine 250 Meter lange Fußgängerbrücke zu erreichen, sodass Touristen und Einheimische schon immer vor Autolärm verschont geblieben sind. Eine wunderbare Gelegenheit für Besucher, entspannt durch die Gassen zu spazieren und sich in vergangene Zeiten entführen zu lassen. © Liubomir Paut/Imago
Panorama der zentralen Apenninen im Nationalpark Gran Sasso und Monti della Laga in den Abruzzen
Die Abruzzen zählen ebenfalls zu den eher weniger besuchten Regionen Italiens. Jedoch finden Aktivurlauber genug zu tun, denn mit dem Gebirgsmassiv Gran Sasso befindet sich hier einer der eindrucksvollsten Höhenzüge Italiens. Der Nationalpark verfügt über eine Vielzahl von gut ausgewiesenen Wanderwegen, die tolle Ausblicke auf die imposante Berglandschaft bieten. Da sich das Gebirge nur unweit der Adria-Küste befindet, lässt sich ein Wanderurlaub auch wunderbar mit einer Auszeit am Strand verbinden. © Pond5 Images/Imago
Hafen in Portovenere
Die Cinque Terre mit ihren fünf malerischen Küstendörfern gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen von Italien-Reisenden – daher wird es hier immer Sommer auch mal ganz schön voll. Wer es etwas ruhiger mag, findet nur unweit davon das vergleichsweise unbekannte Portovenere. Auch hier reihen sich bunte Fischerhäuschen aneinander, vor denen sich im Hafen kleine Boote tummeln. Einen Besuch ist außerdem die alte Ortskirche San Pietro wert, die sich vorgelagert auf einem steilen Felsen befindet, sowie die Burg Doria, welche auf einem hohen Felsmassiv thront.  © Pond5 Images/Imago
Sommerabend auf Panarea
Zu den eher unbekannteren Inseln Italiens zählt Panarea im Thyrrenischen Meer vor Sizilien. Beliebt ist sie vor allem bei Prominenten und Wohlhabenden, was sich auch an den Luxusyachten bemerkbar macht, die sich im Hafen befinden. Wer nicht auf dem Eiland übernachten möchte, kann einen Tagesausflug mit der Fähre von Milazzo aus unternehmen. Die Ostküste der Insel ist dicht besiedelt und kann somit wunderbar zu Fuß erkundet werden. Ein Highlight sind die Häuser im Ort San Pietro, die mit ihren weißen Fassaden und blauen Türen an griechische Dörfer erinnern. Wer etwas entspannen möchte, findet sich am Sandstrand Caletta di Zimmari ein.  © Alexander Rochau/Imago
Piazza del Comune Duomo di Santa Maria Assunta mit Torrazzo Baptisterium in Cremona
80 Kilometer südöstlich von Mailand liegt die Stadt Cremona, die für ihre Jahrhunderte alte Tradition des Geigenbaus bekannt ist – bekannte Meister wie Stradivari, Guaneri und Amati waren hier tätig. Einige der schönsten Instrumente werden im Rathaus, dem Palazzo del Comune, ausgestellt. Sehenswert sind zudem der eindrucksvolle Dom von Cremona sowie der benachbarte Glockenturm und das Baptisterium (siehe Bild). © Martin Jung/Imago
Hochebene von Castelluccio im Nationalpark Monti Sibillini
Die Region Marken gehört zu den am wenigsten besuchten Gebieten Italiens – dabei befindet sich hier mit dem Nationalpark Monti Sibillini ein wahres Paradies für Wanderer. Der höchste Gipfel des Gebirgsmassivs ist der Monte Vettore mit 2.476 Metern, an dessen Fuß sich der malerische Lago di Pilato befindet. Zu den beliebtesten Fotomotiven zählt jedoch die Hochebene von Castelluccio, die sich im Mai und Juni in ein buntes Blumenmeer mit Farben von ockergelb bis lila verwandelt.  © Maurizio Sartoretto/Imago
Matera in der italienischen Region Basilikata
Der Ort Matera in der italienischen Region Basilikata wurde 2019 mit dem Titel Kulturhauptstadt ausgezeichnet und im James-Bond-Film “Keine Zeit zu sterben” zur Kulisse einer rasanten Verfolgungsjagd. Dennoch halten sich die Touristenmassen in den verschlungenen Gassen, die sich an den kargen Hügeln entlang schlängeln, noch in Grenzen. Besonders beeindruckend an Matera sind die in den Fels geschlagenen Höhlenwohnungen, auch genannt Sassi, in denen bis in die 60 Jahre hinein noch Menschen lebten.  © Pond5 Images/Imago
Rocce Rosse in Arbatax auf Sardinien
Auf Sardinien konzentrieren sich viele Touristen auf die Regionen rund um Cagliari und Olbia. Dabei hat auch der Osten der Insel einiges zu bieten. Zu den atemberaubendsten Ausblicken zählt die Bucht Rocce Rosse bei Arbatax, einem Ortsteil der Stadt Tortoli. Die hohen roten Granitfelsen vor dem türkisfarbenen Meer sorgen für ein einzigartiges Schauspiel. Am Strand von Cea, wenige Kilometer entfernt, befinden sich mit “Is Scoglius Arrubius” zwei weitere beeindruckende rote Felsen.  © Vadym Lavra/Imago

Mit einem anderem Tier, einer Höllenotter, machte ein Wanderer in Kalabrien eine schlechte Erfahrung, während Urlauber am Montiggler See im Mai Zeugen einer Schlange wurden. (ank)

Rubriklistenbild: © Screenshot WWF Bergamo Brescia Facebook

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