Öffnung der Heiligen Pforte im Petersdom

Beginn einer besonderen Zeit: Papst Franziskus leitet Heiliges Jahr ein

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Papst Franziskus verkündet am ersten Weihnachtsfeiertag (25. Dezember 2024) die Urbi et Orbi-Botschaft im Vatikan in Rom.
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Die Heilige Pforte im Petersdom war 25 Jahre lang geschlossen. An Weihnachten öffnete Papst Franziskus das Tor und leitete damit das Heilige Jahr 2025 im Vatikan ein.

Rom – Die Tradition geht auf Papst Bonifaz VIII. zurück, der für 1300 ein besonderes Pilgerjahr ausrief. Anfangs fand das Heilige Jahr alle hundert Jahre statt, dann alle 50, später alle 33. Seit 1470 wird der 25-jährige Rhythmus beibehalten, wie es von der Deutschen Bischofskonferenz heißt. Wer das Tor durchschreitet, dem werden laut Vatikan alle Sünden erlassen. Für die Stadt Rom hat das Heilige Jahr indes ganz irdische Konsequenzen: Die italienische Hauptstadt erwartet im kommenden Jahr bis zu 50 Millionen Pilgerinnen und Pilger.

„Pilger der Hoffnung“: Papst ruft zum Schweigen der Waffen in aller Welt auf

Am Dienstagabend (24. Dezember) wurde das Oberhaupt der katholischen Kirche im Rollstuhl vor das Tor im Petersdom geschoben. Auf sein Klopfen hin öffnete sich die Heilige Pforte – und läutete damit das Heilige Jahr 2025 unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“ ein. Angesichts der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten sagte Papst Franziskus: „An diesem Weihnachtsfest, dem Beginn des Heiligen Jahres, lade ich alle Menschen, alle Völker und Nationen ein, den Mut zu haben, durch die Pforte hindurchzugehen, zu Pilgern der Hoffnung zu werden, die Waffen zum Schweigen zu bringen und die Spaltungen zu überwinden“

Am ersten Weihnachtsfeiertag erteilte Papst Franziskus dann den traditionellen Segen „Urbi et Orbi“. In seiner Predigt erinnerte er „an die Kriege, an die Kinder, die mit Maschinengewehren erschossen werden, an die Bomben auf Schulen oder Krankenhäuser“. Das Kirchenoberhaupt forderte zudem erneut, dass die Waffen in der Ukraine sowie in Gaza schweigen sollen. „Mit festem Blick auf die Krippe von Bethlehem denke ich an die christlichen Gemeinden in Israel und Palästina, insbesondere in Gaza, wo die humanitäre Lage äußerst ernst ist.“

Besucheransturm erwartet: Wer macht sich 2025 auf den Pilgerweg nach Rom?

Bis zum 5. Januar sind insgesamt fünf Zeremonien zur Öffnung Heiliger Pforten in Rom durch den Papst vorgesehen. Eine Premiere stellt dabei die erstmalige Öffnung einer Heiligen Pforte in einer Haftanstalt dar. Grundlegende Elemente der Heiligen Jahre sind laut Bischofskonferenz demnach die Wallfahrt nach Rom und das Durchschreiten der Heiligen Pforten in den vier Patriarchalbasiliken: Dem Petersdom sowie den Kirchen Santa Maria Maggiore, Sankt Paul vor den Mauern und Lateran.

Laut der katholischen Nachrichtenagentur CNA erwartet die Stadtverwaltung Roms zusätzlich zu den jährlich Millionen Touristinnen und Touristen bis zu 50 Millionen Pilgerinnen und Pilger. Das Auswärtige Amt spricht indes von 30 Millionen Pilgerinnen und Pilgern. „Die Leute kommen aus spirituellen Gründen, aber auch, weil sie gleichzeitig die Schönheit der Stadt Rom bewundern möchten“, sagte Roberto Gualtieri, Bürgermeister von Rom, in einem Interview mit dem katholischen Sender EWTN News. 2023 war bereits ein Rekordjahr für die italienische Hauptstadt: 35 Millionen Touristinnen und Touristen kamen in die „Ewige Stadt“ – so viele wie noch nie zuvor. 2025 dürfte diese Marke noch geknackt werden.

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