VonJohannes Nußschließen
Derzeit grassiert eine nie dagewesene Welle mit dem RS-Virus (RSV), das hauptsächlich Kindern und Babys zu schaffen macht. Wer sich ansteckt, liegt schnell flach.
Berlin – So heftig wie in diesem Jahr war Deutschland noch nicht betroffen: Aktuell grassiert das RS-Virus – auch RSV oder auch Respiratorischen Synzytial-Virus genannt. Am meisten betroffen von einer Infektion mit RSV sind Kinder und Babys, da diese im Gegensatz zu Erwachsenen ohne Vorerkrankung einem schweren Verlauf mit Intensivbehandlung und künstlicher Beatmung ausgesetzt sein können. Wer sich mit dem Virus infiziert, merkt dies erstmal nicht, da die Symptome erst nach einigen Tagen und nach der Inkubationszeit des RS-Virus auftreten. Hat sich ein Kind mit dem RS-Virus infiziert, sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden. Aktuell sind landauf, landab die Kliniken voll mit Kindern, die mit dem RS-Virus infiziert sind.
Inkubationszeit des RS-Virus (RSV): Wer neben Babys und Kindern betroffen ist
Die Inkubationszeit des RS-Virus dauert laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in der Regel zwei bis acht Tagen. Das bedeutet, dass Infizierte eine Ansteckung im Durchschnitt nach etwa fünf Tagen bemerken. Es ist aber schon nach einem Tag möglich, dass das RS-Virus weitergeben werden kann. Dies geschieht in der Regel über eine sogenannte Tröpfcheninfektion – also durch die Aerosole, ähnlich wie bei der Übertragung des Coronavirus.
Die Dauer der Ansteckungsfähigkeit beträgt laut RKI in der Regel drei bis acht Tage und klingt meist innerhalb einer Woche ab. Frühgeborene, Neugeborene, immun-defiziente oder immun-supprimierte Patienten können das Virus allerdings auch über mehrere Wochen, im Einzelfall auch über Monate ausscheiden.
Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV)
Das RSV ist ein weltweit verbreiteter Erreger von akuten Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege in jedem Lebensalter und einer der bedeutendsten Erreger von Atemwegsinfektionen bei Säuglingen, insbesondere Frühgeborenen und Kleinkindern. Auch Erwachsene können sich mit dem RS-Virus infizieren, haben aber in der Regel keinen schweren Verlauf.
Eine Infektion beschränkt sich bei Erwachsenen in der Regel auf Symptome, wie sie bei einer Erkältung auftreten. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass keine Vorerkrankung oder ähnliches vorliegt. Liegt dies vor, können auch Erwachsene von einem schweren Verlauf betroffen sein.
In Saisonalität und Symptomatik ähneln RSV-Infektionen der Influenza. Ihre Verbreitung in der Allgemeinbevölkerung wurde lange Zeit unterbewertet. Nach aktuellen Schätzungen kommen RSV-Atemwegserkrankungen jedoch weltweit mit einer Inzidenz von 48,5 Fällen und 5,6 schweren Fällen pro 1000 Kindern im ersten Lebensjahr vor. (Quelle: RKI)
Inkubationszeit des RS-Virus (RSV): Das sind die häufigsten Symptome bei einer Infektion mit dem RS-Virus
Hat sich schließlich ein Kind oder ein Baby mit dem RS-Virus infiziert, treten nach der Inkubationszeit die ersten Symptome mit dem RS-Virus auf. Die auffälligsten Symptome sind Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und Fieber. Ein weiteres Symptom bei einer Infektion mit dem RS-Virus kann sogenanntes giemendes Ausatmen sein. Bekannt ist dies in der Medizin auch bei Asthma-Patienten und bedeutet, dass beim Ausatmen ein pfeifendes Geräusch als Symptom bei einer Infektion mit dem RS-Virus zu hören sein kann.
- Husten
- Schnupfen
- Halsschmerzen
- Fieber
Hinzu kommt bei Kindern und Babys als Symptom des RS-Virus, dass sie sehr abgeschlagen und müde sein können. Eltern sollten auch achtsam werden, wenn das Kind kaum noch Nahrung zu sich nehmen möchte. Auch dies ist ein Symptom bei einer Infektion mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus. In letzter Instanz kann das RS-Virus auch eine Lungenentzündung bei Kindern und Babys auslösen, die im schlimmsten Falle auf einer Intensivstation endet.
Inkubationszeit des RS-Virus (RSV): Symptome und Infektion mit Mitteln aus Hausapotheke behandeln
Eine herkömmliche Therapie gibt es gegen das RS-Virus nicht. Auch eine Impfung ist derzeit nicht auf dem Markt, wenngleich Studienergebnisse des Pharma-Konzerns Pfizer aus der jüngsten Vergangenheit Hoffnung keimen lässt. Solange die infizierte Person keinen schweren Verlauf mit dem RS-Virus hat, können die Symptome mit den gängigen Mittelchen aus der Hausapotheke bekämpft werden. Wichtig ist zudem, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen – am besten Tee oder Mineralwasser.
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