Vorsicht Touristenfalle

Italien, Griechenland und Kroatien: Preisfallen und Extrakosten – hier droht Abzocke im Urlaub

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Im Urlaub ist die Gefahr einer Abzocke besonders hoch. Wir erklären, worauf Sie achten sollten und wie Sie sich vor einem Betrug schützen.

München – Die Urlaubszeit steht vor der Tür. Auf den Straßen, an den Bahnhöfen und an den Flughäfen wird es wieder mächtig voll. Am Zielort angekommen, kann die gute Urlaubsstimmung schnell kippen. Tourist:innen erwartet in einigen Ländern bestimmte Preisfallen. So müssen unachtsame Urlauber aufgrund besonderer Regeln in Italien tief in die Tasche greifen. Andere Urlauber:innen warnen vor viel zu hohen Preisen in einem griechischen Restaurant auf der Insel Mykonos. Erfahren Sie hier, worauf Sie sonst noch achten sollten. Ganz egal, ob sie nach Griechenland, Italien, Spanien oder Kroatien reisen.

Abzocke im Urlaub: Worauf Sie als Tourist achten sollten – Angebote und Extrakosten

Schon bevor Sie die Reise antreten, kann einiges schieflaufen. Denn falsche Reiseangebote sind den seriösen Angeboten mittlerweile zum Verwechseln ähnlich. Besonders kritisch sollten Sie Angebote sehen, die sehr günstig sind und in den sozialen Netzwerken beworben werden. Bei dieser Art von Abzocke erfolgt die Kommunikation oftmals unpersönlich durch WhatsApp oder Facebook, wie die Verbraucherzentrale warnt. Auch nach oben hin können die Kosten für den Urlaub explodieren, so verlangte ein Hotel in Italien mehr als 23.000 pro Nacht.

Touristen liegen am Strand in Palma. Auch hier tummeln sich Urlaubsfallen.

Wenn der Reiseanbieter die ganze Summe des Urlaubs auf einmal verlangt, kann dies bereits auf ein falsches Angebot hindeuten. Die Verbraucherzentrale weist ausdrücklich darauf hin, dass Reiseveranstalter eine Anzahlung von 20 Prozent verlangen dürfen, wenn Sie auch einen Reisesicherungsschein ausgestellt bekommen. Ausnahmen gelten dabei bei der Buchung von einzelnen Unterkünften und Flugreisen. Seriöse Anbieter verlangen den Rest des Betrags frühstens 30 Tage vor Reiseantritt.

Preisfallen im Urlaub: Unnötige Zusatzversicherungen und teure Taxifahrten

Aufmerksam sollten Sie auch bei der Mietwagenbuchung sein. Auch wenn alles schon geregelt scheint und Sie nur noch die letzten Papiere unterschreiben müssen, sollten Sie auf diese einen genaueren Blick werfen. Denn wie der ADAC schreibt, kann man dabei unnötige Zusatzversicherungen aufgedrückt bekommen. Auch von dem sogenannten „Spiegeltrick“ berichten ADAC-Mitglieder immer wieder. Dabei behaupten Betrüger, dass Ihr vorbeifahrendes Auto deren Auto gestreift und dabei den Außenspiegel beschädigt habe. Die Betrüger zeichnen oftmals einen schwarzen Streifen auf und fordern Geld. Hier rät der ADAC darauf zu bestehen, die Polizei zu alarmieren.

Eine weitere Falle betrifft das Taxifahren. Fahrten sind ohnehin oft nicht günstig, doch im schlimmsten Fall kann eine Fahrt überdurchschnittlich teuer werden. Das Vergleichsportal urlaubsgurur.de empfiehlt darauf zu achten, ein lizenziertes Taxi zu buchen. Dieses lässt sich in der Regel an einem Schein erkennen, der an der Scheibe angebracht ist sowie an bestimmten Beschriftungen und Farben des Wagens. In vielen Fällen ist es günstiger, sich auf einen Festpreis zu einigen. An den Flughäfen bekommen Touristen meistens einen guten Überblick über die regulären Taxi-Tarife und können so ein Gefühl dafür entwickeln, was zu teuer ist.

Restaurantbesuch im Urlaub: Essen gehen kann zur teuren Überraschung werden

Damit Ihnen nicht genau dasselbe passiert wie den Urlaubern, die in einem Restaurant auf Mykonos essen waren, sollten Sie die Speisekarte immer genaustens unter die Lupe nehmen. Dazu zählt auch, nichts zu bestellen, das mit keinem Preis versehen ist. Der ADAC rät dazu, sich die Gerichte auch vom Wirt erklären zu lassen, wenn Sie etwas nicht verstehen. Denn wenn Sie etwas Falsches bestellt haben, weil Sie die Landessprache nicht richtig verstanden haben, gibt es kein Recht auf Reklamation.

Touristenfallen lauern überall. Auch beim Restaurantbesuch sollte man acht geben. (Symbolbild)

Achten Sie auch darauf, wie der Preis angegeben wird. In Italien etwa wird der Fischpreis oftmals pro 100 Gramm angegeben. Und auch wenn die Frage des Kellners nach einem Dessert schmackhaft klingt, sollten Sie immer den Preis erfragen, um eine böse Überraschung auf der Rechnung zu vermeiden. Wichtig ist zudem, sich über die Trinkgeld-Regeln eines Landes zu informieren. Denn in Italien entdecken Urlauber auf der Rechnung oft das sogenannte „Coperto“ (Gedeck). Somit kann der Betrag schon mal etwas höher ausfallen als gedacht.

Abzocke im Urlaub: Achtsamer Umgang mit Wertsachen und Vermeidung von Geschenken

Auch beim Ticketkauf von Sehenswürdigkeiten ist Vorsicht geboten. Wie eine Userin auf der Plattform Reddit schilderte, ist sie auf teure Ticketverkäufe in der antike Stadt Pompeji in Italien hereingefallen. Sie erklärte, dass am Bahnhof überall Verkäufer standen, die Tickets verkauften, die zwei bis drei Euro teurer waren als an der offiziellen Kasse. Daher sollten Sie immer darauf achten, Tickets an offiziellen oder verifizierten Verkaufsstellen zu erwerben. Auch ein Blick ins Internet kann sich lohnen. Kaufen Sie ein Ticket auf offiziellen Seiten, können Sie lange Schlangen an den Sehenswürdigkeiten oftmals umgehen.

An Touristenorten tummeln sich nicht nur viele Urlauber, sondern auch Betrüger. Natürlich gilt wie immer: Wertsachen möglichst nah am Körper tragen. Rucksäcke mit vielen Seitentaschen sind oft das Ziel von Dieben. Weniger ist daher mehr. In Acht sollten Sie sich auch vor Menschen nehmen, die Ihnen scheinbar etwas schenken möchten. Man bekommt eine Blume oder Schmuck in die Hand gedrückt und schon bestehen sie penetrant auf ihr Geld. Um unnötigen Diskussionen aus dem Weg zu gehen, sollte Sie die vermeintlichen Geschenke schnell zurückgeben. Kommunizieren Sie klar und deutlich, dass Sie nichts haben möchten. (vk)

Rubriklistenbild: © Chris Emil Janssen/IMAGO

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