Fast-Food-Riese mit Dreijahresplan

„Better M“: Wie McDonald‘s jetzt grüner und nachhaltiger werden will

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Fast-Food-Riese McDonald‘s will bis 2025 deutlich nachhaltiger werden. Doch wie?
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Fast-Food-Gigant McDonald‘s wartet mit einigen Veränderungen auf. Vor allem das Thema Nachhaltigkeit steht hierbei im Fokus. Was ist konkret geplant?

Berlin – Die Fast-Food-Kette McDonald‘s besteht seit mehr als 65 Jahren. Mit beliebten Klassikern wie Burgern in verschiedenen Variationen oder Pommes ist das US-amerikanische Unternehmen auch in Deutschland kaum mehr wegzudenken. Nun will McDonald‘s mit der Zeit gehen und nimmt ein neues „Gericht“ mit ins Sortiment auf: Nachhaltigkeit. Innerhalb von drei Jahren soll nahezu alles optimiert werden.

McDonald‘s will mit „Better M“-Konzept mehr auf Nachhaltigkeit setzen

Das große Vorhaben von McDonald‘s: Innerhalb der nächsten drei Jahre sollen weltweit in allen Filialen 100 Prozent aller Ver­kaufs­ver­packungen aus er­neu­er­baren, re­cy­cel­ten oder zerti­­fi­zier­ten Ma­te­ria­lien be­ste­hen. Ein spezieller Fokus soll hierbei auf der Reduktion von Plastik und unnötigem Verpackungsmaterial sowie dem Schließen von Wertstoffkreisläufen liegen.

„2019 haben wir einen Fahrplan für weniger Müll und Plastik entwickelt, der uns in eine nachhaltigere Zukunft bringt. Auf diesem Weg testen wir ständig neue Lösungen und holen auch die Meinung unserer Gäste und Crews in den Restaurants ein“, heißt es in diesem Kontext von Markus Weiß gegenüber bild.de. Der Unternehmenssprecher von McDonald‘s Deutschland weist damit auf das Filialkonzept „Better M“ hin, bei dem Burger in dünnes Papier, teilweise sogar aus Gras, eingewickelt statt in die klassischen Boxen verpackt werden. Hiermit würde man bis zu 70 Prozent Verpackungsmaterial sparen. Das soll jedoch erst der Anfang sein.

„Better M“: McDonald‘s führt den „Plexit“ durch – und setzt auf Holz statt Plastik

Schon 2020 hatte McDonald‘s den sogenannten „Plexit“ verkündet. Hiermit war gemeint, dass alle Dessertverpackungen (bei Eis oder Milchshakes) auf nahezu plastikfreie Alternativen umgestellt wurden. Im wahrsten Sinne des Wortes hat der Fast-Food-Gigant sogar den Löffel abgegeben. Denn beim beliebten McFlurry-Eis besteht dieser mittlerweile aus Holz. Auf den dazugehörigen Plastikdeckel wird verzichtet.

Laut Unternehmensangaben konnten bei den Eisverpackungen von McSundae und McFlurry inklusive Löffel bereits 815 Tonnen Plastik eingespart werden. So zumindest der Stand im Dezember 2021. Ähnlich verhält es sich mit Salaten bei McDonald‘s. Diese werden seit 2021 nur noch in einer Papierbox mit integriertem Deckel statt in einer Plastikschale mit extra Plastikdeckel verkauft. Dazu gibt es dann noch eine Gabel und ein Messer aus Holz.

Viele Wege führen zu McDonald‘s: Fast-Food-Gigant entwickelt Mehrwegpfandsystem

Viele Wege führen nach Rom, heißt es in einer Redewendung. Mittlerweile gilt das auch für McDonald‘s. Denn der Fast-Food-Riese testet seit November 2021 Mehr­weg­ver­pa­ckungen für Getränke und Desserts in aus­gewähl­ten Restau­rants. Dabei können die Verbraucher selbst entscheiden, ob und für welches Getränk oder Eis sie eben jene Mehrwegverpackung nutzen möchten. Das Mehrwegpfandsystem scheint sich bewährt zu haben. Schließlich wird es Ende Dezember 2022 in allen McDonald‘s-Filialien in Deutschland eingeführt.

Schon seit Ende 2020 sind die beliebten Spielzeuge im mitunter auch mal verbal zerrissenen Happy Meal von McDonald‘s in Papier statt in Plastik verpackt. Zudem würde das Unternehmen nach eigenen Angaben auf die Ausgabe von batteriebetriebenen Spielzeugen für Kinder verzichten. Und selbst an die Portionsbeutel voll mit Ketchup oder Mayonnaise hat McDonald‘s gedacht. Durch eine noch kleinere Verpackung wird jetzt eine Fläche von 14,4 cm2 pro Beutel eingespart, während der Inhalt gleich bleibt. Aufs Jahr hochgerechnet bedeutet das 25 Tonnen Plastik und 331.200 m2 Folie weniger. Das entspricht der Fläche von etwa 46 Fußballfeldern.

„Verpackungsreise“ von McDonald‘s noch nicht zu Ende: Große Ziele für alle Filialen weltweit bis 2025

Zudem geht der Trend bei McDonald‘s hin zu oben ohne. Heißt: Wer sein Softgetränk in einer der Filialen trinkt, bekommt seit Juni 2022 nur noch auf explizite Nachfrage einen Deckel. Mit dieser Maßnahme könnten etwa 130 Tonnen Plastik pro Jahr eingespart werden. Das Ende der Reise zu mehr Nachhaltigkeit soll mit all diesen Änderungen aber noch nicht erreicht sein. „Aktuell arbeiten wir insbesondere daran, unsere Recyclingkreisläufe weiter zu schließen“, heißt es von Unternehmenssprecher Markus Weiß.

McDonald‘s wolle „immer besser werden“, eine „transparente Kommunikation zu unseren Maßnahmen und Zielen und das Feedback unserer Gäste“ sei dabei „besonders wichtig“. Deswegen veröffentlicht der Fast-Food-Riese seit mehr als zehn Jahren auch jährlich einen Bericht mit allen relevanten Unternehmens- und Nachhaltigkeitszahlen. Seit 2019 hätte McDonald‘s durch die Umstellung auf plastikfreie und plastikreduzierte Verpackungen bereits mehr als 2000 Tonnen Plastik eingespart. Und die „Verpackungsreise“ geht weiter.

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