Bukarest ist die Hauptstadt Rumäniens sowie das kulturelle, industrielle und finanzielle Zentrum des Landes.
Bukarest ist die Hauptstadt und größte Stadt Rumäniens sowie das kulturelle, industrielle und finanzielle Zentrum des Landes. Sie liegt im Südosten des Landes, am Ufer des Flusses Dâmbovița, weniger als 60 km nördlich der Donau und der bulgarischen Grenze.
Geschichte von Bukarest
Bukarest wurde erstmals 1459 urkundlich erwähnt. 1862 wurde die Stadt zur Hauptstadt Rumäniens und somit zum Zentrum der rumänischen Medien, Kultur und Kunst. Die Architektur der Stadt ist eine Mischung aus historischer Architektur (vor allem Eklektizismus, aber auch Neoklassizismus und Jugendstil), Architektur aus der Zeit zwischen den Weltkriegen (Bauhaus, Art Deco und rumänische Wiedergeburt), sozialistischer Ära und moderner Architektur.
Zwischen dem 6. Dezember 1916 und November 1918 wurde die Stadt im Zuge der Schlacht um Bukarest von deutschen Truppen besetzt, und die offizielle Hauptstadt wurde vorübergehend nach Iași in der Region Moldau verlegt.
In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen trugen die elegante Architektur der Stadt und die Kultiviertheit ihrer Elite Bukarest den Spitznamen „Paris des Ostens“ oder „Klein-Paris“ ein. Obwohl Gebäude und Viertel im historischen Stadtzentrum durch Kriege, Erdbeben und sogar durch das Systematisierungsprogramm von Nicolae Ceaușescu stark beschädigt wurden, haben viele Gebäude dennoch überlebt und wurden anschließend renoviert.
Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde Bukarest zur Hauptstadt von Großrumänien. In der Zwischenkriegszeit setzte sich die städtische Entwicklung Bukarests fort, wobei die Stadt jährlich durchschnittlich 30.000 neue Einwohner hinzugewann. Einige der wichtigsten Wahrzeichen der Stadt wurden in dieser Zeit nach dem Ersten Weltkrieg gebaut, darunter der Arcul de Triumf und der Palatul Telefoanelor. Die Weltwirtschaftskrise in Rumänien forderte jedoch ihren Tribut von den Bukarester Bürgern, was im Grivița-Streik von 1933 gipfelte.
Rumänien im Zweiten Weltkrieg
Im Januar 1941 kam es in Bukarest zum Legionärsaufstand sowie zum Bukarester Pogroms. Während des Zweiten Weltkrieges war die Stadt ein wichtiger Durchgangsort für die Truppen der Achsenmöchte, zu welchen auch Rumänien gehörte. Infolgedessen wurde Bukarest durch alliierte Bombennächte schwer beschädigt,
Am 23. August 1944 fand in der rumänischen Hauptstadt ein königlicher Staatsstreich statt, der Rumänien in das Lager der Alliierten brachte. Die Stadt wurde kurzzeitig von der Nazi-Luftwaffe bombardiert, und ein Versuch der deutschen Truppen, die Stadt zurückzuerobern, scheiterte.
Rumänien im Kommunismus
Nach der Einführung des Kommunismus in Rumänien wuchs die Stadt weiter. Neue Stadtteile entstanden, die zumeist von Hochhäusern dominiert wurden. Unter Nicolae Ceaușescu wurde ein Großteil des historischen Teils der Stadt abgerissen. Historische Bauwerke wurden durch eine Bebauung im Stil des „sozialistischen Realismus“ ersetzt. Es entstanden das Bürgerzentrum, das Centrul Civic sowie der Parlamentspalast, für welchen ein ganzes historisches Viertel abgerissen werden musste. Am 4. März 1977 forderte ein Erdbeben im 135 km entfernten Vrancea 1.500 Menschenleben und verursachte weitere Schäden im historischen Zentrum.
Die rumänische Revolution
Im Dezember 1989 begann die rumänische Revolution mit massiven Anti-Ceaușescu-Protesten in Timișoara. Diese setzte sich auch in Bukarest fort und führte schließlich zum Sturz des kommunistischen Regimes. Aus Unzufriedenheit mit der postrevolutionären Führung der nationalen Heilsfront organisierten einige Studentenverbände und Oppositionsgruppen Anfang 1990 antikommunistische Kundgebungen, die den politischen Wandel auslösten.
Seit 2000 wird die Stadt kontinuierlich modernisiert und die Altstadt restauriert. Vor allem in den nördlichen Bezirken entstehen neue Wohn- und Geschäftsviertel. In den letzten Jahren erlebte Bukarest einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. Seit 2019 ist Bukarest Gastgeber des größten Hightech-Gipfels in Südosteuropa, dem Romania Blockchain Summit.
Sehenswürdigkeiten in Bukarest
- Platz der Revolution
- Triumphbogen
- Rumänisches Athenäum
- Altstadt
- Parlamentspalast
- Bauern Museum
- Neue St. Georgskirche
- Nationalmuseum & Königspalast
- Trajanstatue
- Ruinen des Fürstenpalast und Kirche
Politik in Bukarest
Bukarest nimmt in der rumänischen Verwaltung eine Sonderstellung ein, da es das einzige Stadtgebiet ist, das nicht zu einem Kreis gehört. Ihre Bevölkerung ist jedoch größer als die jedes anderen rumänischen Kreises, weshalb die Befugnisse der allgemeinen Stadtverwaltung von Bukarest, die das lokale Regierungsorgan der Hauptstadt sind, die gleichen sind wie die jedes anderen rumänischen Kreisrates.
Die Stadtverwaltung wird von einem Generalbürgermeister geleitet. Seit dem 29. Oktober 2020 ist der Generalbürgermeister von Bukarest Nicușor Dan, ein unabhängiger Politiker, der zuvor vom Mitte-Rechts-Bündnis PNL-USR PLUS bei den rumänischen Kommunalwahlen 2020 unterstützt wurde. Entscheidungen werden vom Generalrat der Hauptstadt, der sich aus 55 gewählten Ratsmitgliedern zusammensetzt, genehmigt und diskutiert.
Darüber hinaus ist die Stadt in sechs Verwaltungssektoren unterteilt, die jeweils über einen eigenen Sektorrat mit 27 Sitzen, ein Rathaus und einen Bürgermeister verfügen. Die sechs Sektoren sind von eins bis sechs nummeriert und strahlenförmig angeordnet, sodass jeder Sektor einen bestimmten Bereich des Stadtzentrums verwaltet. Die Sektoren sind im Uhrzeigersinn nummeriert und weiter in sektorale Viertel unterteilt, die nicht Teil der offiziellen Verwaltungsgliederung sind. Die Befugnisse der lokalen Regierung für ein bestimmtes Gebiet werden daher sowohl von der Bukarester Stadtverwaltung als auch von den lokalen Sektorenräten wahrgenommen, wobei es kaum oder keine Überschneidungen gibt.
Wie alle anderen lokalen Räte in Rumänien werden auch die Bukarester Sektorräte, der Generalrat der Hauptstadt und die Bürgermeister alle vier Jahre von der Bevölkerung gewählt. Außerdem hat Bukarest einen Präfekten, der von der rumänischen Regierung ernannt wird. Der Präfekt darf keiner politischen Partei angehören und hat die Aufgabe, die nationale Regierung auf kommunaler Ebene zu vertreten. Der Präfekt fungiert als Verbindungsbeamter, der die Umsetzung der nationalen Entwicklungspläne und Regierungsprogramme auf lokaler Ebene erleichtert. Seit 2021 ist Alexandra Vācaru Präfektin von Bukarest.
Die Hauptstadtgemeinde ist für stadtweite Versorgungseinrichtungen wie das Wasser- und Abwassersystem, das allgemeine Verkehrssystem und die Hauptverkehrsstraßen zuständig. Die sektoralen Rathäuser dagegen für den Kontakt zwischen den Bürgern und der Gemeindeverwaltung, die Instandhaltung von Nebenstraßen und Parks, die Schulverwaltung und die Reinigungsdienste verwalten.
Bevölkerung von Bukarest
Laut der Volkszählung von 2011 lebten 1 883 425 Einwohner innerhalb der Stadtgrenzen von Bukarest. Was einen Rückgang gegenüber der Volkszählung von 2002 bedeutet, der auf ein geringes natürliches Wachstum, aber auch auf eine Verlagerung der Bevölkerung von der Stadt selbst in ihre kleineren Satellitenstädte wie Voluntari, Buftea und Otopeni zurückzuführen ist.
Die Bevölkerung Bukarests erlebte zwei Phasen schnellen Wachstums. Die erste begann im späten 19. Jahrhundert, als die Stadt als nationale Hauptstadt konsolidiert wurde, und dauerte bis zum Zweiten Weltkrieg. Die zweite Phase während der Ceaușescu-Jahre von 1965 bis 1989, als eine massive Urbanisierungskampagne gestartet wurde und viele Menschen aus ländlichen Gebieten in die Hauptstadt zogen. In dieser Zeit kam es aufgrund der Entscheidung Ceaușescus, Abtreibung und Empfängnisverhütung zu verbieten, auch zu einem erheblichen natürlichen Anstieg. Rumäniens Nachbarländer sind Ungarn, Serbien, Bulgarien, Moldawien und die Ukraine.
Klima in Bukarest
Bukarest hat ein feuchtes Kontinentalklima oder ein feuchtes subtropisches Klima, mit heißen, feuchten Sommern und kalten, schneereichen Wintern. Aufgrund der Lage in der rumänischen Tiefebene können die Winter in der Stadt sehr windig sein, auch wenn einige dieser Winde durch die Urbanisierung abgeschwächt werden. Die Wintertemperaturen sinken oft unter 0 °C, manchmal sogar auf -20 °C. Im Sommer liegt die durchschnittliche Höchsttemperatur bei 29,8 °C. Im Hochsommer erreichen die Temperaturen im Stadtzentrum häufig 35 bis 40 °C. Obwohl die durchschnittlichen Niederschlagsmengen und die Luftfeuchtigkeit im Sommer gering sind, kommt es gelegentlich zu schweren Gewittern. Im Frühjahr und Herbst schwanken die Tagestemperaturen zwischen 17 und 22 °C, und die Niederschlagsmenge ist im Frühjahr tendenziell höher als im Sommer, mit häufigeren, aber milderen Regenperioden.