„Anarchie der Radarkameras“

Gescheiterte Ehen und Business-Deals: Italien ändert Blitzer-Regelung

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Italien ändert seine Regelungen für Radar-Fallen. (Collage aus Symbolbildern)
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Nach etlichen Skandalen um Blitzer-Fotos ändert Italien seine Regelungen. Fotos werden von nun an nicht mehr verschickt. Doch der Erlass geht noch weiter.

Rom – Blitzer sind für Autofahrer einer der ärgsten Feinde. Italien ist dabei das Land, mit den meisten festinstallierten Radar-Kameras in Europa (mehr als 11.000). Dementsprechend viele Blitzer-Fotos werden an Verkehrs-Sünder verschickt. Doch das ändert sich nun dank einer neuen Blitzer-Regelung der Meloni-Regierung.

Unter anderem sieht die neue Regelung vor, dass Blitzer-Fotos nicht mehr zusammen mit dem Bußgeldbescheid aus Italien an Verkehrssünder versendet werden. Aufgenommen werden die Bilder aber weiterhin und dienen anschließend als Beweis für den Verstoß. Wie der Corriere della sera berichtet, bewahrt die Verkehrsbehörde die Fotos so lange auf, bis das Bußgeldverfahren abgeschlossen ist. Autofahrer können dieses auch anfragen, schließlich können die Fotos auch als Beweis der Unschuld dienen. Dann müssen die Behörden aber dafür sorgen, dass Dritte und Kennzeichen anderer Fahrzeuge angemessen unkenntlich gemacht werden. Die Regelung gilt auch für ausländische Urlauber, die auf Italiens Straßen geblitzt wurden.

Italien ändert Blitzer-Regelung: Nach etlichen Skandalen

Damit sind wir auch schon bei der offiziellen Begründung für die neue Regelung: Der Datenschutz. Laut dem italienischen Portal TGcom24 gab es in der Vergangenheit etliche Skandale in den italienischen Medien um die verschickten Blitzerfotos. Über „gescheiterte Ehen, Lieben und Geschäftsabschlüsse aufgrund von unverschämten Blitzerfotos“ wurde demnach berichtet. Der Grund: Auf den nach Hause verschickten Bildern waren andere Leute zu sehen, die vielleicht nicht unbedingt im Auto hätten sitzen müssen.

Ranking: Die 15 schönsten und beliebtesten Urlaubsorte Italiens

Siena campo
Platz 15 belegt Siena in der Toskana. Mit der schönen Altstadt und unnachahmlichen Bauwerken zieht die Stadt Urlauber immer wieder in ihren Bann.  © Marco Brivio
Roca Vecchia in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang
Roca Vecchial in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang steht nur symbolisch für die vielen herrlichen Strände und Landschaften im Südosten Italiens. Rang 14 im IPPEN-Ranking. © IMAGO/Manuel Romano
Sizilien Letojanni
Die Strände Siziliens sind einzigartig und bezaubernd. Bei Check24 belegt die Insel daher den zwölften Platz. In diesem Ranking Platz Nummer 13. Auf dem Foto sieht man den Strand von Letojanni.  © Matthias Tödt
Mailänder Dom
Die norditalienische Metropole Mailand ist bekannt für die wunderschöne Altstadt und etliche teure Modemarken. Hier sieht man den Dom im Zentrum der Stadt. Im Ranking belegt Mailand den elften Platz. Bei Check24 sogar Platz 7.  © Oliver Weiken
Lago Maggiore
Auf Platz 11 ist der prachtvolle Lago Maggiore. Ein Teil des Sees ist in der Schweiz. Bei weg.de ist der Lago Maggiore sogar auf dem siebten Platz der beliebtesten Urlaubsorte in Italien.  © Nando Lardi
Bozen, Italien, Südtirol
Auch Südtirol ist unter Italien-Fans besonders beliebt. Hier erhascht man einen Blick über die Alpen auf die Stadt Bozen.  © Micha Korb
Elba sonnenuntergang
Die kleine Insel Elba ist momentan noch ein Geheimtipp. Hier erlebt man bezaubernde Natur und typische italienische Dörfer. Daher ein verdienter Platz neun.  © Karsten Jeltsch
Cinque Terre Italien
Unter Urlaubern ist außerdem die Cinque Terre besonders beliebt. Die meisten der fünf Dörfer erreicht man nur zu Fuß oder mit einer Bahn.  © Augst / Eibner-Pressefoto
Marina Grande capri
Nicht umsonst ist die kleine Insel Capri im Golf von Neapel ein regelrechter Touristenmagnet. Hier vor Ort kann man nicht nur durch wunderschöne Dörfer schlendern, sondern auch das Meer und die Natur genießen.  © Günter Gräfenhain
Colosseum in Rome
Italiens Hauptstadt Rom hat für alle Gäste etwas zu bieten und belegt daher den sechsten Platz. So zum Beispiel das weltberühmte Kolosseum. Im Ranking von Check24 belegt Rom sogar den zweiten Platz.  © Givaga
Venedig platz acht
Venedig ist mit seinen vielen Kanälen und kleinen Gassen einzigartig. Ein Besuch lohnt sich definitiv, allerdings sollte man am besten im Frühling oder Herbst in die Stadt kommen. Venedig belegt daher den fünften Platz der Top 15 Urlaubsziele in Italien, bei Check24 ist die Stadt an der Adria sogar Erster.  © Frank Bienewald
Florenz-skyline
Das bezaubernde Florenz in der Toskana belegt den vierten Platz. Hier kann man sich durch kleine Gassen treiben lassen und ohne Ende Kultur genießen. © alimdi / Michelle Gilders
Amalfiküste Italien
Die Amalfiküste südlich von der Metropole Neapel belegt den dritten Platz im Ranking um die schönsten Urlaubsorte in Italien.  © Günter Gräfenhain
Costa Smeralda
An der Costa Smeralda auf Sardinien gibt es Strände, die teilweise welchen in der Karibik gleichen. Nicht umsonst belegt sie daher den zweiten Platz. Auch auf dem Reiseportal weg.de zählt die Küste auf Sardinien zu den schönsten Reisezielen in Italien. © Emmanuele Contini
Desenzano del Garda
Den ersten Platz der beliebtesten und schönsten Urlaubsorte in Italien belegt laut weg.de ganz klar der Gardasee. Hier sieht man das wunderschöne Städtchen Desenzano del Garda am Abend.  © Imago / Augst / Eibner-Pressefoto

Zudem dürfen Radarkameras Fahrzeuge nun zwar frontal erfassen und erkennen. Die Gesichter der an Bord befindlichen Personen müssen jedoch automatisch verdeckt werden. Die Geräte dürfen den Verkehr zwar kontinuierlich beobachten, gespeichert werden die Bilder aber nur bei Verstößen.

„Anarchie der Radarkameras“: Italien schafft neue Blitzer-Regeln

Der neue Erlass geht auf Verkehrsminister Matteo Salvini von der rechten Lega zurück. Er hatte Blitzer als „Wild-West-Fallen“ bezeichnet, die nicht zur „Geldbeschaffung“ dienen sollten. Italiens Kommunen hatten 2023 demnach 1,5 Milliarden Euro durch Blitzer-Bußgelder eingenommen – ein Plus von 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, berichtet der Corriere weiter. In Gemeinden unter 10.000 Einwohnern hätten sich die Blitzer-Einnahmen im Vergleich zu vor vier Jahren aber sogar verdoppelt. Man müsse die Bürger vor der „Anarchie der Radarkameras schützen“, so Salvini. Deshalb beschränkte der Minister nun die Möglichkeiten der Kommunen, Blitzer aufzustellen. Sie sollten seiner Ansicht nach in Zonen rund um Schulen oder Krankenhäuser für Verkehrssicherheit sorgen, aber nicht auf Schnellstraßen den Autofahrer besteuern.

Neben der Foto-Neuerung enthält der Erlass weitere Regelungen. So dürfen die Radarkameras nun etwa nicht weniger als einen Kilometer von bewohnten Gebieten aufgestellt werden. In jedem Fall dürfen die Radarfallen nur dem Zweck der Verkehrssicherheit dienen. Ein Bußgeld kann deshalb auf derselben Strecke von jetzt an auch nur einmal in kurzer Zeit verhängt werden. (rist)

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