VonJohannes Welteschließen
Eine Abkürzung auf dem Heimweg endete für einen Touristen und seinem Wohnmobil in den Dolomiten im Tiefschnee. Die Bergwacht musste ihn freischleppen.
St. Kassian - So einen Einsatz hat die Bergwacht von St. Kassian im ladinischen Teil von Südtirol (Italien) auch nicht alle Tage: Ein Tourist hatte sich auf knapp 2000 Meter Höhe auf einem gesperrten Dolomitenpass im Tiefschnee festgefahren und brauchte Hilfe.
Die Geschichte ereignete sich bereits Mitte März. Der Italiener wollte über den 2168 Meter hohen Valparolapass fahren. Doch der wiederum führt vom Val Badia (deutsch: Gadertal) erst in das Hochtal Fodom (deutsch: Buchenstein) in die Provinz Belluno (Venetien). Wer hier drüberfährt, genießt den Anblick der Felsmassive des Monte Averau (2649 Meter) oder des Piz Cunturines (3064 Meter), wenn es hell und klar ist.
Südtiroler Passstraße hatte Wintersperre - es lag ein halber Meter Schnee
Allerdings hat die kleine Passstraße derzeit Wintersperre, auch das Passrestaurant ist gesperrt. Das hielt einen Touristen aus dem Veneto nicht davon ab, den Heimweg von einem Skiwochenende im Val Badia über den tief verschneiten Pass zu wählen.
„Das ist eigentlich der kürzeste Weg“, berichtet der Kommandant der Feuerwehr St. Kassian, Devis Crazzolara, gegenüber Ippen Media. Denn die Passfahrt des Italieners wurde ein Fall für die Feuerwehr. „Auf dem Pass ist Wintersperre“, berichtet Crazzolara weiter. „Da oben liegt ein halber Meter Schnee.“
Im Sommer wäre es die kürzeste Verbindung ins Veneto
Offenbar war der Urlauber dennoch der Meinung, dass er den Weg über den verschneiten Valparolapass mit seinem VW California-Camper packen würde. Crazzolara: „Der Camper hatte Vierradantrieb und der Mann hatte Schneeketten angelegt.“ Allerdings passierte dem Camperfahrer ein Malheur: „Ihm waren von einer Schneekette ein Bolzen herausgeflogen, sodass sie riss.“
Also drehte das Rad durch, der Camper fraß sich im Schnee fest. Der Urlauber verständigte die Bergrettung St. Kassian, die mit einem mit drei Mann besetzten 4x4-Pickup und einem dicken Abschleppseil zu Hilfe eilte. Der VW California wurde freigeschleppt und durfte die Fahrt nach unten wieder antreten, um den offiziellen Weg zu nehmen.
Zuletzt hatte es in Südtirol mächtig geschneit, es gingen viele Lawinen nieder.

