Ergebnisse bestätigen RKI-Daten

Corona-Todesfälle: An oder mit Covid-19 gestorben? Deutsche Studie zeigt deutliche Faktenlage

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In Deutschland gab es laut dem Robert Koch-Institut mehr als 120.000 Corona-Todesfälle seit Beginn der Pandemie. Die meisten davon sind auf das Virus selbst zurückzuführen.

Aachen - An oder mit Covid-19 verstorben? Diese Frage wird immer wieder gestellt, wenn es um die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus geht. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) sind in Deutschland seit Beginn der Pandemie insgesamt 121.603 Menschen an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben (Stand: 22. Februar). Mithilfe des im April 2020 ins Leben gerufenen deutschen Covid-19-Autopsieregisters (DeRegCOVID) konnten Forscher jetzt bestätigen, dass der Großteil der erfassten Sterbefälle in Zusammenhang mit Corona hierzulande auf das Virus selbst zurückzuführen ist. Die Studie wurde im Fachmagazin The Lancet veröffentlicht.

Studie zu Corona-Toten: In 86 Prozent der untersuchten Fälle Covid-19 als Todesursache

Die Forschenden der Uniklinik RWTH Aachen, stellvertretend für das DeRegCOVID, gaben in ihrer Studie erstmalig „einen Überblick über die Daten aus Obduktionen an Covid-19-Verstorbenen in Deutschland“, wie sie in einer Mitteilung schrieben. Die im Register erhobenen Daten ergaben, „dass in 86 Prozent der Obduktionsfälle die zugrundeliegende Todesursache Covid-19 war“, berichteten die Forscher. Lediglich in 14 Prozent der Fälle sei Corona eine Begleiterkrankung gewesen.

Bei den Fällen, in denen Corona lediglich eine Begleiterkrankung gewesen sei, war die Infektion „ein den Tod begünstigender, aber nicht unmittelbar todesursächlicher Faktor“, erklärten die Forscher weiter. Häufigste unmittelbare Todesursache durch eine Covid-19-Erkrankung sei ein sogenannter diffuser Alveolarschaden gewesen. Alveolen sind tiefliegende Lungenbläschen, die für den Austausch zwischen Blut und Atemluft sorgen. Als zweithäufigste Todesursache nannten die Wissenschaftler ein Multiorganversagen, also den Ausfall mehrerer lebenswichtiger Organe.

Laut RKI gab es in Deutschland bislang mehr als 120.000 Corona-Tote. (Symbolbild)

Corona-Todesopfer: Allgemeine Informationen zur Studie

  • Autoren: Peter Boor, Saskia von Stillfried, Roman David Bülow und Rainer Röhrig von der Uniklinik RWTH Aachen
  • Untersuchungszeitraum: April 2020 bis Oktober 2021
  • Basis der Untersuchung: Datensätze aus dem zentralen Register DeRegCOVID für klinische Obduktionen verstorbener Covid-19-Patienten
  • Untersuchte Fälle: N=1095 ausgewertete Datensätze; Verhältnis von Männern zu Frauen 1,8:1; häufigste Altersgruppe bei Männern 65-69 Jahre sowie 80-84 Jahre, bei Frauen >85 Jahre

Studie zu Corona-Toten: Ergebnisse bestätigen laut Autorin RKI-Daten

„Die Ergebnisse bestätigen Auswertungen von Todesbescheinigungen, dass die große Mehrheit der obduzierten Covid-19-Patienten an und nicht mit Covid-19 verstorben ist und sind im Einklang mit den nicht aus Obduktionen ermittelten Daten des Robert Koch-Instituts (RKI)“, erklärte Saskia von Stillfried – eine Autorin der Studie – aus dem Institut für Pathologie an der Uniklinik RWTH Aachen.

Peter Boor, Leiter des Projektes und Oberarzt am Institut für Pathologie an der Uniklinik RWTH Aachen, betonte in der Pressemitteilung die Wichtigkeit eines zentralen, nationalen Obduktionsregisters. Der gelungene, schnelle Aufbau erfülle ihn mit „sehr großem Stolz und Freude“. Boor erklärte weiter: „Auf diese Weise können wir eine gute Datenlage für andere forschende und behandelnde Ärzte bereitstellen und können gleichzeitig mit der Datengrundlage zu der öffentlichen Diskussion beitragen.“

Am Dienstag (22. Februar) hat das RKI einen Anstieg der Corona-Todesfälle verzeichnet. (ph)

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd

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