Zahlen-Rückgang gestoppt

Lauterbach sicher: „Jetzt beginnt die Winterwelle“ – RKI spricht von Corona-„Plateau“ 

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Der Trend der sinkenden Corona-Inzidenz in Deutschland scheint vorbei. Gesundheitsminister Lauterbach sieht den Beginn der Winterwelle.

München/Berlin - Die Corona-Zahlen in Deutschland sind zuletzt gesunken. Dieser Trend scheint nun vorerst gestoppt. In seinem am Donnerstagabend veröffentlichten Wochenbericht zur Entwicklung der Corona-Pandemie erklärt das Robert Koch-Institut (RKI), dass die Corona-Inzidenz derzeit stagniert. Andere Atemwegserkrankungen, wie beispielsweise das RS-Virus, legen hingegen zu.

Lauterbach warnt: „Jetzt beginnt die Winterwelle“ – RKI spricht von Corona-„Plateau“ 

Bundesweit sei die Sieben-Tage-Inzidenz vergangene Woche im Vergleich zur Vorwoche gleich geblieben, heißt es. In der Woche zuvor war die Corona-Inzidenz im gleichen Zeitraum noch um 17 Prozent gesunken. Am Freitagmorgen (2. Dezember) gab das RKI die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz mit 205,0 an. Am Vortag hatte der Wert noch bei 201,9 gelegen (Vorwoche: 190,8; Vormonat: 279,1). Die Inzidenzen liefern allerdings nur ein unvollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus. Die meisten Ergebnisse des Wochenberichts beziehen sich auf die vergangene Woche.

Mit Blick auf die aktuellen Corona-Zahlen hatte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bereits am Mittwoch (30. November) auf Twitter gewarnt: „Jetzt beginnt die Winterwelle.“ Der SPD-Politiker schrieb weiter: „Wir sind gut vorbereitet. Der Einzelne und die Länder müssen nur mitmachen.“ Das RKI sprach in seinem Wochenbericht noch nicht von einer neuen Welle. „Aktuell zeichnet sich eine Plateaubildung ab“, hieß es darin.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach sieht den Beginn der Corona-Winterwelle.

Anteil der Omikron-Variante BQ.1.1 steigt – Atemwegserkrankungen legen zu

Der Anteil der Omikron-Subvariante BQ.1.1, die wohl für bislang ungewöhnliche Symptome sorgt, nahm in der vorvergangenen Woche laut RKI weiter zu. Ihr Anteil liegt nun bei 13,4 Prozent. Dennoch werde auch weiterhin mit der zunehmenden Verbreitung der Omikron-Variante BQ.1.1, die auch als „Höllenhund“ bezeichnet wird, keine Erhöhung der Krankheitslast beobachtet, schreibt das RKI.

Neben Corona belasten derzeit allerdings auch andere Krankheiten das Gesundheitssystem. So ist die Zahl der akuten Atemwegserkrankungen (ARE) nach Daten der Online-Befragung „GrippeWeb“ im Vergleich zur Vorwoche nochmals gestiegen. In der vergangenen Woche lag sie laut RKI bei etwa 8,2 Millionen – und damit deutlich über dem Bereich der Vorjahre. Gründe für Arztbesuche wegen einer akuten Atemwegsinfektion sind demnach Influenzaviren, das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) und zu einem geringeren Anteil das Coronavirus.

Angesichts einer Welle von RSV- und Grippeinfektionen in Europa riefen führende Gesundheitsexperten am Donnerstag (1. Dezember) Risikogruppen zur Impfung gegen Grippe und Covid-19 auf. An RSV kann man in jedem Alter erkranken, aber vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern ist der Erreger bedeutsam. Vor allem Kinderkliniken sind momentan durch die hohe Zahl von RSV-Infektionen belastet. In vielen Einrichtungen ist die Lage dramatisch.

Derweil kommt eine „Revolution“ im Krankenhaus-Sektor – Lauterbach und Co. beschließen eine Neuregelung im Gesundheitssystem. (ph/dpa)

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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