VonKarolin Schaeferschließen
Die Zeitumstellung gibt es immer noch. Ende Oktober wird deshalb wieder die Uhr umgestellt. Das kann zu gesundheitlichen Beschwerden führen.
München – Es ist wieder so weit: Ein unbeliebtes Ritual in Deutschland wiederholt sich. Im Oktober beginnt die Normalzeit, auch Winterzeit genannt. Dann werden die Uhren – wie jedes Jahr – umgestellt. Im Überblick, was zur Zeitumstellung im Oktober 2023 wichtig ist.
Uhr wird im Oktober 2023 umgestellt: Zeitumstellung sollte längst abgeschafft werden
Mit der Zeitumstellung löst die Mitteleuropäische Zeit (MEZ), oder auch Normalzeit, die Sommerzeit ab. Um Energie zu sparen, wurde 1980 die Sommerzeit eingeführt. Der Plan: Verschiebt sich der Tag um eine Stunde nach vorn, wird weniger Strom für etwa Beleuchtung verbraucht. Funktioniert hat das nicht, denn dafür benötigten die Menschen mehr Energie in den Morgenstunden.
Inzwischen sollte die Umstellung auf Sommer- und Winterzeit längst abgeschafft werden. Bereits im Jahr 2019 stimmte das Parlament der Europäischen Union für ein Ende der Zeitumstellung, um Bürgerinnen und Bürger zu entlasten. Die müssten sich dann nicht jedes Jahr aufs neue fragen, wann und wie an der Uhr gedreht wird.
Weitere Gründe für ein Ende der Zeitumstellung seien laut EU-Kommission auch „negative Auswirkungen auf die Gesundheit, erhöhte Verkehrsunfälle und fehlende Energieeinsparungen“. Passiert ist seitdem aber nichts, die Zeitumstellung gibt es immer noch. Die Mitgliedsstaaten sollen selbst entschieden, ob sie die Sommer- oder Winterzeit dauerhaft behalten wollen. Befürchtet wird ein „Flickenteppich“ in Europa.
Zeitumstellung im Oktober 2023: Wann wird an der Uhr gedreht?
Deshalb wird weiterhin zweimal im Jahr an der Uhr gedreht: Immer am letzten Sonntag im März und im Oktober. Das heißt: In der Nacht vom 28. auf den 29. Oktober 2023 wird um 3 Uhr die Uhr auf Winterzeit gestellt – also eine Stunde zurück. Nach der Zeitumstellung muss die Uhrzeit aber nicht manuell zurückgestellt werden. Die meisten Smartphones oder Funkuhren stellen sich automatisch um. Digitale Anzeigen wie im Auto müssen dagegen selbst angepasst werden.
| Zeitumstellung | |
|---|---|
| Wann? | In der Nacht vom 28. auf den 29. Oktober 2023 |
| Wie wird umgestellt? | Uhr wird zurückgedreht – von 3 auf 2 Uhr |
In Deutschland darf angesichts dessen also eine Stunde länger geschlafen werden – eine Stunde, die man im Sommer früher aufstehen musste. Ob das so erholsam ist, bleibt fraglich. Denn wie Professor Klaus Westphal, Ärztlicher Direktor in den Helios Kliniken Kassel, erklärte, kann sich die Zeitumstellung wie ein Mini-Jetlag anfühlen.
Zeitumstellung im Oktober 2023 kann innere Uhr durcheinander bringen
Die innere Uhr, die wichtige Vorgänge im Körper regelt, wird durcheinander gebracht. Laut Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin zufolge kann sich diese aber nicht sofort an die neue Ortszeit anpassen, sondern muss sich erst daran gewöhnen. Das kann unter anderem zu Schlaflosigkeit, verminderter Leistungsfähigkeit oder erhöhter Ermüdung führen.
Doch nicht nur Menschen kann eine solche Umstellung verwirren. Auch Wildunfälle häufen sich vor allem in der dunkleren Jahreszeit, „wenn durch die Zeitumstellung Ende Oktober die Sonne eine Stunde früher untergeht“, erklärt die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. „Denn Waldtieren ist die Uhrzeit egal. Sie orientieren sich am Tageslicht und sind vor allem in der Dämmerung aktiv - also in den Stoßzeiten des Berufsverkehrs.“
Für den Menschen rät Schlafforscher Jürgen Zulley, frühzeitig mit einer entsprechenden Umgewöhnung zu beginnen. Wer sonst Probleme bei der Zeitumstellung hat, sollte besser schon am Vortag eine halbe Stunde früher aufstehen, Mahlzeiten vorverlegen und am Abend früher ins Bett gehen, erklärte er der Augsburger Allgemeinen. (kas)
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