Der Stadtstaat Luxemburg ist ein Großherzogtum mit einer konstitutionellen Monarchie im Zentrum Europas, mit einer Bevölkerung von rund 650.000 Einwohnern.
Luxemburg – Das Großherzogtum Luxemburg liegt in Mitteleuropa, zwischen Frankreich, Belgien und Deutschland. Die Stadt Luxemburg bildet das Zentrum von Geschichte, Kultur und Politik für die Bevölkerung des Landes.
Luxemburg: Geografie und wichtige Daten
Das kleine Land Luxemburg in Mitteleuropa hat eine Bevölkerung von rund 650.000 Einwohnern, die sich auf eine Fläche von knapp 2600km² verteilen. Zwischen Deutschland, Frankreich und Belgien nimmt das Großherzogtum damit etwa die gleiche Fläche ein, die das deutsche Bundesland Saarland einnehmen würde. Knapp die Hälfte der Einwohner Luxemburgs sind keine geborenen Luxemburger und haben sich aus wirtschaftlichen Gründen hier angesiedelt. Diese, meist gut ausgebildeten Fachkräfte, kommen hauptsächlich aus den Nachbarstaaten. Interessant ist der große Anteil portugiesischer Staatsbürger mit knapp 100.000 Menschen bzw. 15% aller Einwohner.
Die konstitutionelle Monarchie hat ein adeliges Staatsoberhaupt auf der einen Seite und einen Regierungschef, der das Tagesgeschehen der Politik leitet auf der anderen. Der momentan regierende Großherzog ist Henri von Nassau. Die Amtssprachen in Luxemburg sind Luxemburgisch, Französisch und Deutsch. Luxemburgisch ist eine Sprachabwandlung, die sich in ihrer Geschichte aus der deutschen Sprache herausgebildet hat.
Die Mosel bildet den Grenzfluss zu Deutschland und das Klima ist dem deutschen sehr ähnlich. Neun Grad Celsius ist die Jahresdurchschnittstemperatur, das Klima ist ein gemäßigtes mitteleuropäisches Klima.
Luxemburg: Geschichte
Die Geschichte des Gebietes des heutigen Luxemburg beginnt mindestens 10.000 Jahre vor Christus. Aus dieser Zeit stammen die ersten archäologischen Funde in der Region. Das erste sicher benennbare Volk, welches die das Gebiet bevölkerte, waren die Kelten etwa 200 Jahre vor Christus. Ihnen folgten die Römer unter niemand geringeren als Julius Caesar, die die Region ins Römische Reich aufnahmen.
Im Jahr 963 schließlich, das Land gehörte in dieser Zeit zum ostfränkischen Reich, erwarb Graf Siegfried der I. die Burg Lucilinburhuc. Diese Burg in einem Felsen ist noch heute auf dem Stadtgebiet Luxemburgs zu bestaunen. In den Folgejahren konnte Siegfried seinen Einfluss in der Region durch geschicktes Vorgehen in Politik, Akquise von Ländereien und Heirat enorm vergrößern und legte somit den Grundstein für das Adelsgeschlecht der Luxemburger. Bis ins 12. Jahrhundert wuchs die Stadt enorm und man konnte schnell von einer wirklichen Stadt sprechen, in dem Sinne, dass Luxemburg zu einem Zentrum von Wirtschaft, Politik und Religion in der Region werden sollte.
Durch die gute Entwicklung der eigenen Region kamen die Grafen von Luxemburg in eine einflussreiche Position innerhalb des Deutschen Reiches. Im Jahr 1308 wurde schließlich Heinrich VII. von Luxemburg zum römisch-deutschen Kaiser gewählt. Im 14. Jahrhundert waren die Luxemburger eine der einflussreichsten Adelsfamilien der Welt und die Ehre der Kaiserschaft wurde noch zwei weiteren Nachfahren Heinrichs VII. zuteil.
Im 18. Jahrhundert fiel das Staatsgebiet nach einer Schuldenkrise der Luxemburger an die Niederlande und im Jahr 1867 versuchte der französische Kaiser Napoleon III. Luxemburg den Niederländern abzukaufen. Das führte zu Protesten in der Bevölkerung, da diese mit dem Hintergrund der Geschichte der Dynastie der Luxemburger nicht wollten, dass das Heimatland ehemaliger römisch-deutscher Kaiser an die Franzosen fällt. Aus dieser Zeit stammt der luxemburgische Wahlspruch „mir welle bleiwe wat mir sinn“, was so viel bedeutet wie: Wir wollen bleiben, was wir sind. Wegen der Abwehrhaltung der Bevölkerung wurde Luxemburg daraufhin als ‚für immer neutral‘ erklärt. Im Jahr 1890 wurde Luxemburg durch den Tod des niederländischen Königs Wilhelm III. unabhängig. Durch eine spezielle Vererbung ging das Land allein an die Dynastie Nassau-Weilburg, die bis heute die Monarchen von Luxemburg stellen.
Luxemburg: Der Erste Weltkrieg und das moderne Luxemburg
Obwohl Luxemburg sich auch nach der Unabhängigkeit an die vertraglich vereinbarte Neutralität hielt, wurde es im Ersten Weltkrieg im Jahr 1914 von deutschen Truppen besetzt. Das Deutsche Heer nutzte Luxemburg als Ausgangspunkt für die Invasion von Frankreich und blieb bis zum Kriegsende 1918 im Land. Nach dem Krieg musste Großherzogin Marie Adelheid abdanken, da sie sich dem Vorwurf ausgesetzt sah, sich im Krieg zugunsten der Deutschen verhalten zu haben. Ihre Schwester Charlotte von Nassau-Weilburg übernahm die Amtsgeschäfte.
Auch im Zweiten Weltkrieg wurde Luxemburg wieder von den Deutschen besetzt, woraufhin die Adelsfamilie von Nassau-Weilburg nach London flüchtete. Im Januar 1945 wurde das Großherzogtum und seine Bevölkerung durch die Amerikaner befreit. Viel Kritik gibt es im Umgang mit der eigenen Vorgeschichte im Krieg, da antisemitische Tendenzen bereits vor der Invasion der Deutschen vorhanden waren und man während des Krieges aktiv Juden in deutsche Konzentrationslager deportierte. Dieses Kapitel der Geschichte wird erst seit kurzem von der Politik aufgearbeitet. So bat man im Jahr 2015 offiziell bei den jüdischen Gemeinden um Verzeihung.
Nach dem Ende des Krieges gab man seine Neutralität auf, da man sich nach zwei Invasionen in 30 Jahren nach Bündnispartnern und Sicherheit sehnte. Luxemburg trieb die Entstehung internationaler Organisationen voran und ist unter anderem Gründungsmitglied der Vereinten Nationen, der Nato und den Vorläufern der EU.
Luxemburg: Politik
Luxemburg ist zwar eine parlamentarische Monarchie, jedoch sind die Vollmachten des Großherzogs heute eher formaler Natur. Das adelige Staatsoberhaupt hat in der modernen Geschichte eher eine repräsentative Funktion. Die Krone wird jeweils in der Familie Nassau vererbt. Die reale Politik wird bestimmt von der Abgeordnetenkammer und der Regierung. Die Mitglieder der demokratischen Organe werden alle 5 Jahre von der Bevölkerung gewählt. Der Staatsminister Luxemburgs ist aktuell in zweiter Amtszeit Xavier Bettel. Seit 2013 übt er den Posten als Regierungschef aus. In Luxemburg ist es eher üblich, dass Regierungschefs länger im Amt bleiben.
Die Regierung setzt sich zusammen aus dem Staatsminister, 15 Ministern und 3 Staatssekretären. Zusätzlich gibt es einen Staatsrat mit 21 Mitgliedern. Dieser hat allerdings nur eine beratende Funktion und kann Gesetzesentscheidungen lediglich herauszögern.
Luxemburg legt großen Wert auf die Pflege internationaler Beziehungen. Als Lehre aus den Invasionen in beiden Weltkriegen trotz Neutralität setzt man heute auf Bündnisse. Vor allem in der EU ist man engagiert, so ist Luxemburg nach Brüssel und Straßburg die dritte europäische Hauptstadt. Viele Institutionen Europas, wie zum Beispiel der Europäische Gerichtshof, haben hier Ihren Sitz. Um die Politiker der EU und deren Mitarbeiter zu beherbergen, wurde sogar ein eigenes Stadtviertel namens ‚Kirchberg‘ errichtet.
Luxemburg: Wirtschaft
Die Bevölkerung Luxemburgs ist im Durchschnitt außerordentlich wohlhabend. Das durchschnittliche Vermögen eines Haushalts beträgt hier 570.000€. Das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt ist das Höchste in der Europäischen Union und nach Liechtenstein und Monaco das dritthöchste der Welt.
Finanzdienstleitungen bilden in der modernen Geschichte den Schwerpunkt der Wertschöpfung in Luxemburg. Wegen durch die Politik geförderten, günstigen steuerlichen Bedingungen im Herzen Europas haben viele internationale Unternehmen ihren Sitz in Luxemburg. Auf dem Stadtgebiet von Luxemburg-Stadt gibt es allein mehr als 150 verschiedene registrierte Banken. Rund 25% der gesamten Steuereinnahmen entstehen durch den Sektor Finanzdienstleistung. Das hat natürlich auch seine Schattenseiten, denn im Falle einer Finanzkrise würde ein beträchtlicher Teil der Steuereinnahmen Luxemburgs wegfallen.
Die wichtigsten Partner im Handel sind die Nachbarländer Belgien, Deutschland und Frankreich. 80% der importierten Waren des Großfürstentums kommen aus diesen Ländern.
Die größten Arbeitgeber der Bevölkerung im Land sind:
- 1. Staat Luxemburg: 31.050 Arbeitsplätze
- 2. Post Luxembourg: 4.620 Arbeitsplätze
- 3. Bahn Luxembourg: 4.580 Arbeitsplätze
- 4. Cactus Supermärkte: 4.460 Arbeitsplätze
- 5. Dussmann Gruppe: 4.390 Arbeitsplätze
- 6. Stadtverwaltung Luxemburg: 4.333 Arbeitsplätze
- 7. BNP Paribas: 4.050 Arbeitsplätze
- 8. Arcelor Mittal: 3.660 Arbeitsplätze
- 9. Goodyear: 3.570 Arbeitsplätze
- 10. Amazon: 3.280 Arbeitsplätze