Mutation auf dem Vormarsch

HV.1 breitet sich aus: Corona-Mutation kann besonders die Bronchien angreifen

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Eine neue Corona-Variante in den USA steht im Fokus von Medizinern und Forschern. Sie kann offenbar eine chronische Bronchitis auslösen.

München – Winterzeit ist Erkältungszeit. Doch seit der globalen Corona-Pandemie, die 2020 ihren Anfang nahm, gilt es bei Erkältungssymptomatiken deutlich vorsichtiger zu sein. Umso aufmerksamer ist man daher bei Meldungen wie jüngst aus China, wo sich eine mysteriöse Lungenkrankheit bei Kindern ausbreitet. In den USA gibt es dagegen eine neue Coronavariante, die Grund zur Sorge bieten könnte.

Denn in den Vereinigten Staaten wird aktuell die HV.1-Variante zur dominierenden Variante unter Covid-19-Infektionen. Noch im Juli 2023 wiesen 0,5 Prozent der Neuinfektionen diese Corona-Variante auf. Im November des laufenden Jahres ist der Wert auf asatte 25,2 Prozent angestiegen. HV.1 wird daher von Medizinern mit Vorsicht beobachtet. Der Grund: Die neue Corona-Variante kann sich vor allem auf die Bronchien niederschlagen.

Eine grafische Darstellung eines Corona-Virus in Mikroskopischer Ansicht. Wie bedrohlich ist die neue HV.1-Variante aus den USA?

Chronischer Husten nach Infektion: Symptome einer Corona-HV.1-Infektion

Andrea Garcia, Vize-Präsidentin der American Health Association (AMA), betont die Wichtigkeit einer genauen Überwachung dieser Variante, insbesondere aufgrund ihrer vermeintlich stärkeren Auswirkungen auf die Bronchien. 
Auch William Schaffner, Professor für Präventions-Medizin an der Vanderbilt University, befand gegenüber dem US-Portal Today.com: „Es scheint eine Art chronische Bronchitis hervorzurufen, sodass man ein Hustensyndrom haben kann, das über den Zeitraum hinaus anhält, in dem man sich von anderen Symptomen bereits erholt hat.“

Die Symptome von HV.1 ähneln anderen Omikron-Varianten, was die Identifikation erschwert. Sie lauten wie folgt:

  • Verstopfte Nase
  • Halsentzündung
  • Fließschnupfen
  • Husten
  • Erschöpfung
  • Kopfschmerzen
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Muskelschmerzen
  • ggf. chronische Bronchitis 

Besondere Aufmerksamkeit erregt jedoch die potenzielle chronische Bronchitis, die Dr. William Schaffner vom Vanderbilt University Medical Center beschreibt. Eine länger anhaltende Hustensymptomatik könnte ein Merkmal dieser Variante sein. Trotz dieser speziellen Eigenschaft gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass HV.1 ansteckender ist als andere Mutationen. 

Corona-Variante HV.1: Bald auch in Deutschland?

In Deutschland sind bisher keine Fälle von HV.1 nachgewiesen worden. Die vorherrschenden Omikron-Unterlinien Eris, Pirola und JN.1 dominieren weiterhin die Infektionen. Das Robert Koch-Institut verzeichnet jedoch einen deutlichen Anstieg der Gesamtinfektionszahlen seit Anfang Oktober (Stand: 27. November 2023). Die Dunkelziffer ist aufgrund nicht getesteter Personen jedoch unklar.

Um sich weiterhin vor Corona-Infektionen zu schützen, gelten die üblichen Regeln wie regelmäßiges Händewaschen und einer ausgewogenen und gesunden Ernährung. Im Winter stärkt vor allem Vitamin-C unser Immunsystem. (ls)

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