Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Von 30 Grad auf Dauerregen: Wetter-Chaos mit Temperatursturz betrifft nicht ganz Deutschland

  • schließen

Die sommerliche Hitze kippt mit heftigen Regenfällen und Temperatursturz von 20 Grad. Doch so mancher bleibt verschont. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Hamm – Noch am vergangenen Samstag (20. September) herrschten im Südwesten Deutschlands hochsommerliche Temperaturen von bis zu 30 Grad. Doch nur wenige Tage später hat sich das Wetter-Geschehen dramatisch gewandelt. Aktuell sind in weiten Teilen der Mitte und des Südens kaum mehr als 10 Grad messbar. Verantwortlich für den Umschwung ist ein Höhentief, das sich über der Mitte und dem Süden Deutschlands festgesetzt hat.

Extremregen im Südwesten Deutschlands: Bis zu 100 Liter Regen bis Donnerstagmorgen (25. September).

Dieses bringt nicht nur kühle Luftmassen, sondern auch tagelangen Dauerregen, der bis Donnerstagmorgen anhalten soll. Besonders betroffen sind Rheinland-Pfalz, das Saarland, Südhessen, Baden-Württemberg und Nordbayern, wo bis zu 100 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet werden. Auch Thüringen und Sachsen müssen sich auf nasse Tage einstellen. Die enorme Niederschlagsmenge erhöht die Gefahr von Überflutungen, Aquaplaning und vollgelaufenen Kellern erheblich.

Wetter-Wende zwischen Hoch und Tief: Geteiltes Wetter in Deutschland

Während sich die Menschen im Süden mit Dauerregen und Kälte plagen, zeigt sich der Norden des Landes von einer ganz anderen Seite. Dort sorgt ein Hochdruckgebiet für deutlich angenehmere Bedingungen. Regen ist hier kaum ein Thema, stattdessen gibt es zeitweise sonnige Abschnitte und milde Temperaturen von 17 bis 18 Grad. Im Süden dagegen bleibt es trüb und ungemütlich: Selbst tagsüber steigen die Temperaturen oft nicht über 10 Grad hinaus, mancherorts werden sogar nur 5 Grad erreicht.

Diese extreme Wetterschere innerhalb Deutschlands verdeutlicht, wie stark ein einzelnes Höhentief das Wettergeschehen beeinflussen kann. Die Folge sind nicht nur regionale Unterschiede, sondern auch erhebliche Herausforderungen für Verkehr, Landwirtschaft und Bevölkerung.

Wetter-Aussicht: Ab Donnerstag Entspannung, aber Unsicherheit bleibt

Ab Donnerstagmittag (25. September) kündigt sich allmählich eine Wetterbesserung auch für den Süden an. Das Höhentief verliert an Einfluss, die Regenfälle lassen nach, und vielerorts zeigt sich wieder die Sonne. Doch trotz der ersehnten Entspannung bleibt die Lage heikel: Keller und Flüsse könnten nach den enormen Regenmengen weiterhin überlastet sein. Zum Wochenende hin scheint sich deutschlandweit ein freundlicherer Wettercharakter einzustellen – möglicherweise sogar mit spätsommerlichem Charme, der an den sogenannten Altweibersommer erinnert.

Ob sich jedoch wirklich stabile, sonnige Tage durchsetzen, ist noch offen. Meteorologen warnen, dass sich das Wetterbild rasch wieder ändern kann. Klar ist aber schon jetzt: Dieser markante Temperatursturz und die sintflutartigen Regenfälle werden vielen als eindrucksvolles Beispiel für die Wetterextreme des Jahres 2025 in Erinnerung bleiben.

Rubriklistenbild: © METEORED/ www.daswetter.com

Kommentare