„Was für ein Wettersturz“: Wintercomeback bringt „surreale Bilder“ in den Alpen – samt schwerer Unfälle
VonMartina Lippl
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Wintereinbruch in den Alpen. Eine markante Kaltfront erfasst dabei auch Österreich. Innerhalb von wenigen Stunden rauschten die Temperaturen in den Keller.
Update vom 17. April, 7.15 Uhr: Plötzlich ist der Winter zurück! Fast um 30 Grad stürzten in der Steiermark die Temperaturen am Dienstag (16. April) ab. „Nicht mal die Hühner wollten den Stall verlassen“, erzählt eine Frau aus Wald am Schoberpaß der Kronen Zeitung. Dabei habe sie sich noch am Sonntag einen Sonnenbrand geholt.
„Was für ein Temperatursturz“ – ORF-Meteorologe fassungslos
„Die Bilder wirken irgendwie surreal nach dem Hitze-Sonntag“, schreibt die Wetterstation Villach auf der Plattform X. In Villach-Lind wurden demnach 0,8 Grad und fünf Zentimeter Neuschnee gemessen. „Übrigens die zweithöchste Schneedecke in diesem Jahr!“
Selbst ORF-Meteorologe Daniel Schrott ist fassungslos: „Was für ein Wettersturz“, kommentiert der Wetterexperte auf X den starken Temperatursturz in Deutschlandsberg (Steiermark). „Fast wie in Nordamerika“ beschreibt er die Wetterwende mit einem Temperatursturz von 31 Grad innerhalb von 48 Stunden.
Auf Kritik eines Nutzers, es sei nur „Aprilwetter“, kontert der Meteorologe: „Der Schneefall in Teilen der Steiermark und in Kärnten ist normaler (hat's schon mal Mitte April gegeben), als die extremen Temperaturen vom Sonntag, die eine Zäsur und Zeitenwende darstellen. Nicht der Schnee ist das Problem, das, was davor war, ist Ausdruck der Klimakrise.“
Schneematsch und schneeglatte Straßen – dramatische Unfälle
Schneematsch und schneeglatte Straßen brachte einige Verkehrsteilnehmer ins Schleudern. Zum Teil ereigneten sich schwere Unfälle: Auf der A2 kam ein 45-jähriger Wiener mit seinem Wagen von der Fahrbahn ab, überschlug sich laut der Polizei Kärnten mehrmals und kam auf dem Dach zum Stillstand. Der Fahrer musste von der Feuerwehr schwerverletzt aus dem Wrack geborgen werden. Richtung Villach war die A2 fast zwei Stunden gesperrt.
Auf der Karawanken-Autobahn (A11) verunglückte ein Deutscher (52) mit seinem Auto. Auf der regennasser Fahrbahn kam er mit seinem Wagen ins Schleudern, prallte gegen eine Böschung, überschlug sich und kam auch auf dem Dach zum Liegen, berichtet die Polizei.
Die winterliche Wetterlage hatte offenbar auch ein 65-jähriger Mann am Loiblpass ganz schön unterschätzt: Mit Sommerreifen talwärts unterwegs kam der Fahrer mit seinem Wagen „in einer leichten Kurve“ auf der schneebedeckten Straße ins Rutschen, fuhr geradeaus über eine Böschung und stürzte über einen Mauervorsprung, so die Polizei. Dann überschlug sich der Wagen mit seiner Gattin (61) und Tochter (23) an Bord. Die drei konnten sich jedoch selbständig aus dem Unfallwagen befreien.
Wetter-Warnung in den Alpen: Winterschock mit Starkregen und Schnee bis in die Täler
Erstmeldung vom 16. April 2024
Wien – In den Alpen sinkt die Schneefallgrenze rapide ab. Die Schneeprognose des österreichischen Wetterdienst GeoSphere Austria liegt jetzt vor. Auf den Bergen und in einigen Tälern kann einiges an Schnee herunterkommen. Für Teile Österreich gilt bereits eine Schnee-Warnung der zweithöchsten Stufe.
Winterschock in den Alpen: Österreich gibt „Gelbe Schneewarnung“ für Teile des Landes heraus
In Kärnten sinkt die Schneefallgrenze „sehr rasch gegen 700 Meter“ ab, darunter bleibt es meist bei Regen oder Schneeregen, heißt es in aktuellen „Gelben Schneewarnung“. Und tatsächlich geht es schnell beim Wetter: In Rosenbach wurden Montagmittag 25 Grad Celsius gemessen, inzwischen sind es nur noch plus 1 Grad, schreibt das Wetterportal uwz.at auf der Plattform X. Die Fotos zum Post sind eindeutig: Schneematsch auf der Fahrbahn ist auf den Aufnahmen der Webcam der Mautstelle zu sehen.
In Kärnten sinkt die Schneefallgrenze immer weiter ab, in Kürze gibt es auch in Villach Schneeregen. Gestern zur selben Uhrzeit war es noch sommerlich, etwa in Rosenbach (siehe Webcam Mautstelle) wurden gestern Mittag 25 Grad gemessen, nun nur +1 Grad. pic.twitter.com/xdbgR9aJhB
Wetterwende in Österreich – Schneefall bis ins Tal
Schneefall könnte es laut wetter.at selbst im Klagenfurter Becken und im Lavanttal geben. Durch den nassen Schnee bestehe vor allem die Gefahr von Schneebruch. Die Wetterwarnung gilt bis Dienstagabend, 20 Uhr (16. April). Auch mit Gewittern ist demnach zu rechnen. Für die Steiermark und das Burgenland gelten lokale Wetterwarnungen vor Starkregen.
Von Vorarlberg bis Oberösterreich ist ab Dienstagabend mit Niederschlägen zu rechnen. Die Schneefallgrenze sinkt auf 1000 bis 700 Meter. Tiefstwerte liegen zwischen minus 3 und 7 Grad.
Schnee-Fahrplan für Österreich – Wintereinbruch auch Fernpass und Brenner
Am Brenner und am Fernpass müssen sich Verkehrsteilnehmer zeitweise auf „winterliche Verhältnisse mit Schneematsch oder sogar Schneefahrbahnen“ einstellen, warnt der österreichische Wetterdienst.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
„Im Gebirge gibt der Winter ein kräftiges Lebenszeichen – bis zum Ende der Woche ist in der Höhe gebietsweise ein halber bis dreiviertel Meter Neuschnee möglich!“, heißt es in der Sonder-Wetterwarnung des Wetterdienstes. Der Winter-Trend in Österreich mit Regen, Graupelschauern und Schneefällen hält voraussichtlich bis zum Wochenende an. (ml)