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Wetter-Experte Dominik Jung warnt vor heftigem Regen und Sturzfluten in Griechenland. Urlauber sollten gerade in den nördlichen Regionen besonders vorsichtig sein.
Athen/Wiesbaden - „Wer sich aktuell in Griechenland aufhält und dort besonders in den nördlichen Regionen, der sollte sehr wachsam sein und die aktuellen Wetterprognosen gut verfolgen“, sagt der Geschäftsführer des Wetterdienstes Q.met, Dominik Jung. Denn: „Regional droht dort eine echte Katastrophe!“
„Regional droht eine Katastrophe!“ - Heftige Unwetter in Griechenland
In den nächsten 48 bis 72 Stunden könnten in einigen Landesteilen Griechenlands mehr als 650 Liter Regen fallen, so Jung am Dienstag (5. September). Das berechne das deutsche Wettermodell. „Das US-Wettermodell rechnet sogar mit fast 800 Liter Regen“, erläutert Meteorologe Jung. Zum Vergleich: In Berlin fallen in einem ganzen Jahr durchschnittlich um die 600 Liter Regen pro Quadratmeter.
„Es wird zu schweren Überschwemmungen und Zerstörungen in den jeweiligen Regionen kommen. Besonders Urlauber sollten da in den kommenden 72 Stunden wachsam sein - gerade wenn man sich in der Region nicht auskennt“, warnt Wetter-Experte Jung. Bis Donnerstag wird Sturmtief „Daniel“ wohl wüten.
In Mittelgriechenland ist - Stand Dienstagmittag - durch Unwetter bereits ein Mensch ums Leben gekommen. Auf der Insel Korfu fiel der Strom aus, und es gab Probleme beim Betrieb des dortigen Flughafens. Auf den Sporadeninseln Skiathos, Skopelos und Alonnisos blitzte und donnerte es nachts zeitweise im Sekundentakt. In der Region Elis im Westen der Halbinsel Peloponnes vernichtete Hagel Teile der anstehenden Olivenernte.
Nach dem Extremwetter rund um die spanische Hauptstadt Madrid mit schweren Sturzfluten droht damit nun auch im östlichen Mittelmeerraum regional eine Wetterkatastrophe. In Spanien haben die heftigen Unwetter mindestens fünf Menschen das Leben gekostet sowie großes Chaos und beträchtliche Sachschäden verursacht.
Weite Teile des Landes wurden am Samstag und Sonntag von Starkregen, Orkanböen, Blitzschlägen und Hagel heimgesucht. Es kam zu vielen Flugverspätungen. Vielerorts wurde der Eisenbahnverkehr eingestellt. Hunderte Passagiere mussten daher in der Nacht auf Montag unfreiwillig in Bahnhöfen in Madrid, Málaga und anderen Städten übernachten. Dutzende Straßen wurden gesperrt, Parks geschlossen. Unzählige Häuser, Keller, Garagen und Unterführungen wurden mit Wasser und Schlamm überschwemmt. Fassadenteile und Dachziegel stürzten auf die Straßen, Bäume wurden entwurzelt. Landwirtschaftliche Flächen wurden in verschiedenen Regionen stark in Mitleidenschaft gezogen.
In Deutschland und Mitteleuropa herrscht das andere Extrem: Dauersommer und kein Ende. „Schon heute ist festzustellen, dass das trockene, warme und sonnige Wetter mindestens bis nächste Woche Mittwoch anhalten wird“, sagt Jung. Das Hoch „Olenka“ sei da - und es werde auch da bleiben. „Die Omega-Wetterlage ist extrem stabil, und meist unterschätzen die Wettermodelle deren Ausdauer. Ich kann mir nur vorstellen, dass das warme Sommerwetter mindestens bis Mitte September bei uns bleiben wird“, sagt Jung. „Zu warm“ - so fiel bereits die Sommerbilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) aus. (mit dpa-Material)
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