Warme Überraschung?

Ein Wetter-Phänomen sorgt für „Sommer“ im November in Deutschland

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Sonnenbrille bereit: Um den Martinstag herum wird es oft wieder warm. Aber ist der Martinssommer mehr als nur ein alter Aberglaube?

München – Die Bauernregeln sind eine gern gewählte Option, um Prognosen für das Wetter in den kommenden Tagen und Wochen zum Ausdruck zu bringen. Eine davon besagt: „Bringt Allerheiligen einen Winter, bringt Martini einen Sommer“. Tatsächlich scheint es, als ob der November gelegentlich eine letzte warme Überraschung bereithält. Doch handelt es sich hierbei um ein echtes Wetterphänomen oder nur um ein Gerücht, das sich hartnäckig hält?

„Martinssommer“ im November– Hochdruckgebiet sorgt für warmes Wetter in Deutschland

Der Martinssommer tritt tatsächlich auf, wenn ein Hochdruckgebiet über Mittel- und Osteuropa die Wetterlage dominiert. Diese Konstellation ermöglicht es, dass warme Luft aus dem Süden nach Norden strömt und die Temperaturen in die Höhe treibt, berichtet weather.com.

Ein letzter warmer Tag vor dem Winter? Der "Martinssommer“ kann im November für Sommergefühle sorgen.

Meteorologisch gesehen gehört der Martinssommer zu den sogenannten Singularitäten, ähnlich wie der Altweibersommer oder die Eisheiligen. Diese Phänomene sind bekannt dafür, dass sie außerhalb der üblichen Jahreszeiten auftreten und so manch einen überraschen.

Weinlese im November des Martinssommers

In der Schweiz und Süddeutschland ist der Martinssommer besonders willkommen, denn er ermöglicht eine Weinlese im November. Während die meisten schon die Winterjacken aus dem Schrank holen, können Winzer noch einmal die Trauben ernten und den goldenen Herbst genießen.

10 Gewächse, die Sie im Herbst noch pflanzen können

Apfelbaum
Apfelbäume erntet man nicht nur im Herbst – auch das Pflanzen gelingt zu dieser Jahreszeit am besten. Denn die Bäume wurzeln so bis zum Frühjahr gut durch. Praktisch ist auch, dass in dieser Jahreszeit die Bäume ohne Topf und somit günstiger verkauft werden.  © Kate Bagler/Imago
Astern
Astern sind besonders im Bauerngarten beliebt. Beim Pflanzen sollten Sie aufpassen, dass die Astern nicht zu tief ins Erdreich gesetzt werden. Der Standort sollte eher sonnig sein.  © RotoGraphics/Imago
Bunte Hortensien im Garten
Hortensien versprechen eine üppige Blüte. Das Pflanzen erfolgt im Frühjahr oder Herbst. Bis zum Frost sollte es jedoch noch etwas hin sein, damit die Hortensien ausreichend Wurzeln bilden können.  © Bodenseebilder.de/Imago
Liguster mit Blüte
Liguster sind die idealen Hecken. Der Herbst, genauer gesagt der Oktober, eignet sich am besten, um das Gewächs zu pflanzen. Ideal ist, dass diese Jahreszeit reich an Niederschlag ist, denn neue Pflanze benötigen sehr viel Wasser. © Siegi/Imago
Pfingstrosen
Wurde Ihre Pfingstrose nicht im Topf verkauft, pflanzen Sie sie im September und Oktober. Päonien hingegen, die im Topf verkauft werden, können auch im Frühjahr gepflanzt werden.  © Wzy/Imago
Radieschen im Beet
Das Säen von Radieschen ist von Frühjahr bis in den Herbst möglich. Im Oktober sollten Sie jedoch darauf achten, dass der Standort vollsonnig ist. Radieschen sind zudem frostfest bis etwa minus sieben Grad Celsius.  © Art_Pictures/Imago
Rhododendren in Lila
Giftig, aber äußerst schön! Rhododendren können bis Mitte November gepflanzt werden. Der Standort sollte halbschattig sein. Wenn der Boden noch dazu nährstoffreich und durchlässig ist, steht einer prächtigen Pflanze nichts im Wege.  © Imago
Blumenzwiebeln
Blumenzwiebeln, die im Herbst gepflanzt werden sollten, sind in erster Linie die sogenannten Frühblüher. Tulpen, Narzissen, Krokusse und Co. benötigen nämlich einen Kältereiz zum Blühen.  © Cornelia Pithart/Imago
Ziest auf einer Wiese
Auch wenn man den Lippenblütler auch im Frühjahr oder Sommer pflanzen kann, so ist der Herbst für das Pflanzen von Ziest besonders geeignet. Die Pflanze ist nicht nur für Gärtner attraktiv; auch Insekten freuen sich über die gefüllten Blüten.  © Lothar Hinz/Imago
Fette Henne – Sedum
Fetthennen pflanzt man entweder im Frühjahr oder im Herbst. Im Herbst sollte der Frost noch nicht bevor stehen. Beachten Sie für den Standort, dass das Dickblattgewächs einen sandigen und gut durchlässigen Boden bevorzugen.  © Jörn Kastens/Imago

Woher kommt die Bauernregel? Sommer-Wetter und die Legende vom heiligen Martin

Der Martinssommer verdankt seinen Namen dem heiligen Martin, der am 8. November 397 verstarb, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) aufklärt. Der Legende nach erlebte die Natur bei der Überführung seines Leichnams auf der Loire einen plötzlichen Wärmeeinbruch. Die Ufer erblühten, und selbst die Obstbäume sollen vor Freude geblüht haben. Ein Wunder, so dachte man damals. Vielleicht wollte die Natur einfach nur sicherstellen, dass der heilige Martin in angemessener Pracht empfangen wird.

Auch wenn der Martinssommer nicht lange währt, bietet er doch eine willkommene Gelegenheit, die Sonnenbrille noch einmal hervorzuholen, bevor der Winter endgültig Einzug hält. Ein kurzer, aber herzlicher Gruß des Sommers. (mg)

Rubriklistenbild: © Jan Eifert/Imago

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