Polizei setzt Armee-Detektor ein

Von Unfall bis Verbrechen – verschiedenste Thesen über das Verschwinden von Émile (2) werden geprüft

Alle Autoren
    schließen
  • Kilian Bäuml
    Kilian Bäuml
  • Moritz Bletzinger
    Moritz Bletzinger
  • Michelle Brey
    Michelle Brey

Der kleine Émile war zu Besuch bei den Großeltern, als er am 8. Juli spurlos verschwand. Kann es sich um ein Verbrechen gehandelt haben? Ermittler analysieren nun jegliche Hinweise.

Update vom 18. Juli, 23.14 Uhr: Um neue Erkenntnisse über den Vermisstenfall zu gewinnen, sollen jegliche Hinweise analysiert und in alle Richtungen ermittelt werden, so Staatsanwalt Rémy Avon gegenüber dem französischen Sender BFMTV. Da das Verschwinden des zweieinhalbjährigen Émile bereits zehn Tage her ist, sei laut Le Figaro ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Ohne diesem Verfahren hätte es das französische Recht nach acht ergebnislosen Tagen untersagt, dem Fall weiter nachzugehen. Diese Szenarien werden geprüft:

  • Tierangriff: Auf Grundlage von Ermittlungen vor Ort und Rekonstruktionsversuchen des Verschwindens für sehr unwahrscheinlich angenommen
  • Unfall in den Bergen: Könnte sich verlaufen oder versteckt haben und unter der Hitzewelle und unter fehlendem Wasser gelitten haben – Lautsprecher-Suche mit Mutterstimme blieb erfolglos
  • Verbrechen: Entführung nicht ausgeschlossen; auch Familie verdächtigt: Haus seiner Eltern wurde durchsucht; Bürgermeister von Vernet hält beides für abwegig
  • Verkehrsunfall: Junge möglicherweise vom geschockten Fahrer wegtransportiert – könnte laut Polizei das Fehlen jeglicher Spuren des Kindes erklären
  • Quellen: BFMTV, Le Figaro, ntv, Le Point

Update vom 17. Juli, 16.39 Uhr: Nach dem Verschwinden des zweieinhalbjährigen Émile vermuten Bewohner des französischen Dorfs, dass der Junge von einer Mähmaschine erfasst worden sein könnte. Wie der französische Fernsehsender BFMTV berichtet, haben Ermittler daher nun einen hochsensiblen Metalldetektor in die Gegend gebracht, mit dem sie in Heuballen nach dem vermissten Kind suchen. Das Gerät sei so präzise, dass es bereits bei kleinsten metallischen Partikeln Alarm schlage.

Geriet vermisster Émile (2) in Mähmaschine? Einwohner äußern schreckliche Befürchtung

Dass Émile womöglich von einem Greifvogel oder Wolf angegriffen wurde, wie Einwohner zunächst spekuliert hatten, konnte die Polizei inzwischen ausschließen. Zudem sollen Ermittler alle Häuser des Dorfes durchsucht haben – von dem Jungen fehle jedoch jede Spur.

Update vom 17. Juli, 13.12 Uhr: Die Suchaktion für den zweieinhalbjährigen Émile, der seit Samstagabend (8. Juli) verschwunden ist, wurden am Mittwoch (12. Juli) beendet, der kleine Junge wurde nicht gefunden. Das regt die Spekulationen vieler Leute an, einige Anwohner hatten zuerst vermutet, dass es sich um den Angriff eines Wolfs gehandelt haben könnte. Doch diese sind jedoch äußerst selten. Nun gibt es eine neue These, was mit dem Jungen passiert sein könnte.

Die Einwohner des beschaulichen französischen Dorfes vermuten jetzt, Émile könnte von einer Mähmaschine erfasst worden sein und befindet sich in einem Heuballen. „Wir haben hier nur eine Befürchtung, nämlich, dass der Junge im Herbst gefunden wird, wenn die Landwirte die Tiere füttern. Manchmal werden auch Rehe gefunden. Der Kleine könnte sich im hohen Gras befunden haben und in eine landwirtschaftliche Maschine geraten sein. Das wäre schrecklich“, sagte ein ortsansässiger Landwirt dem Sender BFMTV. Dem Sender zufolge ist die Befürchtung gerechtfertigt, weil das Heu derzeit geerntet wird.

Anwohner befürchten, dass der kleine Émile sich in einem Heuballen befinden könnte. (Collage)

Mehr als eine Woche nach dem Verschwinden werden die Ermittlungen jetzt fortgesetzt und zahlreiche Spuren verfolgt. So kommt jetzt auch ein ultrapräziser Detektor zum Einsatz. Normalerweise wird dieser von der französischen Armee genutzt, nun sollen mit ihm die Heuballen untersucht werden. Der ermittelnde Staatsanwalt Rémy Avon teile laut der Bild-Zeitung unterdessen mit, dass es noch keine offiziellen Thesen zum Verschwinden des Jungen gibt.

Französische Behörden stoppen Suche nach vermisstem Emile (2): Leben des Kleinkinds „sehr stark in Gefahr“

Update vom 13. Juli, 5.25 Uhr: Die französische Polizei schickt keine Suchteams mehr nach dem kleinen Emile los. Die Suchaktion in den Voralpen habe das Rätsel um sein Verschwinden nicht lösen können und sei jetzt beendet, teilt Staatsanwalt Rémy Avon mit. Zuletzt wurde der Zweijährige am Samstag im Weiler Haut-Vernet gesehen. Dutzende Soldaten und Gendarmen durchkämmten seitdem zwölf Hektar Gelände, 30 Gebäude sowie zwölf Fahrzeuge.

Die Beamten hätten in den vergangenen vier Tagen jedoch eine „erhebliche Menge an Informationen und Elementen analysiert“, fügt Avion an. Die Untersuchung des Vermisstenfalls gehe weiter.

Am Dienstag hatte die Staatsanwaltschaft gewarnt, dass nach einem Zeitraum von 48 Stunden angesichts des jungen Alters des Kindes und der derzeitigen starken Hitze von bis zu 35 Grad das Leben des Zweijährigen „sehr stark in Gefahr“ sei. Das ungewisse Schicksal Emils hält das ganze Land in Atem. Das Kleinkind hatte sich bei seinen Großeltern aufgehalten.

Verzweifelte Suche in Frankreich: Emile (2) im Urlaub mit Großeltern spurlos verschwunden

München/Le Vernet – Ausnahmezustand in der französischen Gemeinde Le Vernet: Ein Zweijähriger ist seit Samstag verschwunden. Die Suche nach dem kleinen Émile läuft auf Hochtouren – bislang ohne Erfolg.

Name:Émile
Alter:zwei Jahre
Verschwunden seit:Samstag, 8. Juli 2023
Gemeinde:Le Vernet im Süden Frankreichs

Spurlos verschwunden: Zweijähriger Émile aus 100-Einwohner-Gemeinde vermisst

Das Bild des Zweijährigen steht in Frankreich auf den Titelseiten der Zeitungen und ist in allen Nachrichten. Um das Schicksal des Jungen bangen viele. Doch von dem in einem Bergdorf verschwundenen Kind fehlt weiter jede Spur. Die Gemeinde Vernet leben kaum mehr als 100 Menschen. Émile war dort bei seinen Großeltern im Urlaub, als diese ihn am Samstagabend aus dem Blick verloren. Mit seinen Eltern wohnt er in der Nähe von Marseille.

Zwölf Hektar Gelände wurden seit dem Verschwinden durchkämmt, alle 30 Häuser des Ortes durchsucht, 25 Personen befragt und zwölf Autos in Augenschein genommen – ohne Ergebnis. Etwa 90 Gendarme und Soldaten waren auch am Dienstag mithilfe von Spürhunden erneut in den französischen Voralpen im Einsatz. Die Ermittler untersuchten auch alle Mobilfunkverbindungen in der Gegend seit dem Verschwinden.

Seit Samstag läuft die Suche nach dem zwei Jahre alten Émile in den französischen Voralpen.

Frankreich: Zweijähriger verschwindet spurlos – Indizien und Hinweise sind Mangelware

„Der kleine Émile wurde nicht gefunden“, sagte Staatsanwalt Rémy Avon am Dienstag (11. Juli), drei Tage nach dem Verschwinden des Jungen. Im Moment gebe es keinerlei Hinweise oder Indizien, wo das Kind sich aufhalten könnte.

Mehr als die Aussagen zweier Zeugen, die den Jungen noch eine Straße in dem kleinen Ort Le Vernet in Südfrankreich herunterlaufen sahen, gibt es nicht. Die Suche nach der noch so geringsten Spur aber werde fortgesetzt, betonte der Staatsanwalt. Zunächst gebe es keine Hinweise auf eine Entführung oder ein Tötungsdelikt.

Spurlos verschwunden: Französische Polizei veröffentlicht Foto des Zweijährigen - Eltern „in Sorge“

Am Sonntag (9. Juli) wandte die französische Polizei sich an die Öffentlichkeit. Eine Telefonhotline und ein Foto des Jungen sollen dabei helfen, ihn wiederzufinden. Folgende Angaben zu Émile wurden gemacht:

  • Größe: 90 Zentimeter
  • Augenfarbe: Braun
  • Haarfarbe: Blond
  • Kleidung: Gelbes Oberteil, weiße kurze Hose, Wanderstiefel

Staatsanwalt Avon zufolge sind die Eltern „in Sorge“, wie er gegenüber BFMTV erklärte. Über die sozialen Medien wie Twitter, Instagram und Co. teilten viele Menschen indes ihre Anteilnahme an dem Vermisstenfall mit.

In Deutschland ist indes nach wie vor der Fall Rebecca Reusch präsent. Ein Experte erklärte die vier Schlüsselmomente – und einen „eklatanten Fehler“ der Polizei. (mbr/dpa/AFP)

Rubriklistenbild: © Twitter/Gendarmerie nationale/dpa

Kommentare