Aufräumarbeiten dauern an

Italien-Unwetter werden jahrelange Folgen haben – auch für Touristen

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Die Folgen der Unwetter in Italien sind spürbar, nicht nur in der Landwirtschaft. Reisende müssen mit gesperrten Straßen und eingeschränktem Zugverkehr rechnen.

Rom/München – Nach den verheerenden Regenfällen in der italienischen Emilia-Romagna dauern die Aufräumarbeiten an. Innerhalb kurzer Zeit waren 21 Flüsse über die Ufer getreten, 36 Städte und Gemeinden waren überflutet. Ganze 48 Lokalverwaltungen in Italien meldeten Erdrutsche. Rund um Ravenna, Bologna und Forlì kann das Wasser, das auf Feldern und in Dörfern steht, nur schlecht ablaufen. Die Häuser Tausender Menschen sind nach der Unwetterkatastrophe in Italien unbewohnbar, der Wiederaufbau könnte Jahre dauern.

Auch wenn die beliebten Strände der Region nicht unmittelbar betroffen sind und sich das Ausmaß der Flutkatastrophe auf das Landesinnere bezieht, könnten Urlauber die Folgen der Unwetter zu spüren bekommen. Doch nicht nur beim Tourismus, auch die Auswirkungen auf Landwirtschaft und Viehnutzung können noch Jahre anhalten, befürchten die Menschen vor Ort.

Alarmstufe Rot an der Adria: Bilder zeigen fürchterliches Ausmaß der Überschwemmungen in Italien

Helikopter-Aufnahmen zeigen die Überschwemmungen in Sant Agata sul Santerno, nahe Ravenna.
italien-unwetter_ueberschwemmung.jpg © IMAGO/fotogramma/ Independent Photo Agency Int.
Überschwemmungen in Teilen Italiens fordern mehrere Todesopfer.
Die Sorge unter den Anwohnern wächst in Italien: Für die kommenden Tage ist neuer Regen vorhergesagt. Heftige Unwetter und Überschwemmungen an der Adriaküste haben zuletzt Todesopfer gefordert. © Oliver Weiken/dpa
In der von den schweren Unwettern und Überschwemmungen betroffenen italienischen Provinz Ravenna ist ein Hubschrauber abgestürzt.
In der von den schweren Unwettern und Überschwemmungen betroffenen italienischen Provinz Ravenna ist ein Hubschrauber abgestürzt. © Vigili del Fuoco/dpa
Menschen fahren auf Fahrräder eine überflutete Straße entlang. Nach den Unwettern und Überschwemmungen in Italien ist die Anzahl der Opfer auf 14 gestiegen.
Menschen fahren auf Fahrräder eine überflutete Straße entlang. Nach den Unwettern und Überschwemmungen in Italien ist die Anzahl der Opfer auf 14 gestiegen. © Luca Bruno/dpa
Extrem-Wetter in Italien: Am Strand von Rimini sind die Spuren der Unwetterfront am Mittwoch (17. Mai) deutlich zu sehen.
Extrem-Wetter in Italien: Am Strand von Rimini sind die Spuren der Unwetterfront am Mittwoch (17. Mai) deutlich zu sehen.  © IMAGO/Giorgio Salvatori
Schwere Unwetter in Italien: Fünf Meter hohe Wellen peitschen an den Strand von Rimini. Dazu treten Flüsse in der Stadt über die Ufer.
Schwere Unwetter in Italien: Fünf Meter hohe Wellen peitschen an den Strand von Rimini. Dazu treten Flüsse in der Stadt über die Ufer. © Giorgio Salvatori/imago
Nach schweren Überschwemmungen tragen Carabinieri Anwohner auf dem Rücken durch die überfluteten Straßen von Faenza.
Nach schweren Überschwemmungen tragen Carabinieri Anwohner auf dem Rücken durch die überfluteten Straßen von Faenza.  © Arma dei Carabinieri
Kritische Wetterlage in Italien: Der Wasserpegel an der Tiberius-Brücke (Ponte di Tiberio) in Rimini ist deutlich angestiegen, wie auf dem Foto (17. Mai 2023) zu sehen ist.
Kritische Wetterlage in Italien: Der Wasserpegel an der Tiberius-Brücke (Ponte di Tiberio) in Rimini ist deutlich angestiegen, wie auf dem Foto (17. Mai 2023) zu sehen ist.  © IMAGO/Giorgio Salvatori
In Bologna (Italien) ist die Lage am Mittwoch (17. Mai) weiter kritisch. Die Schulen bleiben weiter geschlossen.
In Bologna (Italien) ist die Lage am Mittwoch (17. Mai) weiter kritisch. Die Schulen bleiben weiter geschlossen.  © IMAGO/Gianni Schicchi
Alpine Höhenretter suchen in der Nähe eines Supermarktes in Cesena (Italien) nach Vermissten.
Alpine Höhenretter suchen in der Nähe eines Supermarktes in Cesena (Italien) nach Vermissten.  © ALESSANDRO SERRANO/afp
Überschwemmungen nach Unwettern in Italien: Überflutete Häuser in der norditalienischen Region Emilia Romagna am Dienstag (16. Mai 2023).
Überschwemmungen nach Unwettern in Italien: Überflutete Häuser in der norditalienischen Region Emilia Romagna am Dienstag (16. Mai 2023).  © Vigili del Fuoco/AP/dpa
Wassermassen und Schlamm: In Faenza ist der Fluss Lamone über die Ufer getreten und überflutet Straßen.
Wassermassen und Schlamm: In Faenza ist der Fluss Lamone über die Ufer getreten und überflutet Straßen.  © IMAGO/Tommaso Romanin
Überschwemmungen in Italien: Der Fluss Savio bei Cesena an der Adriaküste ist nach starken Regenfällen über die Ufer getreten.
Überschwemmungen in Italien: Der Fluss Savio bei Cesena an der Adriaküste ist nach starken Regenfällen über die Ufer getreten. © LaPresse/AP/dpa
Unwetter in Italien: In der Stadt Cesena ist der Fluss Savio nach extremen Regenfällen über die Ufer getreten, Straßenzüge am Fluss stehen unter Wasser.
Unwetter in Italien: In der Stadt Cesena ist der Fluss Savio nach extremen Regenfällen über die Ufer getreten, Straßenzüge am Fluss stehen unter Wasser.  © Bernd März/dpa
Ganze Stadtteile sind überflutet. Wassermassen bahnen sich ihren Weg durch Cesena an der Adria.
Ganze Stadtteile sind überflutet. Wassermassen bahnen sich ihren Weg durch Cesena an der Adria.  © IMAGO/Alessandro Mazza
Unwetter in Italien: Wellen peitschen an den Strand von Rimini. Starkregen sorgt für Überschwemmungen.
Unwetter in Italien: Wellen peitschen an den Strand von Rimini. Starkregen sorgt für Überschwemmungen.  © Giorgio Salvatori/imago
Unwetter und Überschwemmungen in Italien: Alarmstufe Rot herrscht an der Adria. Die Orte sind auf Google Maps markiert.
Unwetter und Überschwemmungen in Italien: Alarmstufe Rot herrscht an der Adria. Die Orte sind auf Google Maps markiert.  © Screenshot Google Maps
Heftige Überschwemmungen in Italien: Einsatzkräfte der Feuerwehr retten Menschen aus überfluteten Häusern.
Heftige Überschwemmungen in Italien: Einsatzkräfte der Feuerwehr retten Menschen aus überfluteten Häusern.  © Vigili del Fuoco/AP/dpa
Unwetterwarnstufe Rot in Italien: Freiwillige des Katastrophenschutzes überwachen die Strände von Ravenna an der Adria.
Unwetterwarnstufe Rot in Italien: Freiwillige des Katastrophenschutzes überwachen die Strände von Ravenna an der Adria.  © IMAGO/Fabrizio Zani

Nach Unwettern in Italien: Hohe Schäden in lokaler Landwirtschaft

Die lokale Landwirtschaft in der italienischen Region Emilia-Romagna verzeichnet nach den verheerenden Überschwemmungen infolge heftiger Regenfälle hohe Schäden. Wie die Agrarvereinigung Coldiretti mitteilt, könnte die Obsternte in der Adria-Region für die nächsten vier bis fünf Jahre stark beeinträchtigt werden, da das in den Obstplantagen zurückgebliebene Wasser die Wurzeln der Pflanzen „erstickt“ habe, sodass diese verfaulen. Daher müssten ganze Plantagen ausgepflanzt und anschließend neu bepflanzt werden, hieß es.

Das Standbild aus einem Video zeigt Luftaufnahmen der überschwemmten Landstriche. Nach heftigen Regenfällen ist es in den italienischen Regionen Emilia-Romagna und den Marken zu teils dramatischen Überschwemmungen gekommen.

Auch die Viehzucht in der Region sei von der Katastrophe stark betroffen. Rund 250.000 Rinder, Schweine und Schafe müssten noch gerettet werden, teilt Coldiretti mit. Die Überschwemmungen hätten bereits zum Tod von Tausenden Tieren geführt. Erdrutsche infolge der Unwetter erschweren die Lage zusätzlich, denn viele Bauernhöfe sind unerreichbar. Die Tiere dort benötigten Nahrung sowie Wasser.

Tourismus in Italien: Gesperrte Straßen und eingeschränkter Zugverkehr nach Unwettern

Urlauber, die in den nächsten Wochen in die Emilia-Romagna fahren, dürften die Folgen der Unwetter ebenso zu spüren bekommen. Denn auch wenn die Züge zwischen Bologna und Florenz Medienberichten zufolge wieder weitestgehend zuverlässig fahren, ist der Zugverkehr auf vielen Strecken innerhalb der Emilia-Romagna weiterhin ausgesetzt, etwa zwischen Faenza und Forlì. Der ADAC informiert zudem darüber, dass zwischen Rimini und Ferrara, zwischen Ravenna und Faenza sowie zwischen Ravenna und Castel Bolognese bis auf Weiteres keine Züge verkehren.

Neben dem Verkehr auf der Schiene ist auch der Straßenverkehr betroffen. Nach den Unwettern zählte der Zivilschutz über 600 gesperrte Straßen in der Region. Erdrutsche hätten in einigen Gebieten die Infrastruktur zerstört. Die wichtige Autobahn 14 zwischen Bologna und Rimini ist nach vorübergehender Sperrung tagsüber geöffnet und wird nur nachts für Reparaturen teilweise wieder gesperrt. (hg)

Rubriklistenbild: © Italienisches Innenministerium/dpa

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