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Energiekrise: Seminare an einigen Universitäten nur noch online

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Einige Universitäten und Hochschulen in Deutschland stellen ihre Lehre während der kommenden Wochen auf Online-Veranstaltungen um. Sie wollen damit Energie sparen.

Berlin – Während der Hochphase der Corona-Pandemie haben nahezu alle Universitäten und Hochschulen in Deutschland ihre Lehre auf Online-Veranstaltungen umgestellt. Nach zwei Jahren mit großen Einschränkungen sollte dieses Wintersemester endlich wieder ein Stück Normalität zurückbringen. Doch mittlerweile haben einige Universitäten ihre Räume weitestgehend geschlossen, ihre Winterpause damit verlängert und bieten in dieser Zeit ihre Vorlesungen und Veranstalten weitestgehend nur noch online an.

An vielen Universitäten bleiben die Hörsäle wegen der Energiekrise leer.

Dies betrifft Einrichtungen in ganz Deutschland, etwa an der Technischen Universität Berlin, die Universität Erfurt, die Universität Koblenz sowie die Hochschule und Universität in Trier. Dort, wo normalerweise lediglich über die Weihnachtsfeiertage und die Zeit zwischen den Jahren die meisten Gebäude geschlossen sind, sind sie es bereits schon seit mehreren Tagen und teilweise auch noch weit bis in den Januar hinein.

Beitrag zum Energiesparen: Universitäten und Hochschulen kehren zeitweise zur Online-Lehre zurück

Sie wollen damit einen Beitrag leisten, um die je nach Bundesland geforderten 15 bis 20 Prozent an Energieeinsparung zu erreichen. Die Vorlesungen während dieser Zeit sollen – wie bereits über weite Strecken der vergangenen knapp drei Jahre – online stattfinden. Auch einige Bibliotheken sollen ganz oder teilweise geschlossen bleiben.

Dabei hatte die Kultusministerkonferenz mit Beschluss vom 1. September 2022 das Ziel ausgegeben, Hochschulen auch während der Energiekrise geöffnet zu lassen, da Lehre für sie oberste Priorität habe. Die Energieeinsparungen sollte jede Einrichtung eigenverantwortlich beispielsweise über eine Anpassung der Raumtemperaturen, Verzicht auf Warmwasser, weniger Beleuchtung und angepasste Betriebszeiten etwa von Universitätsbibliotheken erreichen.

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Studenten kritisieren diesen Schritt. Ein Sprecher der Universität Trier sprach gegenüber Deutschlandfunk Nova von Symbolpolitik auf Kosten der Studenten. Sie müssten nun stattdessen zu Hause selber mehr heizen, was eine zusätzliche finanzielle Belastung sei.

Noch keine Schließungen in Niedersachsen – aber ambitionierte Hochschul-Ziele

Derzeit erwägen die meisten Einrichtungen, spätestens Mitte Januar zur Lehre in Präsenz zurückzukehren. An norddeutschen Universitäten sind Schließungen bislang noch nicht kommuniziert worden. Stattdessen betonte Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs (SPD) am Mittwoch gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, in Zukunft eine Elite-Universität in Niedersachsen haben zu wollen. Bei der bislang letzten Vergabe der Auszeichnung im Jahr 2019 war das Bundesland leer ausgegangen. Die nächste ist im Jahr 2026. Die sogenannten Exzellenzuniversitäten werden stärker von Bund und Ländern gefördert. Studenten lehnen die Konkurrenz unter den Hochschulen und damit auch die Auszeichnung ab.

Rubriklistenbild: © Bernd Wüstneck/dpa

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