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Tote und Verletzte nach neuem Erdbeben in der Türkei und Syrien

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  • Niklas Kirk
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Im Südosten der Türkei ereigneten sich gleich zwei neue Erdbeben mit jeweils der Stärke 6.4 und 5.8. Mehrere Häuser sollen eingestürzt sein.

+++ 8.15 Uhr: In Syrien stürzten erneut Häuser ein. Syrischen Aktivisten zufolge starben mindestens fünf Menschen. Berichten des Nachrichtensenders ntv zufolge, hatten Aktivisten bereits kurz nach den erneuten Erdstößen 470 Verletzte gemeldet, davon 320 in den von der Regierung kontrollierten Regionen und 150 in den Rebellen-Gebieten. Auch der Chef der Rettungsorganisation Weißhelme, Raed al-Saleh, meldete 150 Verletzte für die syrischen Regionen, die von Rebellen gehalten werden. Nach Angaben der Hilfsorganisation SAMS stürzten in mehreren Orten nahe der Stadt Aleppo Häuser ein.

+++ Update vom Dienstag, 21. Februar, 6.44 Uhr: Erneut haben Erdbeben die südosttürkische Provinz Hatay und Teile Syriens erschüttert. Mindestens drei Menschen starben, sagte der türkische Innenminister Süleyman Soylu. 294 Menschen seien verletzt worden. Die Menschen liefen in Panik auf die Straße, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Nach Angaben des Senders CNN Türk fiel in Hatay der Strom aus. Panik gab es auch unter den Bewohnern der bereits zerstörten Stadt Defne. Reporter vor Ort berichteten nach dem Beben, dass Verletzte um Hilfe geschrien hätten.

+++ 22.28 Uhr: Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte zählte am Montagabend 470 Verletzte in Syrien, die meisten davon im Raum Aleppo. Mit den bisher aus der Türkei genannten Zahlen, sind in den betroffenen Regionen somit mehr als 600 Verletzte zu beklagen.

Ein Bild aus Antakya am Abend vor den zwei neuen Beben in der Türkei. Laut Medienberichten ist in der Nähe in Hatay „alles eingestürzt“ (Archivbild).

Neue Erdbeben in der Türkei: Drei Todesfälle und über 200 Verletzte

+++ 22.05 Uhr: Der Syrische Zivilschutz machte am Montagabend Angaben über Verletzte im Norden des Landes, nachdem das Erbeben im Süden der Türkei auch hier wiederholt für Schäden gesorgt hatte. Laut der Rettungsorganisation wurden 125 Menschen verletzt, die meisten davon durch „Angst und Panik“, weil Menschen von Häusern gesprungen oder ohnmächtig geworden seien.

Gefahrenzone: Warum es in der Türkei immer wieder zu Erdbeben kommt

Erdbeben erschüttern Türkei und Syrien. Aufnahme vom 6. Februar 2023.
In der Türkei kommt es immer wieder zu heftigen Erdbeben. Insbesondere der Osten gilt als Gefahrenzone.  © Uncredited/dpa
Ein zerstörtes Gebäude in der Türkei bei Nacht. Aufnahme vom 6. Februar 2023.
Das Erdbeben am 6. Februar ist die heftigste Erschütterung im Osten der Türkei seit über 100 Jahren. Auch Syrien ist betroffen. © Uncredited/dpa
Rettungskräfte arbeiten nach einem Erdbeben in der Provinz Elazig, Türkei. Aufnahme vom 26. Januar 2020.
Erst im Januar 2020 hatte ein schweres Erdbeben den Osten der Türkei erschüttert. © Uncredited/imago
Helfer suchen in den Trümmern nach Menschen. Aufnahme vom 6. Februar. 2023.
Hintergrund der vielen Erdbeben im Osten der Türkei ist das Zusammentreffen mehrere tektonischer Platten.  © Zakariya Yahya/imago
Ershelfer suchen nach mehreren Erdbeben in der Türkei nach Menschen. Aufnahme vom 6. Februar 2023.
Die sogenannte Ostanatolische Verwerfung im Osten der Türkei ist etwa 550 Kilometer lang. Hier bewegen sich die Platten mit etwa 21 Millimetern pro Jahr, wodurch es zu verheerenden Erdbeben kommt.  © Zana Halil/dpa
Ein zerstörtes Kinderfahrrad liegt im Erdbebengebiet der Türkei auf der Straße. Aufnahme vom 6. Februar 2023.
Das Leid, das durch die Erdbeben in der Türkei entsteht, ist unermesslich. Die internationale Gemeinschaft schickt infolge der Erschütterungen Rettungskräfte in das Land.  © Uncredited/afp
Rettungskräfte bei der Arbeit, nachdem mehrere Erdbeben die Türkei und Syrien erschüttert haben. Aufnahme vom 6. Februar 2023.
Die Rettungskräfte können oft nur noch bergen. Während bei dem Erdbeben im Osten der Türkei im Jahr 2020 41 Menschen starben, liegt die Opferzahl nach den Erschütterungen im Februar 2023 in den Tausendern.  © Ilyas Akengin/afp
Ein Mann hockt mit dem Gesicht in den Händen im Erdbebengebiet auf dem Boden. Aufnahme vom 6. Februar 2023.
Die Zahl der Verletzten infolge der Erdbeben ist weitaus höher. Etliche Menschen verlieren ihre Wohnungen.  © Ilyas Akengin/afp
Eine Frau weint, während sie Rettungskräften in der Türkei bei der Suche nach Menschen zusieht. Aufnahme vom 6. Februar 2023.
Auch an anderen Stellen in der Türkei stellen Erdbeben eine hohe Gefahr dar. Allein seit dem Jahr 2020 hat es mindestens fünf Erschütterungen in dem Land gegeben.  © Sertac Kayar/imago
Menschen auf der Straße in Istanbul.
Auch unter Istanbul gibt es Plattenverschiebungen. Experten sagen deshalb für die Stadt am Bosporus ein heftiges Erdbeben voraus. © Xu Suhui/dpa

+++ 21.27 Uhr: In Folge der erneuten Beben in der türkischen Provinz Hatay sind mindestens drei Menschen getötet worden. 213 Menschen seien in Krankenhäuser gebracht worden, sagte der türkische Innenminister Süleyman Soylu am Montagabend. Soylu warnte Menschen davor, erneut in Häuser zu gehen. Bisher habe es 26 Nachbeben gegeben.

Rettungskräfte in der Stadt Antakya arbeiten laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu daran, drei am Abend unter Trümmern eingeschlossene Menschen zu befreien.

Neue Erdbeben in der Türkei und Syrien – EU-Gesundheitsbehörde warnt vor Krankheiten

+++ 20.55 Uhr: Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC warnte am Montag (.20. Februar) davor, dass sich Infektionskrankheiten in den betroffenen Regionen ausbreiten und in den kommenden zwei bis vier Wochen etliche Ansteckungen zur Folge haben könnten. Krankheiten, die durch Lebensmittel und Wasser übertragen werden, sowie Atemwegsinfektionen und durch Impfung vermeidbare Infektionen stellten in der kommenden Zeit ein besonderes Risiko dar.

Derweil sagten Unternehmen und Verbände in Deutschland am Montag dringend benötige Materialien wie Arzneimittel, medizinische Geräte und weitere Hilfsgüter im Millionenwert zu, wie das Bundesgesundheitsministerium in Berlin nach einem „Spendengipfel“ mitteilte. Die Lieferungen sollen schnell in die Krisengebiete gebracht werden – von den Firmen selbst oder in Kooperation mit der türkischen Regierung sowie mit Helfern.

Erneut Erdbeben in der Türkei – auch in Syrien stürzen Gebäude ein

+++ 20.10 Uhr: Das Beben am Montagabend (20. Februar) war Medienberichten zufolge auch im Norden Syriens, in Israel, im Irak und im Libanon zu spüren. In mehreren Orten nahe der Stadt Aleppo seien erneut Häuser eingestürzt, sagte eine Sprecherin der Hilfsorganisation SAMS. Darunter sei auch die Kleinstadt Dschindiris nahe der türkischen Grenze, die schon vor zwei Wochen stark von den Beben getroffen wurde. In mindestens vier Kliniken der Organisation seien neue Opfer eingetroffen.

Die Rettungsorganisation Weißhelme teilte mit, im Nordwesten Syriens seien mehrere Städte und Dörfer betroffen. In mehreren Gebieten seien Hauswände und Balkone eingestürzt. Die Zivilschützer meldeten „mehrere Verletzte“ unter anderem durch herunterfallende Trümmer.

Zwei neue Erdbeben in der Türkei - Mehrere Häuser eingestürzt

Erstmeldung vom Montag, 20. Februar, 19.30 Uhr: Hatay/München – Rund zwei Wochen nach dem schweren Erdbeben im Südosten der Türkei wurde das Gebiet erneut von zwei neuen Erdbeben heimgesucht. Dies meldeten die Katastrophenschutzbehörde AFAD und die seismologische Behörde Kandilli. Innerhalb weniger Minuten haben sich demnach zwei Beben mit der Stärke 6.4 und 5.8 ereignet. Türkische Medien berichteten übereinstimmend, dass mehrere beschädigte Gebäude eingestürzt seien.

Erdbeben in der Türkei: Eben der Stärke 6.4 und 5.8 gemessen

Der türkische Journalist Adem Metan bestätigte dies in einem kurzen Video auf Twitter. „Freunde, es gab ein sehr großes Erdbeben, alles ist eingestürzt, alles!“, meldete er in der dramatischen Aufnahme. Der Sender CNN Türk berichtete später, Menschen seien unter den Trümmern der infolge des Erdbebens eingestürzten Häuser eingesperrt.

Die Katastrophenschutzbehörde warnte die Bevölkerung, beschädigte Häuser nicht zu betreten. Auch wurde davor gewarnt, sich in der Nähe von Gebäuden mit Einsturzgefahr aufzuhalten. Ein weiteres Video aus dem Erdbebengebiet zeigte türkische Soldaten, die wegen des Erdbebens verletzte Personen auf einer Liege wegtransportierten und das Gebiet durchsuchten.

Erbeben in der Türkei: Tsunami-Warnung ausgesprochen

Das seismologische Zentrum für Europa und das Mittelmeer (EMSC) veröffentlichte nach den zwei Erdbeben in der Türkei eine Tsunami-Warnung für das betroffene Gebiete. „Überall sind Sirenen von Krankenwagen zu hören“, schrieb der türkische Sänger und Leiter der Hilfsorganisation Ahbap, Haluk Levent, auf Twitter. Korrespondenten mehrerer türkischer Sender sprachen zudem von Panik auf den Straßen. (bb)

Rubriklistenbild: © Sameer Al-Doumy/afp

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