VonPatrick Huljinaschließen
Nach den heftigen Erdbeben in der Türkei und Syrien ist die Gefahr noch nicht gebannt. Katastrophenschützer erwarten starke Nachbeben.
Istanbul - Das verheerende Erdbeben in der Türkei und Syrien liefert traurige Bilder der Zerstörung. Die offizielle Zahl der Toten ist inzwischen auf über 44.000 angestiegen – Experten gehen von noch mehr Opfern aus. Tausende Menschen werden weiterhin vermisst. Laut der türkischen Regierung sind 20 Millionen Menschen im Land von den Auswirkungen des Bebens betroffen. Hoffnung machen lediglich die Berichte über „Wunder-Bergungen“ – auch elf Tage nach dem Erdbeben werden immer noch Menschen lebendig aus den Trümmern gerettet.
Erdbeben in der Türkei: Katastrophenschutz erwartet heftige Nachbeben
Doch die nächste Hiobsbotschaft folgte am Freitag (17. Februar). Die Menschen in den betroffenen Gebieten müssen auch in den kommenden Tagen mit starken Erschütterungen rechnen. Man erwarte Nachbeben mit einer Stärke von mehr als fünf, sagte der Geschäftsführer für Risikominderung des türkischen Katastrophenschutzes Afad, Orhan Tatar, der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Etwa alle vier Minuten gebe es in der Region ein Nachbeben.
Bisher habe es insgesamt mehr als 4700 Nachbeben gegeben, 40 dieser Beben seien stärker als 4 gewesen. „Das ist eine sehr außergewöhnliche Situation“, sagte Tatar. Mehr als 84.000 Gebäude in der Türkei seien durch die Erdbeben entweder eingestürzt oder stark beschädigt, erklärte der Minister für Stadtplanung, Murat Kurum. Ein Experte warnte nun vor dem Wiederaufbau der Städte.
Erdbeben-Katastrophe in der Türkei und Syrien: Warnung für Betroffene
Wie heftig das Erdbeben in der Türkei und Syrien war, verdeutlichen Drohnenbilder einer gigantischen Schlucht, die durch die Naturkatastrophe aufgerissen wurde. Satellitendaten zeigen zudem, dass sich die Landoberfläche in der Türkei und Syrien teilweise um mehrere Meter verschoben hat.
In den Erdbebengebieten wird immer noch davor gewarnt, in die Häuser zurückzukehren und darum gebeten, sich von Gebäuden fernzuhalten. Aus Mangel an Alternativen, auf der Suche nach Kleidung oder auch nach persönlichen Gegenständen gehen Menschen jedoch immer noch zurück in ihre Gebäude, wie eine dpa-Reporterin von vor Ort berichtete.
Das Erdbeben in der türkisch-syrischen Grenzregion hat große Schäden angerichtet. Experten warnen: Auch in Istanbul sei ein solches Beben „überfällig“. Am Donnerstag (16. Februar) erschütterte ein Erdbeben eine Urlaubsregion in Kroatien. (ph/dpa)
Rubriklistenbild: © Francisco Seco/dpa

