VonFabian Hartmannschließen
Nach der Eskalation im Grenzkonflikt zwischen Kambodscha und Thailand hat das Auswärtige Amt seine Reise- und Sicherheitshinweise für beide Länder aktualisiert.
Bangkok/Phnom Penh – In vielen Teilen der Welt kann sich die Sicherheitslage aufgrund geografischer, politischer oder wirtschaftlicher Faktoren schnell ändern. Deshalb veröffentlicht das deutsche Auswärtige Amt regelmäßig aktualisierte Reisehinweise für zahlreiche Länder. Reisende, die demnächst nach Thailand reisen möchten, sollten besonders aufmerksam sein: Am Donnerstagvormittag hat das Auswärtige Amt seine Reise- und Sicherheitshinweise für Thailand, ein beliebtes Ziel für Südostasien-Urlauber, aktualisiert. Der Grund dafür ist der derzeitige militärische Konflikt an der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha.
Thailand und Kambodscha bekämpfen sich in Grenzregionen
In den Grenzgebieten zwischen Thailand und Kambodscha kommt es zu militärischen Auseinandersetzungen. Die Situation in den ohnehin umstrittenen Grenzregionen, einschließlich des Tempelbezirks Ta Muen Thom in der thailändischen Provinz Surin sowie in den Provinzen Si Sa Ket und Ubon Ratchathani, eskaliert derzeit. Laut übereinstimmenden Berichten der Tagesschau und mehrerer internationaler Medien lieferten sich die Truppen beider Länder am Morgen heftige Gefechte. Die thailändische Armee berichtete, dass durch kambodschanisches Artilleriefeuer und Raketen mindestens acht Zivilisten getötet und 13 weitere verletzt wurden. Unter den Opfern soll sich auch ein achtjähriger Junge befinden, wie der Guardian berichtet.
Es ist noch unklar, welches Land die aktuelle Eskalation ausgelöst hat. Das kambodschanische Verteidigungsministerium beschuldigte Thailand, bei einem Luftangriff mit Kampfjets zwei Bomben auf eine Straße abgeworfen zu haben. Dieser Angriff wurde als „rücksichtslos und brutal“ bezeichnet. Thailand hat inzwischen angekündigt, alle Grenzposten zum Nachbarland Kambodscha zu schließen.
Auswärtiges Amt warnt dringend vor Reisen in Grenzregionen Kambodschas und Thailands
Das deutsche Auswärtige Amt warnt seit dem Vormittag „dringend“ vor Reisen in das thailändisch-kambodschanische Grenzgebiet. Die verschärfte Reisewarnung basiert auf den jüngsten militärischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Staaten und der Tatsache, dass eine weitere Eskalation „nicht ausgeschlossen“ werden kann, wie das Auswärtige Amt mitteilt. Konkret wird von Reisen in die Provinzen Narathiwat, Yala und Pattani sowie in Teile von Songkhla (Bezirke Chana, Na Thawi, Thepha und Saba Yoi) im Süden Thailands abgeraten.
Das Auswärtige Amt gibt Reisenden zudem folgende Empfehlungen:
- sich über die aktuelle Lage in lokalen und internationalen Medien zu informieren
- Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig zu meiden
- die Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte zu befolgen
Für Reisende nach Kambodscha gab das Auswärtige Amt die gleichen Sicherheitshinweise aus: Da es „in der Provinz Preah Vihear und weiteren Grenzregionen“ beider Länder derzeit zu militärischen Auseinandersetzungen kommt, sollte auf Reisen ins Grenzgebiet zu Thailand verzichtet werden, warnt das Auswärtige Amt. (fh)
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