„Alles Schnee von gestern“

Doch keine weiße Weihnacht? Wetter-Experte legt sich mit Prognose fest

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Ein Wetter-Experte dämpft jetzt die Hoffnung auf weiße Weihnachten. Statt Schnee drohen rund um die Feiertage Sturm und Regen.

München – Bunte Beleuchtung in den Fenstern und der Duft von gebrannten Mandeln lassen es bereits vermuten: Schon bald steht Weihnachten vor der Tür. Besonders Schnee-Fans wünschen sich dann eine weiße Winterlandschaft. Noch vor wenigen Wochen ließen die Wetter-Prognosen Hoffnungen auf gezuckerte Bäume an Weihnachten zu. Doch aktuelle Vorhersagen verpassen dem Ganzen einen ordentlichen Dämpfer.

Schnee zu Weihnachten? Wetter-Experte verpasst Hoffnung einen Dämpfer

„Weiße Weihnachten wird es für die meisten wie zu erwarten nicht geben“, steht für Meteorologe Dominik Jung von wetter.net fest. Rund um Heiligabend am Sonntag (24. Dezember) soll es turbulentes Wetter geben. Während Anfang Dezember das Schneechaos in Süddeutschland noch anderes vermuten ließ, wird in den kommenden Tagen viel Regen erwartet, dazu wird es vielerorts richtig stürmisch. „An der Nordsee kann es am Freitag sogar zu einer Sturmflut kommen“, betonte Jung.

100 Liter Regen pro Quadratmeter sind rund um die Feiertage möglich, was bei einigen Flüssen und Bächen für Hochwasser-Gefahr sorgen könnte. „Der Erdboden ist überall sehr feucht und nass. Da passt kein einziger Tropfen Regen mehr rein“, so der Wetter-Experte. Dadurch kann nicht nur der Regen schwer abfließen, auch Bäume finden nur schwer Halt im feuchten Boden. „Wenn jetzt noch viel Wind dazu kommt, können diese reihenweise umfallen und für Behinderungen sorgen.“

So soll das Wetter nach aktuellen Prognosen an Weihnachten werden

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) wird es ab Donnerstag (21. Dezember) stürmisch. Besonders in Küstenregionen sowie im Bergland sind Orkanböen möglich. Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometer pro Stunde wurden vorausgesagt. Mit Regen und Sturm geht es dann auch ins Weihnachtswochenende. An Heiligabend soll es stark bewölkt sein, während es im Süden und Westen kräftig regnet und stürmt.

Weiße Winterlandschaft zu Weihnachten? Das dürfte in diesem Jahr eher nicht der Fall sein.

„Es ist ein richtiges Schmuddelwetter“, bilanzierte Jung. Zwar könne es dem Meteorologen zufolge in Hochlagen etwas Schnee oder Schneeregen geben, liegen bleibe davon aber nichts. Dafür sei der Boden deutlich zu warm. So wird das Wetter laut Jung rund um die Weihnachtstage:

  • Heiligabend (24. Dezember): Höchstwerte bei 4 bis 10 Grad, Regen in weiten Teilen des Landes
  • Erster Weihnachtstag (25. Dezember): Höchstwerte bei 3 bis 8 Grad, bewölkt und regnerisch, stellenweise sonnig
  • Zweiter Weihnachtstag (26. Dezember): Höchstwerte bei 2 bis 8 Grad, Mix aus sonnig und bewölkt, teilweise Regen

Trotz Wintereinbruch Anfang Dezember: „Alles Schnee von gestern“

Zwischen Weihnachten und Silvester bleibt das Wetter ebenso wechselhaft in Deutschland. Mit einem großen Wintereinbruch rechnet Dominik Jung nicht. „Der Dezember 2023 könnte genauso ausfallen, wie vom US-Wetterdienst NOAA schon im Sommer vorhergesagt“, erklärte der Meteorologe.

Der erste Wintermonat könnte also 1 bis 2 Grad wärmer im Vergleich zum Klimamittel der Jahre 1991 bis 2020 ausfallen. Zwar ist der Dezember besonders kalt und mit viel Schnee im Süden gestartet, das sei nach Jung aber nach den milden Tagen „alles Schnee von gestern“.

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth/dpa

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